Der_Eine
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ich hoffe hier Antworten auf meine Fragen zu finden. Wir sind beide Ü30 und seit mehr als 10 Jahren ein Paar, 5 davon verheiratet.
Zu Ihrer Vorgeschichte, sie war bevor wir uns kennen gelernt haben, in einer Therapie. Gesamt ist sie eine sehr sensible und emotionale Persönlichkeit, jedoch mit einer reinen Seele, treu, ehrlich und pflichtbewußt.
Nun es ist schwer den richtigen Einstieg zu finden, ich versuche mein Bestes zu tun. Ich leide unter starker Eifersucht / Verlustangst ( deren Ursache und Ursprung ich meinem frühkindlichen Traumata mittlerweile zuordnen kann )
Am Anfang der Beziehung war ich stark auf fast jede Person aus ihrem Freundeskreis eifersüchtig, ging soweit, dass sie wegen mir viele Kontakte abbrach. Auch sie war eifersüchtig, sodass ich ebenfalls viele Kontakte abbrach.
Schon damals habe ich eine Therapie aufgrund dieser Tatsache aufgesucht - aber auch, weil ich Prüfungsangst (Ausbildung) hatte.
Kurze Zeit später bekam ich eine verantwortungsvolle Position im Unternehmen (Führungskraft) und fing an viel zu arbeiten ( sich beweisen ) und hatte das Problem mit der Eifersucht weitestgehend im Griff.
Irgendwann fingen die Probleme an, kleine Streitereien. Meistens immer von mir ausgehend, weil ich sie unbewusst als Ventil für meine Frust im Job benutzt habe. Habe sie oft angezickt und unrecht behandelt. Ich wurde immer reizbarer, machte aus einer Mücke einen Elefanten.
Um mich beruflich neu orientieren zu können, fing ich ein berufsbegleitendes Präsenzstudium an. Ich merkte irgendwann, dass mir die Belastung immer mehr wurde, der innere Druck - die Angespanntheit stieg immer weiter an. Dazu muss ich fairer weise erwähnen, dass sie mich bei meinem Vorhaben 100% unterstützt hat ( Haushalt, Einkäufe, Hobby, etc.).
Ich empfand irgendwann als eine große Belastung, täglich morgens früh aufstehen zu müssen, die Arbeit verantwortungsbewusst (ohne immer pünktlich aufgrund Führungstätigkeit gehen zu können) und dann anschließend abends sich noch in die Uni zu setzen und zu konzentrieren. Anschließend die Wochenenden zum Lernen zu nutzen - und das fast ganze 6 Jahre lang ( Corona hat das Vorhaben etwas in die Länge gezogen).
In der Halbzeit kam es zu unserer ersten Kriese, ich war mir aufeinmal nicht sicher, ob ich sie noch Liebe / meine Zukunft mit ihr teilen möchte. Ich konnte damals meine Gedanken nicht ordnen. Bin dann für 3-4 Wochen aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Habe viele schlaflose Nächte mit Nachdenken verbracht und wollte etwas Abstand von ihr. Sie suchte ständig den Kontakt, was ich auch verstehen kann und vollkommen nachvollziehen kann, wenn Gefühle im Spiel sind.
Wir entschieden uns für eine Paartherapie. Durch die Paartherapie konnte ich wieder zu ihr "zurück" finden.
So, und nun haben wir eine ähnliche Situation. Ich befinde mich gerade in der Schreibphase meiner Thesis. Der Reihe nach:
Seit Anmeldung meiner Thesis wurde ich für sie unerträglich. Ich wurde leicht reizbar, stand unter permanenter Spannung, habe sie als Ventil für meine Frust genutzt, habe meinen schlechten Tag an sie rausgelassen. Wofür sie NICHTS konnte, ich konnte mich nicht beherrschen. Dazu kommt, dass meine Unzufriedenheit im Beruf noch stärker geworden ist und ich mittlerweile anfing wieder ins Fitness Studio zu gehen um irgendwie abreagieren zu können. Mein Alltag war Monatelang: Arbeit, Training, Schreiben in der Uni, Schlafen. Zwischenmenschlich ist vieles auf der Strecke geblieben, seit 3 Jahren kein Sex mehr mit ihr gehabt.
Als der Tag der Abgabe immer näher kam, wurde ich noch mehr unausstehlicher. Selbst im Job zeigte ich unkorrekte Verhaltensweisen. Meine Eifersuchtsphase kam zurück. So fing ich an auf unseren gemeinsamen Freundeskreis eifersüchtig zu werden, insbesondere auf eine männliche Person. Der Auslöser liegt wohl an einem PartyWE, bei der meine Frau von ihm unter Alk. begrapscht wurde. Ich war da etwas überfordert mit der Situation. In unserer gemeinsamen WA Gruppe schreiben wir relativ viele sexistische Inhalte / mittlerweile schreiben die beiden auch privat über harmlose und nicht harmlose sexistische Inhalte, wobei diese eher nur als Spaß/Blöderei abzutun wären. Aufgrund meiner momentanen angespannten Lage bin ich sehr empfindlich geworden. Mir fällt auch auf, dass mich das ständige Vibrieren ihres Handys bei einem Filme Abend so sehr nervt.
Hier muss ich fairerweise auch sagen, dass ich früher auch oft am Handy war und sie mir das übel nahm. Jetzt hat sich die Situation gedreht. Ich hab den Drang immer fragen zu müssen, wer ihr schreibt und um was es geht.
