Zitat von Teko: Wenn ich auf dem Weg bin das zu verzeihen und er sich aber null, null einbringt sondern im Gegenteil auch noch wieder abweisend wird und kühler weil er in seinem Liebeskummer versinkt und mich gar nicht teilhaben lässt dann ist es noch schwieriger.
Das ist doch genau der Punkt, warum das gestern so ein Druchbruch war.
Er hat dich, ja auf dein Drängen hin, und ja, nur für einen Moment, vorerst, an seinem Liebeskummer teilhaben lassen.
Ich sehe 2 Punkte, warum du das wahrscheinlich nicht als Druchbruch sehen kannst:
1. Du hast gehört, dass er zweifelt. Was widerum dir alle deine Zweifel und Unsicherheiten bestätigt hat.
Hier wäre meine Frage: Hat er wirklich gesagt, dass er Zweifel hat?
Bzw. hast du ihn gefrag, ob das bedeutet, dass er Zweifel hat? Letztlich hat er ja einen ganzen Tag damit verbracht, dir zu sagen, dass er nicht zweifelt, vielleich war das für ihn zu dem Zeitpunkt eindeutig?
Und zweitens, das mit der Grenze, und warum ausgerechnet da...
Du meintest, für dich sei die Grenze erreicht, wenn sie weiterhin eine Rolle spielt. Den Hinweis, dass es gar nicht anders sein kann, als dass sie noch eine Rolle spielt, hast du zu dem Zeitpunkt nicht wirklich an dich herangelassen. Veilleicht wäre es an der Zeit, sich genau darüber nochmal Gedanken zu machen.
Und sorry, es gehört halt auch zur Wahrheit. Ich glaube dir, dass du in der Situation wesentlich diplomatischer und versöhnlicher warst als hier.
Trotzdem war zumindest der Schnipsel: "Dann kannst du jetzt gleich zu ihr fahren!" und der folgende Dialog suboptimal.
Ja, es ist wichtig, dass du dich mit deinen Emotionen zeigst, und nein, du musst nicht schlucken und bequem für ihn sein.
Sagt dir der Begriff "Schiebetürmoment" etwas?
Das sind Momente, wo einer von beiden plötzlich bereit ist, die Tür zu seinem inneren aufzumachen. Keiner von uns schafft das 24/7, und in diesen Momenten zeigen wir uns ganz ehrlich und verletzlich.
Das sind Momente, wo Kommunikation plötzlich auf einer ganz anderen Ebene möglich wird.
Ich halte es für wirklich essentiell wichtig, diese Schiebetürmomente zu nutzen.
Mögliche authentische Reaktionen, ohne bequem zu sein, und trotzdem im Dialog bleiben:
"Ich in gerade total eifersüchtig, wenn du mehr Liebeskummer wegen ihr hast, als wegen mir. Ich fühle mich so zweite Wahl!"
"Ich bin total froh, dass du dich öffnest, aber es ist so mühlsam und furstrierend, dass ich dafür tage und wochenlang betteln musste!"
"Ich habe Angst, dass du schon morgen wieder zumachst, und wieder nicht mehr erreichbar für mich bist!"
"Wenn du sagst, dass du die Situation auf der Arbeit kaum aushältst, dann kriege ich Angst, dass du dich doch gegen uns entscheidest!"
"Es ist so wichtig, dass du dich öffnest, aber ich kann mit dem, was ich höre, kaum umgehen. Genau deshalb brauchen wir jemand professionellen am Tisch. Ich bin mit Therpeut x in Kontakt. Kommst du mit?"
"Wenn du sagst, du kannst es auf Arbeit kaum aushalten, wie ist dann deine Perspektive? Denkst du das wird besser? Oder denkst du doch über einen Arbeistplatzwechsel nach?"