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Ehemals "Perfekte" Beziehung und Ehe am Ende

lv261032


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Ich glaube, dass es total verkehrt ist um deine Frau zu buhlen. Sie fühlt sich eingeengt und du erniedrigst dich dauernd.
Versuche unbedingt deinen Stolz zu wahren. Kümmere dich um deine Familie, aber auch um dich selbst. Gehe Dingen nach die dir guttun.

Eure Ehe ist zur Zeit nicht gleichberechtigt. Du musst unbedingt zurück auf Augenhöhe, sonst wird das alles nichts. Nur wenn du dein Ich bewahrst, hast du die nötige Ausstrahlung, die dich attraktiv macht.

Ich weiß wovon ich spreche, auch ich habe mich erniedrigt und um meine Ehe gekämpft, leider ohne Erfolg. Mein Mann versicherte mir, ich sei so ein toller Mensch und es täte ihm so leid, dass er mir nicht mehr das geben könnte, was ich bräuchte. Daraufhin weinte er bitterlich. Da blieb mir nichts mehr übrig, als die endgültige Trennung einzuleiten.

Im Nachhinein zählt es nur mit erhobenem Haupt durch die Situation zu gehen und im Nachhinein sagen zu können, da habe ich so reagiert, dass ich mit später damit ins Gesicht sehen kann. Denn mit dir selbst bleibst du in jedem Fall zusammen.

12.02.2020 11:02 • x 3 #16


LostGirl1


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Zitat von Tahaddox:
Sie sagt dazu jedoch Sätze wie "Ich weiß, die Situation ist sehr schwierig für Dich, aber sei einfach normal!", "Ich kann Dir nichts versprechen, ob und dass sich etwas ändert!", "Hör auf, mich ständig zu bedrängen!", "Schon wieder reden wir nur über dieses Thema!"

Naja, Eure kleine Tochter ist 3, richtig? Das heißt, Deine Frau schmeißt den Laden seit mindestens 3 Jahren alleine. Sie hat ihre Routinen, ihre Lösungsstrategien für Probleme, die mit den Kindern und sonst auch auftreten. Und jetzt merkst Du, Du hast was verpasst, und auf einmal bist Du da und wirfst ihre Routinen komplett durcheinander. Du hast lange gar nicht reden wollen, und anscheinend jetzt auf einmal sehr viel.

Wie @unbelLeberwurst schon schrieb, sie wird zum einen dem Braten nicht trauen. Zum anderen können innerhalb kurzer Zeit ganz viele Änderungen auch einfach erstmal überfordern. Hast Du sie einfach mal gefragt, wo sie Deine Hilfe daheim und mit den Kindern am dringendsten bräuchte, wo Du sie am Besten unterstützen kannst?
Und dann musst Du ihr schlicht Zeit geben. Du kannst nicht mit der Brechstange sofort alles umkrempeln. Zeig ihr lieber, dass Du es ernst meinst, indem Du beständig und verlässlich Deinen Teil übernimmst.

Und ja, wie startet man Ehe 2.0. Paarzeit schaffen. Ohne Problemdiskussion. An alte Hobbies, Urlaube, Unternehmungen anknüpfen. Kleine Gesten, die zeigen, ich sehe Dich, ich schätze Dich. Gleichzeitig finde ich es auch nie verkehrt, wenn beide unabhängig voneinander mal Zeit für sich haben. Sie, und Du auch.

12.02.2020 11:12 • x 2 #17


AnnaLena49


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Lieber TE,

meines Erachtens nach ist, in einer Beziehung, wo die Leidenschaft weg ist, unmöglich diese wieder zu reaktivieren. Sicherlich geht da jeder anders damit um, und es gibt sicher Paare, die ohne diese große Leidenschaft eine sehr glückliche und lange Beziehung führen können.

Wenn aber deine Frau diese Leidenschaftlichkeit benötigt, dann wird es schwierig. Sie wiederzubeleben halte ich für fast aussichtslos. Sie mag dich, sie schätzt dich und sie liebt dich auch, aber sie begehrt dich als Mann wohl eben nicht mehr so wie das einmal war. Du bist einfach geschlechtsneutral für sie geworden. Du bist der Vater ihrer Kinder, aber nicht mehr der Mann ihrer Träume - so schätze ich mal.

