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Eifersucht und Misstrauen als Basis

Ray77

Ray77
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Ich bin seit knapp 2 Jahren mit meiner Freundin zusammen. Wir sind beide 49 Jahre alt und entsprechend lebenserfahren. Beide hatten wir natürlich schon Beziehungen, in beiden Fällen sind sie vor unserem Kennenlernen (offensichtlich) gescheitert. Aus ganz verschiedenen Gründen.

Meine Freundin bringt durch ihre Erfahrungen ein grundsätzliches Misstrauen und eine relativ deutlich spürbare Eifersucht mit in die Beziehung. Beides Themen, die für mich eigentlich red flags sind.
Zusätzlich hat sie ein Problem mit ihrem Selbstwertgefühl und wertet sich selbst ab, auch optisch im Vergleich zu meinen Ex-Freundinnen. Egal wie sehr ich ihr vermittle dass ich auf sie stehe und die Ex-Freundinnen völlig irrelevant sind - sie kann das nicht annehmen und glaubt, sie wäre nicht "gut genug".
Ich habe das Glück, dass mich Themen aus der Vergangenheit in der Gegenwart nicht besonders einschränken. Ich vertraue immer wieder aufs Neue (und kann dadurch natürlich enttäuscht werden, aber das nehme ich in Kauf), kenne Eifersucht überhaupt nicht und finde, dass selbst das kleinste bisschen davon immer irgendeinen ungesunden, toxischen Hintergrund hat und bei einer vertrauensvollen, guten Beziehung keinen Platz haben sollte. Außerdem bin ich generell mit mir im Reinen, fühle mich in meiner Haut wohl und habe deswegen einfach kein Thema mit Vergleichen, anderen Männern, Ex-Partnern oder sonstwas. Ich lebe im hier und jetzt, bin happy mit meinem Leben und möchte, dass eine Beziehung einfach eine Bereicherung in meinem Leben ist.

Obwohl ich aus den genannten Gründen von Beginn an befürchtete, es könnte sein dass das absolut keine Zukunft hat, wollte ich diese tolle Frau - die sehr viel Liebe und Aufmerksamkeit zu geben hat und mich auf anderer Ebene sehr erreicht - unbedingt kennenlernen und dem Ganzen eine Chance geben.

Aktueller Stand ist: die Themen brechen bis heute immer wieder durch, und wir haben bis heute keine Ebene gefunden, wie ihr (aus meiner Sicht toxisches und ungesundes) Verhalten von mir auf gesunde und vernünftige Weise abgefangen werden kann, so dass sie sich in unserer Beziehung wohl und sicher fühlt.
Bis heute kann jegliches Verhalten meinerseits, welches ich als normal empfinde, in ihr weitere Unsicherheiten auslösen. Dies ist immer verbunden mit dem Wunsch, dass ich mein Verhalten in der Zukunft so anpasse, dass es ihr damit gut geht. Das widerstrebt mir meistens, weil ich die damit einhergehenden unterschwelligen Andeutungen, ich sei nicht ehrlich oder es würde ihrem Vertrauen nicht gerade zuträglich sein wenn ich dies oder jenes tun oder nicht tun würde, als sehr belastend und unfair empfinde.

Beispiele, damit nachvollziehbar wird was gemeint ist (völlig random, nicht chronologisch und thematisch ungeordnet):

