Hallo Kinbakubi,
ich verfolge hier seit einiger Zeit deine Geschichte und kann verstehen, wie schwer es dir fällt, dich zu positionieren und eine Entscheidung zu treffen. Ich bin vor einigen Jahren während meiner Ehekrise und dann doch Trennungsphase hier begleitet worden. Die "Dame" meines Ex-Mannes gab es "nur" 5 Jahre. Ich hab am Anfang auch die unsere Kids, damals war die Tochter 16 Jahre alt und der Sohn war 18 aus unseren Problemen herausgehalten.
Die ersten zwei Monate haben mein Ex und ich auch versucht das erstmal als Paar zu lösen, parallel hatte ich mir eine Psychotherapeutin gesucht und wir sind zur Eheberatung, allerdings bei einer anderen Person.
Die Kinder haben natürlich irgendwann mitbekommen, dass was nicht stimmt und an einem Sonntag ist das ganze dann regelrecht explodiert. Mein Ex und ich sind beide Akademiker. Die Kids wollten natürlich zuerst, dass er sich von seiner Dame trennt und wir als Paar und auch als Familie so bleiben, wie alles war.
Mein Ex wollte auch seine Beziehung zur Af weiterführen und bei uns wohnen bleiben. Jedes zweite Wochenende zu ihr und dazwischen ein Besuch unter der Woche, ansonsten business as usual bei uns
Ich hab meinem Ex damals auch noch geliebt und hab meine Zeit gebraucht, das ganze für mich zu entwirren. Als die Kinder informiert waren, wollten die jedoch auch so schnell wie möglich eine Klärung. Im März hab ich das mit der AF definitiv herausgefunden, seit Dezember des Vorjahres wusste ich, das was nicht stimmt, gab aber keine Auskünfte auf Nachfragen meinerseits.Für die Kinder war einfach wichtig, dass sich das bei uns klärt. Ich hab mir dann eine Zeitschiene gesetzt: bis zum Beginn des Neuen Schuljahres muss hier Klarheit her.
10 Tage nach Schuljahresbeginn, musste er dann ausziehen, weil er immer noch alles haben wollte, die AF, mich und die Familie. Das erste Sonntagsessen - das war bei uns immer wichtig und ist es immer noch - hat auf mich emotional ganz, ganz schrecklich gewirkt. Irgendwann später, hab ich die Kinder gefragt, wie das für sie war. Mein Sohn und meine Tochter haben gemeint, das war schön, weil endlich wieder Ruhe und Klarheit da war und Verlässlichkeit.
Wie hat sich das ansonsten auf meine Kinder ausgewirkt? Mein Sohn hatte gerade das Abitur gemacht und wollte nicht ausziehen in der Situation. Zum Glück hat er im Nachrückverfahren an der Uni im Nachbarort noch einen Sudienplatz für Jura bekommen. Mittlerweile ist er eine Uni weitergezogen und hat ein Zimmer in einer WG und macht nächstes Jahr das erste Staats.men. Die Tochter hat ihr Abi gemacht, studiert heute auch und schreibt jetzt im Herbst ihre Bachelor-Arbeit. Ach ja, seit letztem Jahr wohnt sie eine Straße weiter zusammen mit ihrem Freund.
Meine Kinder hätten nicht mehr mit ihrem Vater zusammenwohnen wollen, der Betrug und die Schein- bzw. Doppelwelt, die er sich aufgebaut hatte, hat ja auch sie betroffen. Heute treffen sich die beiden auch mehr oder weniger regelmäßig mit ihrem Vater, sie lieben ihn immer noch, haben aber doch irgendwie ihren Respekt vor ihm verloren. Deine Kinder sind so groß, die werden verstehen, falls du dich trennen solltest, dass ein Zusammenleben mit ihm unter den von ihm geforderten Umständen für dich nicht tragbar sei kann. Dro.süchtig ist keines meiner Kinder geworden

Den Ratschlag deiner Psychologin würde ich ein bisschen anders interpretieren. Ich glaube, sie meinte einfach, dass du wieder eine gewisse Offenheit entwickeln solltest für andere Menschen/Männer und Perspektiven. Du darfst dich auch wieder verlieben, wenn du soweit bist und auch S. haben mit einem anderen, wenn du das möchstest.
Vielleicht noch ein Ratschlag zu deinen finanziellen Angelegenheiten: Die Reisen seiner jeweiligen Dame hat dein Mann aus dem Zugewinn finanziert. Rechne doch mal aus, was er da ausgegeben hat aus eurem gemeinsamen Einkommen in den 11 Jahren. Da wird ein nettes Sümmchen zusammen kommen, vielleicht kommst du dann auf den von dir angepeilten Betrag

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Ach, und ich finde gut, dass du angefangen hast mit einer Freundin über die Situation zu reden. Auch das hilft, wenn man sich öffnet und den ganzen Schlammassel nicht mehr nur heimlich austrägt. Das ist nämlich auch das Tolerieren und Mittragen der "Dame" und seiner Heimlichkeiten, hilft nur ihm und geht zulasten von deinen Gefühlen.
Viel Kraft weiterhin und alles Gute für dich und deine Kinder.