Und das, wird sie auch nicht mehr herstellen können. Irgendwas ging im Laufe der vielen Jahre verloren. Und dieses etwas ist unwiderruflich vorbei.

Ob eine Ehe dadurch am Ende ist, ist fraglich. Und es kommt darauf an, wie ihr beide damit leben könnt.

Über kurz oder lang werdet ihr wohl eine gemeinsame Lösung finden müssen.

12.02.2020 11:15 • x 1 #18


Tahaddox


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Zitat von MissLilly:
Hat deine Frau sich jemals über den hohen Invest in deine berufliche Arbeit beschwert? Wenn ja, wie sah das genau aus ? Hat sie sich sich erst still und dann immer lauter beschwert oder dir irgendwann die Pistole diesbezüglich auf die Brust gesetzt?
Wie kam es dazu, dass du entscheiden hast diesen herben Cut bei deiner Arbeit zu machen und wie hat sie genau darauf reagiert?
Arbeitet sie selbst auch ?
Und falls nicht zu intim:
Wer hat bei euch eher den S. initiiert? Du oder sie?
Und wie hat sie und du auf das Einstellen der S. genau reagiert?
Welche Ergebnisse brachte die Paartherapie auf beiden Seiten und wer hat vorgeschlagen das eine Therapie gemacht wird und die Termine dazu vereinbart ?
Tauscht ihr im Alltag noch kleine Zärtlichkeiten aus? Küsse zur Begrüßung und zum Abschied, zwischendurch kurz in den Arm nehmen oder "ich liebe dich" sagen ?


Hi MissLilly, danke für Deine Zeilen und Fragen. Hier die Antworten dazu:
1) Ja, hat sie. Sie hat oft eingefordert, dass ich mehr da sein soll, mich mehr einbringen soll. Ja, sie hat dann irgendwann gesagt, sie sieht die Gefahr, dass es ihr irgendwann egal ist, ob ich da bin oder nicht. Da hat sich - leider - über die Jahre so zugetragen und entwickelt und ich habe es nicht gesehen/sehen wollen...
2) Ich habe den herben Cut selbstgewählt, weil ich Mitte 2019 gemerkt habe, dass alles vor die Hunde geht, seitdem steuere ich um, bin mehr da, anwesend, unterstütze sie, kümmere mich um die Kinder etc. Sie honoriert das rational, sagt jedoch auch "an meinen Gefühlen zu Dir ändert das nichts!"
3) S. wir beide damals.
4) Vorschlag Paartherapie durch mich und Organisation auch durch mich, ca. Anfang 2019, seitdem hat sich meine Sicht geändert...
5) Ja, Küsse, in den Arm nehmen und "ich liebe Dich!", Blumen etc. machen wir, beidseitig - wobei wie geschrieben sie sich durch mich aktuell bedrängt fühlt und es weniger wird...

Danke für Deine Hilfe! LG
3)

12.02.2020 11:43 • x 1 #19


Tahaddox


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Zitat von lv261032:
Ich glaube, dass es total verkehrt ist um deine Frau zu buhlen. Sie fühlt sich eingeengt und du erniedrigst dich dauernd.
Versuche unbedingt deinen Stolz zu wahren. Kümmere dich um deine Familie, aber auch um dich selbst. Gehe Dingen nach die dir guttun.

Eure Ehe ist zur Zeit nicht gleichberechtigt. Du musst unbedingt zurück auf Augenhöhe, sonst wird das alles nichts. Nur wenn du dein Ich bewahrst, hast du die nötige Ausstrahlung, die dich attraktiv macht.

Ich weiß wovon ich spreche, auch ich habe mich erniedrigt und um meine Ehe gekämpft, leider ohne Erfolg. Mein Mann versicherte mir, ich sei so ein toller Mensch und es täte ihm so leid, dass er mir nicht mehr das geben könnte, was ich bräuchte. Daraufhin weinte er bitterlich. Da blieb mir nichts mehr übrig, als die endgültige Trennung einzuleiten.