- Ich schaue als Beifahrer gedankenverloren in der Gegend herum, ohne besonderen Fokus auf irgendwas. Sie sagt nach 10 MInuten: merkst Du eigentlich, dass Du die ganze Zeit den Frauen draußen hinterherschaust?
- Ich setze mich auf der Terrasse eines Restaurants gern mal leicht versetzt neben sie - ebenfalls um die Umgebung und die Leute zu betrachten. Sie wirft mir vor, ich würde sie nicht beachten.
- Wir verbringen einen Abend mit Freunden, sitzen nebeneinander und den Freunden (ebenfalls ein Paar) gegenüber. Ich streichle sie immer mal wieder, schaue sie immer mal wieder verliebt an, küsse ihre Stirn. Sie sagt irgendwann: merkst Du eigentlich, dass Du mich völlig ignorierst? Die beiden da sind viel enger als wir, er hat ständig seine Hand auf ihrem Bein, das machst Du nicht.
- Wir machen Urlaub am Strand, sie läuft aus der Brandung auf mich zu, sieht mit dem von hinten fallenden Licht fast aus wie ein anziehend Bondgirl. Ich sage ihr das, mache ihr ein Kompliment wie schön sie gerade ist. Sie versteht: ach, Du meinst Halle Berry? Die mit den schönen Brüsten? Vielen Dank dass Du mich darauf aufmerksam machst, dass meine Brüste Dir zu klein sind.
- Wir streiten uns über Vertrauen und was ich zuletzt alles getan hätte um ihr Vertrauen nicht zu verdienen. Sie stellt ohne jeglichen Grund in den Raum: sie wisse ja nicht, ob und wenn ja wie ich mit anderen Frauen über sie sprechen würde. Sie sei nicht sicher, ob ich ihr gegenüber Komplimente machen würde, aber anderen Frauen erzählen würde wie schlecht alles mit ihr sei. Mir fiel in dem Zusammenhang nur ein dass ich vor Monaten mal eine kurze Konversation mit einer Bekanntschaft von mir hatte und dabei (für mich selbstverständlich) kein böses Wort über sie gesagt, sondern sie im Gegenteil fast zu sehr auf den Thron gehoben hätte - sie sei eine starke und tolle Frau, alles wäre schön, das Kennenlernen eine Freude. Ich bot ihr an, den Chat gern lesen zu dürfen. Sie lehnte ab. Monate später erinnerte sie sich daran und forderte plötzlich: zeig mir doch mal den Chat. Diese von mir als sehr aggressiv empfundene, mehrfach wiederholte Forderung und die Dynamik in der wir uns gerade wieder befanden (sie stellte unmissverständlich fest: wenn Du ihn mir nicht jetzt sofort zeigst, vertraue ich Dir wieder weniger. Ich spürte, dass sich in mir alles zusammenzog, weil ich wusste: das darf so nicht sein, ich bin keine Erklärung oder Rechenschaft schuldig) führte wieder zu einem Bruch. Ich sprang über meinen Schatten und schickte ihr 10 Minuten später (und mit keinem guten Gefühl) Screenshots des Chats. Sie las ihn nicht mal, sondern stellte sofort fest: Du hast nur Screenshots geschickt. Vielleicht hast Du ja inzwischen was gelöscht.
- Ich habe längere Zeit nicht mein Profilbild bei Social Media geändert. Das wurde als Beleg dafür empfunden, dass ich was zu verbergen hätte, weil ich offensichtlich der Welt nicht mitteilen wollte, ich sei mit ihr in einer Beziehung.
- Ich hatte eine alte Plastik-Haarbürste von einer meiner Ex-Freundinnen noch irgendwo rumliegen. Als ich sie nach Aufforderung nicht sofort entsorgte (aus dem gleichen Grund wie so oft - nicht wegen der Bürste, sondern wegen dem was sie daraus macht), war das für sie der ultimative Beleg dass ich noch Gefühle für meine Exfreundin hätte.
Und so weiter und so fort.

Die größte Herausforderung liegt für mich darun, dass sie darum ringt, ihre aus meiner Sicht sehr ungesunde Basis, die sie in die Beziehung mirbringt, als normal und "einfach nur ihr Gefühl" zu beschreiben, und die von ihr geforderten Aktionen und Reaktionen meinerseits als "selbstverständlich" bezeichnet. Jeder Mann würde das tun, das sei doch wohl klar, und wenn ich das nicht automatisch alles selbst täte und verstünde, sei ich nicht empathisch, egoistisch, narzisstisch und was nicht alles.

