Zitat von Kinbakubi:
@Unheilig
Könntest Du mir bitte die Zweigleisigkeit nochmal erklären?
Ja ich bereite mich vor, ggf die Reißleine schnell ziehen zu können.
Damit meine ich, insbesondere solange Du Dir nicht schlüssig bist, wie Du Dich entscheiden willst, beide Wege zu beschreiten bzw. offen zu halten. Das heißt, die materielle Absicherung (z.B. Papiersammlung, Anwaltstermin, Unterhaltsberechnung, Gedanken über Wohnsituation usw.) vorantreiben und rational bleiben. Damit Du Dich entweder bei einer eigenen Entscheidung oder wenn Dein Mann die Trennung ausspricht bereits vorbereitet hast und es Dich nicht eiskalt erwischt.
Auf der anderen Seite die emotionale Seite beleuchten. Ursachenforschung betreiben, Gedanken machen wie und ob Du verzeihen kannst. Eben das was bei einer Fortsetzung respektive Neuanfang der Ehe von Nöten wäre.
Das habe ich gemeint.
Wenn Du der Mensch dazu bist, könntest Du natürlich auch "zweigleisig" in dem Sinn fahren, Deinem Mann gegenüber scheinbar auf sein Spiel mit der Fortsetzung bzw. so wie er es gerne hätte und pflegeleicht dabei wäre einzugehen und Du Dir parallel Deinen Ausstieg mit eventuell bereits warmgelaufenen "Ehemannersatz" vorbereitest.
Das kann man auch machen und es gibt sicherlich auch welche, die das so durchziehen können. Meins wäre das jedoch nicht. Vor allem nicht im Hinblick darauf, dass da schließlich Kinder im Spiel sind, denen die Eltern eigentlich ein Vorbild sein sollten.
Auch und gerade Konfliktlösung und den offenen Umgang mit Problemen kann man eigentlich vor allem zu Hause lernen. Das solltet Ihr eigentlich beide immer vor Augen haben und Eure Kinder da nicht unterschätzen. Ich wette, die haben schon mehr mitbekommen als Ihr zugestehen wollt. Vielleicht wäre es an der Zeit den Kindern in einem gemeinsamen Gespräch mitzuteilen, dass ihre Eltern gerade ein großes Beziehungsproblem haben und noch nicht damit umgehen können, aber an einer Lösung arbeiten. Das wäre aus meiner Sicht besser, als wenn sie ihre eigenen Interpretationen der Geschehnisse vornehmen und sich von Euch beiden "als bedeutungslos verraten" fühlen.
Ich habe damals meine Kinder, die da 10 und 12 waren schon entsprechend über meine Überlegungen informiert (natürlich nicht über die Details des möglichen Trennungsgrundes) und ihre Erleichterung darüber erfahren, dass mit ihnen darüber gesprochen worden ist. Ihre Gedanken hatten sie sich nämlich auch in diesem Alter bereits gemacht gehabt und diesbezüglich bereits "Panik geschoben".
Jedoch solltest Du für Dich schon bald entscheiden, was Du bereit bist an Beziehungsform mitzutragen. So wie es aussieht ist Dein Mann überhaupt nicht an einer monogamen Ehe interessiert. Die wirst Du ihm de facto ja auch nicht aufzwingen können. Also lautet die Frage doch, was willst Du bzw. zu was bist Du maximal "kompromissbereit"? Erst dann kann an einer dementsprechenden Lösung gearbeitet werden bzw. sollte dann die Trennung näher ins Auge gefasst werden. Das obliegt aber allein Dir, da kann Dir keiner bei helfen. Das musst Du ganz allein mit Dir selber ausmachen.