Im Nachhinein zählt es nur mit erhobenem Haupt durch die Situation zu gehen und im Nachhinein sagen zu können, da habe ich so reagiert, dass ich mit später damit ins Gesicht sehen kann. Denn mit dir selbst bleibst du in jedem Fall zusammen.


Danke, lv261032! Ja, das stimmt, das tue ich wohl wirklich im Moment...Und das werde ich ab jetzt ändern! Danke!

12.02.2020 12:25 • #20


MissLilly

MissLilly


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Hast du inzwischen den Mut verloren intim auf sie zuzugehen ? Und wenn ja wie reagiert sie darauf ?

12.02.2020 12:30 • x 1 #21


SweetCookie

SweetCookie


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Hallo lieber TE,

ich habe mir die anderen Antworten jetzt nicht durchgelesen. Wenn mein Punkt schon erwähnt wurde, dann sorry.

Du schreibst:

Zitat von Tahaddox:
Nur: Ich komme emotional nicht an sie ran, sie bleibt kühl, egal was ich versuche und ich habe keine Ahnung, was ich tun kann/soll/muss, um das wieder zu drehen


Nun, genauso dürfte es deiner Frau jahrelang mit dir ergangen sein. Sie musste auch jahrelang zuschauen und ist nicht an dich rangekommen. Bitte gestehe ihr doch auch diese Erfahrung zu. Sie ist jetzt einfach nicht offen. Es klingt ehrlich gesagt sogar so, als ob sie doch jetzt bitte auch wieder funktionieren soll, wo du doch jetzt die Kurve bekommen hast...so funktionieren Beziehungen freilich nicht. Du kannst ihr nicht die Pistole auf die Brust setzen, nur weil du jetzt etwas verstanden hast und änderst. Akzeptiere sie bitte so, wie sie ist. Sie muss nicht für dich irgendwas ändern oder einsehen. Sowas muss sowieso aus ihr selber heraus kommen.

Ein ganz anderer Punkt ist, wie ich finde die mangelnde Anziehung in eurer Beziehung. Hier gibt es ganz viele Ansatzpunkte, aber auch hier gilt: zwingen kannst du sie zu nichts. Eine zeitlich begrenzte, offene Beziehung kann eine Lösung sein. Eine zeitlich begrenzte, räumliche Trennung kann eine Lösung sein. Noch vorhandenes Feuer, wenn es denn noch da ist, kann so neu auflodern.

Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass du deiner Frau jahrelang emotional wie körperlich gefehlt hast und dass sich dieser Frust bei ihr so eingefressen hat, dass Sie über den Point of no return drüber ist. Dann ist es auch und ggf. vor allem auch wg. deinem gelebten Hamsterrad.

12.02.2020 12:35 • x 1 #22


Tahaddox


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Zitat von MissLilly:
Hast du inzwischen den Mut verloren intim auf sie zuzugehen ? Und wenn ja wie reagiert sie darauf ?

Nun, ja, seit mittlerweile über 2 Jahren hatten wir keinen S. mehr, da keiner von uns dazu Lust verspürte...Wenn ich wie schon geschrieben aktuell körperlich auf sie zugehe, blockt sie das "erkaltet" ab...Nichtsdestotrotz geben wir uns manchmal Küsse, wir nehmen uns in den Arm und drücken uns und halten auch noch Händchen, wenn wir zu zweit unterwegs sind. Das fühlt sich auch nicht gespielt an sondern nach Nähe - auch wenn wie gesagt die letzten Tage, an denen ich es wohl übertrieben habe mit "Ich steuere um!" eher Distanz und "Bedräng mich nicht!" überwogen haben, aber das habe ich jetzt schon verstanden mittlerweile...

12.02.2020 14:26 • #23


MissLilly

MissLilly


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Zitat von Tahaddox:
Wenn ich wie schon geschrieben aktuell körperlich auf sie zugehe, blockt sie das "erkaltet" ab.