Nach einem vor Kurzem beendeten Urlaub, der eine Katastrophe war, habe ich nun einen Cut gemacht und gesagt, ich muss aus dieser Dynamik raus und es wird nur eine Chance geben, wenn bei einem von uns wirklich ein Schalter umgelegt wird. So wie bisher geht es nicht weiter.
Damit meine ich: entweder ich stelle in der Reflektionszeit die ich mir gerade nehme fest, dass sie mit allem Recht hat, ich sie die letzten 2 Jahre unfassbar schlecht behandelt habe, und alles ändern muss. Oder sie stellt fest, dass ihre Themen aus der Vergangenheit unsere Probleme der Gegenwart befeuern, und es diese ohne sie gar nicht gäbe.

Spoiler: ich fürchte, ich bin bisher nicht auf dem Weg, dass mein Verhalten ihr objektiv betrachtet tatsächlich Grund zu Misstrauen, Eifersucht und Verletzungen gegegeben hätte - im Gegenteil. Aber ich kann an ihrer subjektiven Wahrnehmung und ihrer eigenen gefühlten Realität leider auch nichts ändern.

Ich bin mir nicht sicher, ob das eine Zukunft hat. Sie ringt darum, weil sie emotional an uns hängt. Ich schätze ebenfalls die schönen Momente die wir zweifellos hatten und die uns auf anderer Ebene verbinden. Aber aktuell muss ich meinen Kopf kurz die Kontrolle übernehmen lassen und vernünftig sein, weil ich sonst daran zerbreche. Das habe ich zuletzt sehr deutlich gespürt. Deshalb ist "Weitermachen wie bisher" für mich keine Option.

Würde mich freuen, wenn Ihr mal aus Eurer Sicht oder Erfahrung was dazu sagen könntet.

#1


E
Wer in dem Alter nicht geschafft, Selbstbewusstsein aufzubauen und dies auf dem Rücken von anderen austragen tit, der kenn keine gesunde Beziehung führen. Ich würde mir das nicht antun.

x 8 #2


A


Eifersucht und Misstrauen als Basis

x 3


FoolishHeart
@Ray77 Wenn die Situation so ist wie du sie beschreibst, kennst die Antwort auf deine Frage...

x 3 #3


Ray77
@FoolishHeart Danke für Deine Sichtweise. Ich versuche halt herauszufinden, ob ich vielleicht doch "mehr" hätte tun können. Sie schafft es, mich in die Reflektion darüber zu bringen ob vielleicht MEINE Sichtweise auf die Basis einer Beziehung ungesund oder unnormal ist. Dass ich z.B. Eifersucht als in jeder Hinsicht toxisch und ungesund betrachte, findet sie übertrieben und sagt, ích wäre da viel zu extrem und eigentlich wäre ich derjenige, der hier das "Problem" hat. Motto: mach Dich doch einfach mal locker und sieh es nicht so eng, dann hätten wir keine Probleme.
Da ich ein reflektierter Mensch sein möchte und nicht einfach "*beep*" brülle - auch wenn ich im ersten Moment nicht zustimme - gehe in diese Reflektion und nehme den Impuls auf jeden Fall ernst. Ich erweitere ständig meinen Horizont und überlege mir, an welcher Stelle ich Dinge anders oder besser machen kann. Nicht übertrieben, nicht im Sinne von: ich möchte es allen Recht machen. Sondern nur in einem für mich gesunden und sinnvollen Maß, im Sinne von: ich halte mich nicht für perfekt, nicht für das Zentrum des Universums, habe meine Fehler und Macken - also darf ich gern im richtigen Maß auch weiter an mir arbeiten.

Das ist der Grund, warum ich für mich noch keine endgültige antwort gefunden hatte.

x 1 #4


A
@Ray77 deine Überschrift allein ist schon aussagekräftig genug. Ich kann mich den Vorrednern nur anschließen.

x 2 #5


FoolishHeart
Zitat von Ray77:
Dass ich z.B. Eifersucht als in jeder Hinsicht toxisch und ungesund betrachte, findet sie übertrieben und sagt, ích wäre da viel zu extrem und eigentlich wäre ich derjenige, der hier das "Problem" hat. Motto: mach Dich doch einfach mal locker und sieh es nicht so eng, dann hätten wir keine Probleme.

