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Ehemals "Perfekte" Beziehung und Ehe am Ende

Tahaddox

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Hi zusammen,
ich bin neu hier und nehme jetzt einfach mal allen Mut in die Hand, auch wenn ich nicht "Foren-erfahren" bin: Ich bin zutiefst verzweifelt: Ich bin seit nun knapp 12 Jahren mit meiner Frau zusammen, 9 Jahre davon verheiratet, wir haben zwei Kinder (Mädels, 6 und 3), ein gemeinsames Haus, in dem wir zu viert wohnen.
Wir waren in den ersten Jahren bis über beide Ohren verliebt, wir sind (sagen wir auch heute noch!) Seelenpartner und verstehen uns blind. Jedoch habe ich es im Job so dermaßen übertrieben, dass ich meine Frau und dann später auch die Kids mehr und mehr alleine gelassen habe und "wie im Wahn" gearbeitet habe - auch als unsere #2 kam, ein "full-time Schreibaby" und ich nicht da war. Darüber habe ich meine Frau und damit auch unsere Beziehung immer mehr in den Hintergrund gedrängt und über die Zeit verloren - Wir lieben uns zwar (und sagen uns das auch), aber unsere Beziehung ist irgendwie erkaltet, das letzte Mal S. hatten wir vor 2,5 Jahren, sie spricht von "Bruder & Schwester-Beziehung".
Letzen Sommer habe ich dann in einem gemeinsamen Urlaub, aus dem ich aus beruflichen Gründen erst zurück geflogen bin und dann postwendend wieder zurück, weil ich gemerkt habe, dass etwas mit mir nicht stimmt, die Entscheidung getroffen, die Arbeit an den Nagel zu hängen, mich dort aus dem Hamsterrad rauszuziehen (finanziell ist das möglich) und wieder "ins normale Leben" zurückzufinden. Wir haben eine Paartherapie gemacht, wo ich gelernt habe, wie ich drauf bin und was wirklich wichtig ist, das war sehr gut. Seitdem ändere ich sehr viel, bin da für meine Frau und die Kinder und "werde wieder ein normaler Mensch". Einzig: Meine Frau sagt, dass sie zwar rational sieht, dass ich viel ändere und schätzt das auch sehr und sagt mir das. Jedoch bleibt es bei ihr auf emotionaler Ebene kalt, sie hat keine (S.) Lust auf mich und sie sagt offen, dass sie nicht weiß, ob sich das jemals wieder ändert.
Ich nähere mich diesen Erkenntnissen schrittweise, seit ca. 2-3 Wochen ist mir so richtig klar, was das bedeutet. Sie spricht mittlerweile von Trennung, da sie so nicht weiterleben möchte, ein Leben, wo die Leidenschaft fehlt. Wir haben jedoch besprochen, dass wir nun erst einmal zusammenbleiben und schauen, wie sich alles entwickelt.
Nur: Ich komme emotional nicht an sie ran, sie bleibt kühl, egal was ich versuche und ich habe keine Ahnung, was ich tun kann/soll/muss, um das wieder zu drehen Ich liebe sie sehr, ich liebe unsere Familie und ich möchte, dass wir das hinbekommen: Mir zu liebe, ihr zu liebe und den Kindern zu liebe.
Wer kann mir helfen? Schätze ich das alles richtig ein? Was haben andere in solchen Situationen erlebt? Habt Ihr Hilfe und/oder Tipps für mich?
GANZ HERZLICHEN DANK!

11.02.2020 16:27 • x 3 #1


LostGirl1


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Zitat von Tahaddox:
Nur: Ich komme emotional nicht an sie ran

Hallo und willkommen,
mit einem Schreibaby und dem 'großen' Geschwisterkind eigentlich allein dazustehen stelle ich mir echt schwer vor. Ich vermute, sie hat auch des öfteren gesagt, dass sie Dich braucht, und Du hast nicht entsprechend reagiert? So etwas tötet die Liebe, Stückchen für Stückchen. Weil es jedesmal eine Ablehnung ist, eine Zurückweisung.
Was sagt denn der Paartherapeut dazu?
Ohne dass ich schonmal in so einer Situation war würde ich vermuten, die 'alte' Beziehung läßt sich nicht mehr kitten. Wenn, dann solltest Du nochmal komplett 'neu starten' - die Ehe 2.0 also.
Wie kann das aussehen? Tja, wie warst Du denn drauf, als Ihr Euch kennen gelernt habt? Was habt Ihr unternommen? Was habt Ihr aneinander geschätzt? Wie habt Ihr Eure Zeit verbracht? Siehst Du irgendeine Möglichkeit, das wieder aufleben zu lassen?