Es tut mir leid, dass ich da noch einmal genauer nachfragen muss, aber wie muss man sich das genau vorstellen ? Die Kinder sind im Bett, es ist abends und du fängst an den Körperkontakt aufzubauen und sobald sie merkt was du von ihr willst, zieht sie sich durch entsprechende Körpersprache zurück oder sagt sie dir das ganz direkt das sie keine Lust hat ?
Hast du sie schon einmal gefragt, ob sie generell keine Lust mehr auf S. hat oder hat sie nur keine Lust mehr auf S. mit dir?

12.02.2020 16:58 • x 1 #24


MissLilly

MissLilly


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Und hilfreich wäre es auch, wenn du einwenig mehr über die Persönlichkeit deiner Frau berichten würdest..Wie ist sie so vom Typ her? Eher introvertiert oder eher extrovertiert ? Redet sie gerne und wenn ja über was ? Was macht ihr Spaß und was sind ihre Interessen? Arbeitet sie ? Und ganz wichtig, was hat SIE bei der Paartherapie gesagt und was hat euch der Therapeut bisher geraten ?

12.02.2020 17:06 • x 1 #25


Tahaddox


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Zitat von MissLilly:
Und hilfreich wäre es auch, wenn du einwenig mehr über die Persönlichkeit deiner Frau berichten würdest..Wie ist sie so vom Typ her? Eher introvertiert oder eher extrovertiert ? Redet sie gerne und wenn ja über was ? Was macht ihr Spaß und was sind ihre Interessen? Arbeitet sie ? Und ganz wichtig, was hat SIE bei der Paartherapie gesagt und was hat euch der Therapeut bisher geraten ?

Hi MissLilly: Zur Frage oben: Nein, wir nähern uns nicht mehr S. an, sie sagt, dass sie keine Lust auf S. hat und ich sage das auch. Nun vor zwei Wochen hat sie aber gesagt, sie ist jetzt 37 und vermisst das begehrt werden und kann sich das nicht vorstellen, ein Leben lang darauf zu verzichten...
Sie ist liebevoll, offen, warmherzig, zickig, Morgenmuffel, fair, rücksichtsvoll. Sie ist wohl eher introvertiert, wobei sich das die letzten Jahre geändert hat. Sie redet gerne über die Kinder, ihre Arbeit (Apothekerin), ihre Lieblingsmusik, Politik etc. Sie liebt Sport, Musik, Reisen, Tanzen, ihre Arbeit.
Sie hat bei der Paartherapie die letzten Jahre rekapituliert und gesagt, dass ich sie alleine gelassen habe und nicht da war/bin. Das haben wir dann mit der Therapeutin dahingehend aufgearbeitet, dass es mir zum einen klar geworden ist, zum anderen haben wir Dinge zusammen entwickelt, die jeden von uns stärken, die aber auch die Pflichten gleich verteilen und die Basis für eine ausgeglichende Beziehung sind...Wir sind jedoch nicht oder zu wenig auf die emotionale Ebene gekommen, über das S. haben wir dort nicht gesprochen. Wir haben das dann auch aufgehört und machen aktuell nichts mehr...
Was denkst Du darüber? Danke für Deine Hilfe!