Der Auslöser meiner Fragestellung ist folgende Schlüsselszene:
Sie war mit ihrem Betrieb unterwegs und haben dabei mehrere Leute kennen gelernt. Als sie Nachhause kam, hat sie mir ihre Fotos gezeigt. Ich weiss nicht warum, aber bei dem Anblick eines Mannes auf dem Foto fragte ich nach dem Namen. Und als ob ich ferngesteuert gewesen wäre, riss ich ihr Handy aus der Hand und schaute gleich bei den Kontakten nach und da war der Name. (So eine Handlung war mir bisjetzt noch nie untergekommen). Sie verneinte dass der Kontakt die Person auf dem Bild ist. Irrational schaute ich gleich in WA nach und fand einen Chatverlauf von dem Abend mit genau diesem Kontakt. Ich war im ersten Moment enttäuscht, weil ich von ihr angelogen wurde und verstand die Welt nicht. Rational betrachtet, tat sie dies um mir vielleicht am nächsten Tag darüber zu erzählen, wobei der Chatverlauf absolut harmlos war.
Was mich weiterhin in die Eifersucht hineinsteigern ließ, war die Tatsache, dass sie sofort nach ihrem Handy griff und den Chat löschen / archivieren wollte.
So, und ich bin der Meinung, dass eine solche Handlung eher für etwas zum Verbergen typisch ist. Ich habe ihr die Frage gestellt, wie denn ihre Reaktion gewesen wäre, wenn ich das umgekehrt mit einer fremden Frau gemacht hätte.
An diesem Abend gab es Streit, heftigen Streit. Ich war so derart verunsichert und empfand die Handlung als unfair.
Für mich gabs in den nächsten Tagen immer wieder dieses Thema. Hat der """ geschrieben etc. Ich wurde so eifersüchtig. Es hat mich regelrecht gestört, wenn der Typ geschrieben hat. An meine verheiratete Frau - aus rationaler Sicht darf / werd ich ihr nichts verbieten können - sie ist nicht mein Eigentum, sonder ein freies Lebewesen mit eigener Entscheidungsmacht. Dennoch stört mich diese Sache, bringe ich dies zu Ausdruck, wird dies von ihr als harmlos abgestempelt. Es fanden seit dem täglich Streitereien statt.
Es ging soweit, dass ich ihr an ihrem besonderen Tag sogar Gewalt angedroht habe, an das ich mich garnicht erinnern kann. Ich war so durcheinander und sagte Sachen nur um sie zu verletzen, weil ich mich so sehr belogen und vernachlässigt gefühlt habe.
Nun zu meiner eigenlichen Frage. Wir nahmen jetzt an einer Paartherapiesitzung teil mit der Empfehlung Pause einzulegen. Das hatte sie mir vorher auch schon gesagt, dass sie Abstand will. Sie sagt, sie hätte irgendwie Gefühle für mich, aber ihr Kopf/Verstand sagt nein. Ich kann es irgendwie auch nachvollziehen aufgrund meiner Reaktion jetzt und wohl in der Vergangenheit. Ich bin an allem Schuld, ich bin auch immer derjenige der Ihr hinterher rennt. Sogar so extrem, dass ich mich für alles entschuldige. Ich bin jetzt erstmal für ein paar Wochen zu meinen Eltern gezogen.
Und habe letzte Woche endlich meine Thesis fertig schreiben können und befinde ich mich auch aktuell vor einem Jobwechsel. Das ist im moment alles zu viel für mich. Ich habe sogar kurzweilig Suizidgedanken gehabt. ICh weiss nicht wie weitermachen soll. Ich habe bisjetzt nur mit zwei meinen besten Freunden über dieses Thema und generel über die Probleme der Ehe geredet. Ansonsten mit niemanden, nach außen hin spiele ich die heile Welt, Selbst bei den Eltern, auf der Arbeit etc.
Jetzt will sie Abstand, keine Berührungen, keine übertrieben lange Telefonate, auf einige Nachrichten (Guten Morgen, Guten Abend) kriege ich nicht mal eine Antwort. Ich kann mit der Situation nicht umgehen und es tut innerlich so weh. Und langsam fang ich an zu zweifeln ob ich sie überhaupt noch liebe und lieben kann wenn sie mich so abweist. Ich weiss nicht wie ich dieses Gefühl beschrieben soll. Mir vergeht der Hunger, ich kann kaum was essen, meine Brust fühlt sich so gedrückt an, ich habe immer den Drang sie anrufen zu wollen, aber damit würde ich sie noch mehr unter Druck setzen. Ich will ihr die Zeit geben.
Anderseits sagt sie zu mir, dass sie kein einziges mal an mich in den letzten 2-3 Tagen gedacht hat. Sie mir nicht garantieren kann, dass wir weiterhin verheiratet bleiben nach der Pause / nach der nächsten Therapesitzung. Das sind hartw Worte für mich als den liebenden Mann.
Ich ertrage die Tage kaum, ich bin immer so froh wenn es Abend wird, sodass ich endlich ins Bett gehen und schlafen kann. Habe ich Freiraum nach der Arbeit, fahr ich sinnlos in der Gegend rum. Ich weiss nicht mehr weiter
Ich würde gerne Euere Ratschläge anhören, auch wenn die Resonanz eine andere wird, die ich mir sehnlichst erwarte und wünsche.