11.02.2020 16:38 • x 3 #2


paulaner

paulaner


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Zitat von Tahaddox:
ein Leben, wo die Leidenschaft fehlt.

Ich habe da auch keine Erfahrung.
Aber ich denke, wenn einmal die Leidenschaft richtig "erkaltet" ist, dann kann man das wohl nicht mehr umdrehen.
Ich denke, das ist genauso wie mit der Liebe. Gibt es halt, dass die auf einmal sang- und klanglos verschwunden ist (natürlich gibt es dafür immer irgendwelche Gründe), und dann kommt die wohl auch nicht mehr wieder.
Tut mir leid, dass ich nicht positiver schreibe.
Ich fürchte das Kind ist im Brunnen...und ihr bekommt es da nicht mehr heraus.

11.02.2020 16:48 • x 2 #3


Souphia77

Souphia77


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2,5Jahre kein S×× obwohl man sich liebt,wie geht das denn?
Hat es niemand von euch angesprochen bzw hat es keinem von euch gefehlt?
Hat dich deine Frau S. nicht mehr angesprochen?Woran lag es?

11.02.2020 17:04 • #4


Tahaddox


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Hallo LostGirl1, danke für Deine Antwort: Ich sehe es wie Du: Die Vergangenheit war schön bis zu der Zeit, in der ich das alles vernachlässigt habe. "Ehe 2.0" ist daher vermutlich der einzige Weg, Vertrauen und Nähe wieder neu aufzubauen. Nur: Früher waren wir halt zu zweit, hatten viel Zeit miteinander und ganz für uns alleine. Heute sind die Kinder im Mittelpunkt und bestimmen eigentlich alles, wodurch ich mich frage, wie soll ich da etwas neues aufbauen, wenn es fast keine Zeit und Momente zu zweit mehr gibt? Was würdest Du/würdet Ihr tun?
Danke und LG

11.02.2020 17:10 • x 2 #5


Tahaddox


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Zitat von LostGirl1:
Hallo und willkommen,
mit einem Schreibaby und dem 'großen' Geschwisterkind eigentlich allein dazustehen stelle ich mir echt schwer vor. Ich vermute, sie hat auch des öfteren gesagt, dass sie Dich braucht, und Du hast nicht entsprechend reagiert? So etwas tötet die Liebe, Stückchen für Stückchen. Weil es jedesmal eine Ablehnung ist, eine Zurückweisung.
Was sagt denn der Paartherapeut dazu?
Ohne dass ich schonmal in so einer Situation war würde ich vermuten, die 'alte' Beziehung läßt sich nicht mehr kitten. Wenn, dann solltest Du nochmal komplett 'neu starten' - die Ehe 2.0 also.
Wie kann das aussehen? Tja, wie warst Du denn drauf, als Ihr Euch kennen gelernt habt? Was habt Ihr unternommen? Was habt Ihr aneinander geschätzt? Wie habt Ihr Eure Zeit verbracht? Siehst Du irgendeine Möglichkeit, das wieder aufleben zu lassen?


Hallo LostGirl1, danke für Deine Antwort: Ich sehe es wie Du: Die Vergangenheit war schön bis zu der Zeit, in der ich das alles vernachlässigt habe. "Ehe 2.0" ist daher vermutlich der einzige Weg, Vertrauen und Nähe wieder neu aufzubauen. Nur: Früher waren wir halt zu zweit, hatten viel Zeit miteinander und ganz für uns alleine. Heute sind die Kinder im Mittelpunkt und bestimmen eigentlich alles, wodurch ich mich frage, wie soll ich da etwas neues aufbauen, wenn es fast keine Zeit und Momente zu zweit mehr gibt? Was würdest Du/würdet Ihr tun?
Danke und LG

11.02.2020 17:10 • x 2 #6


Wirdschon


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Hallo erstmal!

Solange keinen 6? Ok, das ist nun so!

Wenn 2 Kleinkinder den ganzen Tag auf einem rumspringen, getröstet, getragen und gekuschelt werden wollen, kann es schon sein, dass Frau dann froh ist, wenn sie keiner berührt! Und du warst ja nicht da, um Luft zu verschaffen! Nun hast du ja wirklich was geändert und evtl machst du dich jetzt dran, deiner Frau auch das Gefühl zu geben, begehrenswert zu sein und nicht NUR ( Gänsefüßchen wollen nicht) Mama
Wenn Liebe da ist, glaub ich, kann auch Leidenschaft neu entfacht werden!
Nehmt euch doch öfter Elternauszeit, ein schönes Dinner, ein Wellness Wochenende , zusammen Dess. kaufen und und und
Auch viele Paartherapeuten bieten 6ualltherapie an!