13.02.2020 12:36 • #26


PinkFloyd1971


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Hallo,
ich sehe da einige Parallen zu mir.
Auch ich war 12 Jahre mit meiner Exfrau zusammen, davon 10 Jahre verheiratet.
Wir haben zwei kleine Im Gegensatz zu Dir habe ich jedoch mich nicht in Arbeit gestürzt so dass die Familie hinten anstehen musste. Ich war das genaue Gegenteit, denn für mich war die Familie auch das Wichtigste.
Wir hatten keine Unterstützung durch unsere Familien; meine wohnt zu weit weg und die Mutter meiner Exfrau ist körperlich nicht in guter Verfassung.
Ich dachte auch, dass wir sowas wie Seelenverwandte gewesen wären, bis zu dem Tag, an dem mir meine Exfrau mitteilte, dass sie sich trennen wird.
Die Gründe sind da im Wesentlichen ähnlich wie bei Dir. Durch die Kinder, vor allem, wenn man wie Du noch ein Schreikind hat, die Arbeit und vor allem die Unregelmäßigkeit, fallen wesentliche Dinge hinten runter, die man in einem Leben zu Zweit hatte.
Wer kennt das nicht, dass man gerade zärtlich miteinander werden will und dann ein Kind schreit. Oder das man den romantischen Abend geplant hat, der Partner aber beim zu Bett bringen der Kinder einfach eingeschlafen ist.
So erging es mir auch. Es waren viele Kleinigkeiten, die nach und nach weggefallen sind. Ausschlafen am Wochenende, gemeinsames kochen (und damit meine ich nicht nur Nudeln mit Sauce), mal ins Kino gehen oder in ein Musical mit anschließender Übernachtung in einem Hotel.
Als mein Sohn zur Welt kam, nahm das anfänglich auch mit dem S. ab, weil die Geburt und die ersten Monate danach nicht so einfach waren. Als es sozusagen wieder "anlaufen" sollte, war meine Exfrau schwanger und dann kam unsere Tochter. Und so schlief der S. auch nach und nach ein. Die Familie nahm immer mehr den Mittelpunkt ein.
Das Wohnzimmer verwandelte sich in ein Spielzimmer. Wenn die Kinder im Bett waren, musste man erst mal alles beiseite räumen und konnte glücklich sein, nicht schon wieder mit *beep* Füßen in einem Legostein gestanden zu haben.
Und so nahm das Unheil seinen Lauf. Meine Exfrau wollte dann auch wieder arbeiten gehen. Hötte sie finanziell nicht gemusst, aber ich habe es befürwortet, damit sie eben auch mal wieder was fürs Gehirn machen konnte. Sie hatte die Arbeit nicht vermisst, aber dann doch gemerkt, wie gut sie ihr gefiel und wie gut es ihr tat.
Und so kam eben eins zum anderen und am Ende stand die Trennung.
Sie hat es mehr oder weniger noch ein paar Mal halbherzig versucht, aber das war nur von kurzer Dauer, Stunden oder Tage und war eher dem schlechten Gewissen geschuldet.
Ich habe auch lange darüber nachgedacht, weil ich immer wieder der Meinung war, dass man diese "Kleinigkeiten" hätte lösen können. Einen Babysitter an festen Tagen in der Woche damit man gemeinsame Zeit hat, wieder zusammen kochen, wenn die Kinder im Bett sind, das Wohnzimmer wieder zum Wohnzimmer werden lassen und ein Spielzimmer einzurichten.... Ideen hatte ich viele und lange Zeit glaubte ich, dass man dadurch die Ehe auch hätte kitten können.
Aber mittlerweile bin ich da anderer Meinung.
Es geht gar nicht um all diese äußeren Umstände. Wenn die Liebe zu einem Menschen in Freundschaft gewechselt ist, dann ist es, zumindest aus meiner Sicht, annähernd unmöglich, diesen Schalter umzudrehen.
Und das scheint mir bei Deiner Frau genauso zu sein, wie es bei meiner Exfrau auch ist.
Na klar mag sie mich noch und wegen der Kinder müssen wir ja noch im Kontakt bleiben. Aber die Liebe ist dahin. Die Sehnsucht auf den anderen wenn er nicht da ist. Die Vorfreude, wenn man weiß, dass er gleich kommen wird.
All das ist anderen Dingen gewichen. Wusste Deine Frau am Anfang des Kennenlernens nicht, wie sich Dich einordnen kann, bist Du ihr immer vertrauter mit der Zeit geworden. Dieses "sich blind verlassen können", Vertrauen usw. sind nicht schlechter als die anfänglichen Gefühle, aber sie sind eben anders.
Mir scheint auch, dass Du und Deine Exfrau zu wenig kommuniziert haben. Eine weitere Parallel zu mir. Ich dachte, ich sei ein aufmerksamer Mann, aber ich konnte nicht in den Kopf meiner Exfrau schauen, wo sich ganz andere Dinge abgespielt haben und die Unzufriedenheit immer größer wurde. Ich habe es nicht bemerkt und sie hat es nicht gesagt.
Und ich bin davon überzeugt, dass sich Menschen langfristig nicht ändern können, zumindest nicht in ihren wesentlichen Merkmalen. Deine Frau, genauso wie meinee Exfrau, wird auch in Zukunft Dir nicht sagen, wenn sie etwas nervt.
Und willst Du wirklich jeden Tag daran denken, was abends sein wird, wenn Du nach Hause kommst? Denken, ob sie noch glücklich ist, was Du noch tun kannst usw?
Ich kann Deine Gedanken verstehen, dass Du an der Familie festhalten möchtest. Ich weiß nicht, wie alt Du bist, aber willst Du diesen Zustand noch 30, 40 Jahre so weiterleben? Oder bis die Kinder groß und aus dem Haus sind? Ist das nicht Verschwendung Deiner eh nur begrenzten Zeit hier auf diesem Planeten?
Oder willst Du an ihr festhalten, weil Du denkst, Du kannst das alleine nicht? Mit zwei Kindern, alleine?
Überleg Dir mal, woher Dein Antrieb kommt. Aber sei ehrlich zu Dir selbst.
Meine Exfrau und ich leben das Wechselmodell, die Kinder sind also die Hälfte der Zeit auch bei mir. Damit hast Du auch wieder Zeit für Dich und Dein Leben. Wenn sich die Eltern gut verstehen, kann man dieses Modell leben. Bei mir ist auch nicht alles eitler Sonnenschein, aber ich arrangiere mich.
Mir kommt zugute, dass ich ein strukturert denkender und gut organisierter Mensch bin. In den Tagen, in denen ich die Kinder nicht habe, bereite ich soweit alles vor, so dass ich Zeit habe, wenn sie bei mir sind.
Und das klapt gut. Ich musste allerdings lernen, Hilfe von anderen Menschen anzunehmen. Dann lernst Du schnell, wer Deine Freunde sind.
Ich kann natürlich auch nicht in die Zukunft schauen und weiß nicht, ob das ewig so gut gehen wird, aber es funktioniert seit mehr als 1 Jahr auch ohne Partnerin.
Natürlich hoffe ich, dass auch ich mal wieder eine Frau an meiner Seite haben werde, aber das ist ungewiss und bis dahin plane ich mein Leben mit den Kinder alleine.
Mein Rat an Dich: setz Dich in Ruhe hin und überleg Dir, warum Du genau an Deiner Ehe festhalten willst. Hör in Dich rein und sei ehrlich zu Dir. Deine Frau scheint da einen Schritt weiter zu sein als Du.
Gruß