Wenn ihr euch liebt, findet ihr einen Weg!
Alles Gute

11.02.2020 17:20 • x 3 #7


Tahaddox


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Zitat von Wirdschon:
Hallo erstmal!

Solange keinen 6? Ok, das ist nun so!

Wenn 2 Kleinkinder den ganzen Tag auf einem rumspringen, getröstet, getragen und gekuschelt werden wollen, kann es schon sein, dass Frau dann froh ist, wenn sie keiner berührt! Und du warst ja nicht da, um Luft zu verschaffen! Nun hast du ja wirklich was geändert und evtl machst du dich jetzt dran, deiner Frau auch das Gefühl zu geben, begehrenswert zu sein und nicht NUR ( Gänsefüßchen wollen nicht) Mama
Wenn Liebe da ist, glaub ich, kann auch Leidenschaft neu entfacht werden!
Nehmt euch doch öfter Elternauszeit, ein schönes Dinner, ein Wellness Wochenende , zusammen Dess. kaufen und und und
Auch viele Paartherapeuten bieten 6ualltherapie an!

Wenn ihr euch liebt, findet ihr einen Weg!
Alles Gute


Danke, Wirdschon! Das ist in der Tat ein Grund, vor allem weil wir auch ein "Familienbett" über Jahre hatten...Natürlich will ich ihr das Gefühl verschaffen, begehrenswert zu sein, ich hoffe nur, dass sie das noch zulässt...

11.02.2020 17:27 • x 1 #8


Gast2000


Zitat von Tahaddox:

Danke, Wirdschon! Das ist in der Tat ein Grund, vor allem weil wir auch ein "Familienbett" über Jahre hatten...Natürlich will ich ihr das Gefühl verschaffen, begehrenswert zu sein, ich hoffe nur, dass sie das noch zulässt...

@ Tahaddox, erst einmal willkommen im Forum, auch wenn der Anlass kein guter ist.

Leider hast Du Deine Frau viel zu lange im Stich gelassen und auf ihre Signale nicht reagiert. Das wirkt
abtörnend und mit der Zeit schwinden die Gefühle. Deine Frau sieht und anerkennt jetzt wie Du Dich nun
mühst und in die Ehe und Familie einbringst. Das allein bringt jedoch noch keine, möglicherweise nur
vergrabene, Gefühle zurück. Deine Frau war lange unglücklich, fühlte sich allein gelassen, nicht ver-
standen und ist mit der jetzigen Situation sicher auch sehr unglücklich.

Eine Ehe 2 ist sicher als Ziel eine gute Lösung. Das Problem ist aber wie auf diesen Weg zu kommen
und dann auch erfolgreich zu gehen. Meist wird eine prof. Paartherapie, durchaus mit offenem Ausgang,
empfohlen. Das halte ich auch für richtig, aber allein noch nicht ausreichend.

Wie warst Du früher, was hat Deine Frau an Dir geschätzt und was hast Du anders gemacht und sie hat
sich in Dich verliebt. Aus Verliebtheit ist Liebe entstanden und ihr habt geheirat. Wo ist der Mann geblieben
der das alles in ihr ausgelöst hat? Das Wichtigste wäre jetzt, dass sie diesen Mann wieder in Dir sehen
und fühlen kann. Ich weiß, dass ist sehr schwer. Aber es dürfte Deine einzig reale Chance sein in Verbin-
dung mit einer prof. Paartherapie.

Ich wünsche Dir viel Glück, ein glückliches Händchen und den Mut wieder der Mann zu werden - nicht ge-
spielt das wäre kontraproduktiv - der Du einmal warst. Und ja, nehme sie möglichst mit auf diese Reise.

11.02.2020 20:24 • x 2 #9


Darlena


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Hallo!
Setz doch mal die Zeiten ins Verhältnis. Wie lange hast du deine Frau "alleine gelassen" und wie lange bist du jetzt dabei das zu ändern.
Was genau tust du davon für dich und was tust du wirklich für sie.
Es braucht einfach seine Zeit, bis es wieder heilt und bis es sich verlässlich anfühlt. Vielleicht hast du ja noch etwas Nachholbedarf und bist einfach dran mit geben. Ich hoffe sehr, dass du die Chance dafür bekommst. Vielleicht gelingt es dir ja, da Zuversicht auszustrahlen. Vielleicht kannst du ja mit ganz viel Sicherheit erklären, dass es sich langsam abgebaut hat und langsam wieder aufbaut. Und dann lenkst du immer wieder den Blick auf Gemeinsamkeiten und Zweisamkeit. Viel Erfolg!

11.02.2020 20:59 • x 2 #10


Tuvalu123

Tuvalu123


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Ich möchte nur einen kurzen Anstoß geben. Du beschreibst eure Verbindung, wie eine Seelenpartnerschaft. Das hört sich zuerst schön an, aber auch auf eine Weise, die eben etwas idealisiert, was sich verändert hat. Ihr haltet beide an Eurer ersten Zeit fest, was in schlechten Zeiten stabilisierend wirken kann. Aber wie wäre es, wenn ihr dieses Ideal in die Realität holt und akzeptiert, dass es innerhalb einer Beziehung einen natürlichen Zyklus des aufeinander zu, voneinander weg und wieder aufeinander zu gibt.
Es wird nicht mehr, wie es war, ihr habt euch verändert, ihr habt Kinder. Aber in der Veränderung kann die Kraft liegen die Beziehung auf ein neues Fundament zu stellen.

Dafür braucht es natürlich beide und die Bereitschaft nicht an das anknüpfen zu wollen, was mal war. Sondern etwas Neues daraus entstehen zu lassen. Es gibt verschiedene Formen der Paartherapie falls diese nicht wirklich helfen sollte. Transformationstherapie zum Beispiel.

Deine Frau sollte klar kommunizieren, ob sie bereit ist diese Beziehung neu zu beleben, ob sie sich von alten Denkmustern und Erwartungen lösen kann. Auch ihre S. Bedürfnisse sollte sie für sich klären. Evtl. hilft auch ein Se xualtherapeut.

Möglicherweise hilft es neben der Paartherapie auch eine Einzeltherapie zu machen.

Sind alles nur Ideen. Ich wünsche Euch, dass ihr es schafft.

11.02.2020 21:21 • x 3 #11


Tahaddox


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Zitat von Darlena:
Hallo!
Setz doch mal die Zeiten ins Verhältnis. Wie lange hast du deine Frau "alleine gelassen" und wie lange bist du jetzt dabei das zu ändern.
Was genau tust du davon für dich und was tust du wirklich für sie.
Es braucht einfach seine Zeit, bis es wieder heilt und bis es sich verlässlich anfühlt. Vielleicht hast du ja noch etwas Nachholbedarf und bist einfach dran mit geben. Ich hoffe sehr, dass du die Chance dafür bekommst. Vielleicht gelingt es dir ja, da Zuversicht auszustrahlen. Vielleicht kannst du ja mit ganz viel Sicherheit erklären, dass es sich langsam abgebaut hat und langsam wieder aufbaut. Und dann lenkst du immer wieder den Blick auf Gemeinsamkeiten und Zweisamkeit. Viel Erfolg!


Danke Darlena, das liest sich ermutigend! Ja, das wäre schön, wenn das die Mittel wären..Vielen Dank für Eure ganzen Antworten, aus jedem kann ich viel ziehen für mich! Ich würde auch vieles von dem, was Ihr empfohlen habt, umsetzen, aber folgendes passiert gerade: Ich versuche meiner Frau zu zeigen, dass ich verstanden habe und mich mehr in die Beziehung, die Elternschaft etc. einbringen möchte. Sie sagt dazu jedoch Sätze wie "Ich weiß, die Situation ist sehr schwierig für Dich, aber sei einfach normal!", "Ich kann Dir nichts versprechen, ob und dass sich etwas ändert!", "Hör auf, mich ständig zu bedrängen!", "Schon wieder reden wir nur über dieses Thema!"
Was soll ich tun? Wenn ich versuche, Signale zu senden, erreiche ich genau das Gegenteil?
Danke für Eure Hilfe und LG

12.02.2020 08:11 • x 1 #12


Darlena


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Hat sie denn Recht? Redest du nur? Das ist ja auch gar nicht hilfreich. Es reicht, wenn dein Statement steht. Und dann geht es um Taten.
Unternimm "männliche" Dinge mit den Kindern. Unternimm mit deiner Frau interessante Dinge. Statistiken sagen, dass gemeinsame Aktivitäten eine Beziehung eher stärken als zum Beispiel Essen gehen. Du könntest sie zum Valentinstag zum Bogenschießen einladen und an dem Wochenende etwas mit den Kindern unternehmen. Irgendwie so. Es ist nicht ganz leicht die Grenze zu ziehen. Anbiedern ist natürlich auch nicht das Ziel. Auch deine eigene Attraktivität ist dabei wichtig.
Vielleicht gibt es noch andere Tipps, ich habe nämlich gut reden, ich bin Single und meine Ehe hat es nicht geschafft. Das macht mich nicht zur besten Ratgeberin...