13.02.2020 15:37 • x 4 #27


Tahaddox


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Zitat von PinkFloyd1971:
Hallo, ich sehe da einige Parallen zu mir. Auch ich war 12 Jahre mit meiner Exfrau zusammen, davon 10 Jahre verheiratet. Wir haben zwei kleine Im Gegensatz zu Dir habe ich jedoch mich nicht in Arbeit gestürzt so dass die Familie hinten anstehen musste. Ich war das genaue Gegenteit, denn für mich war die Familie auch das Wichtigste. Wir hatten keine Unterstützung durch unsere Familien; meine wohnt zu weit weg und die Mutter meiner Exfrau ist körperlich nicht in guter Verfassung. Ich dachte auch, dass wir sowas wie Seelenverwandte gewesen wären, bis zu dem Tag, an ...


Hi PinkFloyd, danke für Deine offene und lange Nachricht - ja, in der Tat, das hat sehr viele Parallelen und es ist ermutigend zu sehen, dass man nicht alleine ist. Was das bei mir aber auch unterscheidet: Meine Frau hat es mir oft gesagt, was sie will und welche Bedürfnisse sie hat - ich habe nur nicht zugehört oder es ernst genommen. Und zweitens ist - das habe ich die letzten Tage wieder gesehen - unsere Basis, nämlich die gegenseitige tiefe Liebe füreinander trotz allem noch vorhanden und stark.

Ich habe jetzt - auch auf Basis Eurer ganzen und sehr tollen Feedbacks hier - die letzten Tage intensiv nachgedacht über mich, meine Frau und uns: Ich liebe sie, aus tiefstem Herzen und habe - auch wenn die Situation gerade echt schwer ist - die Hoffnung, dass wenn ich wieder "in die Normalspur" komme, mich selbst wieder nach vorne bringe (auch das habe ich versäumt um ehrlich zu sein...), mich nicht mehr rausziehe sondern verlässlich da bin, mich einbringe, sie unterstütze in Ihren Plänen und wir so wieder eine gemeinsame Basis für die Zukunft schaffen und nicht mehr nur nebeneinander her leben, das das klappen könnte. Sie möchte das auch, auch wenn sie natürlich verständlicherweise frustriert über die letzten Jahre ist und zweifelt, ob wir das hinbekommen können...Aber mal ehrlich: Was habe ich zu verlieren? Mindestens kann ich mir später nicht vorwerfen, dass ich es und wir es nicht versucht haben, oder? Und entweder ich und wir schaffen das oder ich habe die Zeit gut genutzt, um mich persönlich in Körper, Geist und Seele nach vorne zu entwickeln, was dann auch in möglichen Zeiten danach in anderen Konstellationen (neues Leben, ggf. neuer Partner etc.) doch nur positiv wirken kann und wird, oder?
Was denkt Ihr, könnt Ihr das nachvollziehen und habt ggf .aus Euer Erfahrung noch Tipps und Dinge, auf die ich aufpassen muss?

1000 Euch allen, Ihr seid echt toll! Fühlt Euch gedrückt! LG

15.02.2020 16:44 • #28


PinkFloyd1971


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Weiß Deine Frau eigentlich, dass Du hier schreibst und Dir Anregungen holst?
Meine Exfrau war leider nicht gewillt, sich Hilfe zu suchen bzw. zusammen mit mir eine Paartherapie oder ähnliches zu machen.
"Meine" Gschichte nahm ihren Anfang schon vor mehreren Jahren ohne das ich es sehen und begreifen konnte. Ich glaube, ich hatte leider keine wirkliche Chance von Anfang an.
So ein paar Ideen hätte ich vielleicht für euch. Ich fand/finde sie gut, andere würden sie vielleicht affig finden.
Ihr könntet euch einen Babysitter suchen für einen festen Abend in der Woche. Und jeder von euch beiden ist abwechselnd dran, diesen Abend zu getalten. Und dort gäbe es ja viele Mölichkeiten. Es muss ja nicht jedes Mal das Candlelight Dinner sein, es kann aich ein langer Spaziergang, Kino, Mass., Wellnes......sein.
Dann wäre eine Idee, dass ihr euch mal zusammensetzt und überlegt, was ihr früher, als es die Kinder noch nicht gab, so gemeinsam gwmacht habt. Wir haben bspw. gerne gekocht, aber dann eben nicht 08/15.
Ich fand auch so Kurse gut, die man als Paar machen kann, wie Paarmassage oder anderes.
Mir war auch bspw wichtig, dass es Räume für die Kinder gibt, in denen sie spielen können, aber eben auch Räume für euch. Mein Wohnzimmer ist jetzt Wohnzimmer und kein verkapptes Spielzimmer mehr.
Und man kann auch darüber reden, wer was im Haushalt erledigt.
Und Du kömntest vielleicht an einem oder mehreren Tagen die Kinder in den Kindergarten/Schule bringen und sie dort auch wieder abholen, für sie was kochen und den Nachmittag gestalten.
Geld ist zwar wichtig, aber auch Du hast ja vor Längerem schon erkannt, dass auch Dein letztes Hemd keine Taschen hat.
Ich drücke euch beiden die Daumen, dass ihr fas schafft. Seid euch bewusst, dass es vielleicht ebenso lang dauern kann wieder zueinander zu finden,,wie es gebraucht hat, sich auseinander zu lebeb.
Ich hätte diese Chance auch gerne gehabt, aber leider nicht bekommen.

15.02.2020 19:47 • x 1 #29


Tahaddox


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Zitat von Darlena:
männliche

Hi Darlena, danke für Deine Hinweise - was genau meinst Du mit "männliche" Dinge mit Kindern machen? Danke und LG, Steffen

15.02.2020 20:17 • #30




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