12.02.2020 09:33 • x 2 #13


MissLilly

MissLilly


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Lieber Tahaddox,

ich kann leider nur zu gut nachvollziehen wovon du sprichst und vor allem wie lähmend diese ganzen Gefühle der Ohnmachten und der Hilflosigkeit , für euch BEIDE sind!
Bei uns hat der Zustand der langsamen und kontinuierlichen "Zerstörung" unserer Liebe und der damit verbundenen Leidenschaft, Sicherheit und des Vertrauens ganze 6 Jahre lang angehalten. Bis zu dem Tag an dem ich schlagartig aufhörte die Frau aus Stahl zu sein und mein Mann und ich uns dann tatsächlich authentisch begegnen konnten.
Ich denke daher, dass ich womöglich einige gute und hilfreiche Ratschläge für euch hätte, sofern diese auch zu euren jeweiligen Persönlichkeiten passen.
Da ich aber nur ungern meine eigene Geschichte / Erfahrungen auf andere projiziere und nicht ins Blaue schiessen möchte, gestatte ich mir mal ein paar Fragen, wenn das ok ist ?

Hat deine Frau sich jemals über den hohen Invest in deine berufliche Arbeit beschwert? Wenn ja, wie sah das genau aus ? Hat sie sich sich erst still und dann immer lauter beschwert oder dir irgendwann die Pistole diesbezüglich auf die Brust gesetzt?
Wie kam es dazu, dass du entscheiden hast diesen herben Cut bei deiner Arbeit zu machen und wie hat sie genau darauf reagiert?
Arbeitet sie selbst auch ?

Und falls nicht zu intim:
Wer hat bei euch eher den S. initiiert? Du oder sie?
Und wie hat sie und du auf das Einstellen der S. genau reagiert?
Welche Ergebnisse brachte die Paartherapie auf beiden Seiten und wer hat vorgeschlagen das eine Therapie gemacht wird und die Termine dazu vereinbart ?
Tauscht ihr im Alltag noch kleine Zärtlichkeiten aus? Küsse zur Begrüßung und zum Abschied, zwischendurch kurz in den Arm nehmen oder "ich liebe dich" sagen ?

Sorry, für die vielen Fragen ....

12.02.2020 10:41 • x 3 #14


unbel Leberwurs.


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Zitat von Tahaddox:
Ich versuche meiner Frau zu zeigen, dass ich verstanden habe und mich mehr in die Beziehung, die Elternschaft etc. einbringen möchte. Sie sagt dazu jedoch Sätze wie "Ich weiß, die Situation ist sehr schwierig für Dich, aber sei einfach normal!", "Ich kann Dir nichts versprechen, ob und dass sich etwas ändert!", "Hör auf, mich ständig zu bedrängen!", "Schon wieder reden wir nur über dieses Thema!"
Was soll ich tun? Wenn ich versuche, Signale zu senden, erreiche ich genau das Gegenteil?


Du solltest auf sie hören.

Deine Frau will Dir sagen, dass Du Dein Verhalten nicht mit einer bestimmten Erwartungshaltung verknüpfen solltest.
Du versuchst wahrscheinlich gerade mit Gewalt nachzuholen, was Du in den letzten Jahren versäumt hast.

Einerseits wird sie dem Braten noch nicht trauen, andererseits ist sie sich noch nicht sicher, ob Dein Verhalten wirklich authentisch ist. Ob es wirklich "aus Dir selbst" heraus kommt, weil es Deiner Art und Weise entspricht ("sei einfach normal") oder ob das wilder Aktionismus von Dir ist, um sie nicht zu verlieren.

Deine Bemühungen sind nicht soviel Wert, weil sie jetzt nach langer Zeit erst auf Aufforderung geschehen.

Wenn man seiner Holden zB unerwartet Blumen kauft, wird sie sich freuen.
Hast Du das lange nicht getan, sie macht Dich darauf aufmerksam und Du besorgst ihr sofort welche, wird die Freude nicht wirklich gross sein.
Verstehst Du, wie ich eine?

12.02.2020 11:01 • x 2 #15




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