Klassische Schuldumkehr.
Das es in Beziehungen mal zur Eifersucht kommt, ist nicht ungewöhnlich. Aber eine so extreme Eifersucht, die dann auch noch durch Schuldumkehr verteidigt wird... Insbesondere dann, wenn beim Partner keine Eifersucht herrscht. (Mag allerdings sein, dass ich bei dem Thema nicht objektiv bin. Denn ich denke in punkto Eifersucht ähnlich wie du.)

Zitat von Ray77:
Das ist der Grund, warum ich für mich noch keine endgültige antwort gefunden hatte.


Aus meiner Sicht gibt es nur eine Antwort. Und ich denke, du kennst sie...

x 1 #6


Dear_Steve
Zitat von Ray77:
Ich habe das Glück, dass mich Themen aus der Vergangenheit in der Gegenwart nicht besonders einschränken. Ich vertraue immer wieder aufs Neue (und kann dadurch natürlich enttäuscht werden, aber das nehme ich in Kauf), kenne Eifersucht überhaupt nicht und finde, dass selbst das kleinste bisschen davon immer irgendeinen ungesunden, toxischen Hintergrund hat und bei einer vertrauensvollen, guten Beziehung keinen Platz haben sollte. Außerdem bin ich generell mit mir im Reinen, fühle mich in meiner Haut wohl und habe deswegen einfach kein Thema mit Vergleichen, anderen Männern, Ex-Partnern oder sonstwas. Ich lebe im hier und jetzt, bin happy mit meinem Leben und möchte, dass eine Beziehung einfach eine Bereicherung in meinem Leben ist.

Hallo Ray. Bei deiner Partnerin scheint leider genau das Gegenteil der Fall zu sein. Und Du darfst das jetzt "ausbaden"... 🙁 Schwierig einen so "vorbelasteten" und "geprägten" Menschen richtig gegenüber zutreten und immer bedacht darauf zu sein, nichts Falsches zu sagen bzw. falsch zu handeln. Da ist jede Erklärung von Deiner Seite aus für sie immer nur eine Ausrede oder Relativierung.
Da hilft nur ein klares und deutliches Gespräch mit ihr, dass das so für dich nicht mehr tragbar ist.
Erfahrungsgemäß... Szenario 1: sie gibt Dir für Alles die Schuld und ergreift dann die "Flucht".
Szenario 2: Sie sieht erstmal die Fehler ein (gelobt auch Besserung)... bei der nächsten (für sie unangenehmen) Situation hält sie Dir genau das wieder vor und fällt in alte "Verhaltensmuster" zurück..

x 4 #7


T
@Ray77
Puh, mein Lieber… Dein Text trifft mich mitten in die Magengrube. Auch wenn ich gerade eine ganz andere Trennung verarbeite, kann ich dir aus meiner Perspekive nur einen dringenden Rat geben: Lauf, so lange du noch Reste deiner eigenen Identität hast!

Ihr Gehirn polt jedes ehrliche Lob in Kritik um, und deine Offenheit beim Chat wird sofort als Betrug geframed. Das ist Gaslighting. Sie verdreht deine gesunde Realität so lange, bis du an dir selbst zweifelst.

Die harte Wahrheit von Mann zu Mann: Du kannst das schwarze Loch in ihrer Seele nicht füllen. Niemals. Es gibt kein Verhalten deinerseits, das groß genug ist, um ihre tiefen Komplexe zu heilen. Wenn du bleibst, wirst du deine eigene Gesundheit opfern. In unserem Alter legt niemand mehr einfach so den Schalter um. Das ist eine Illusion.

Zieh den Cut jetzt konsequent durch und halte die Kontaktsperre... Geh nicht mehr auf Diskussionen ein und rechtfertige dich nicht für Dich... Du bist ein optimistischer Mann, der mit sich im Reinen ist. Schütz deine Leichtigkeit. Eine Beziehung muss eine Bereicherung sein, kein emotionales Minenfeld.

Bleib stark, zieh die Reißleine!

Verliere Dich nicht so wie ich mich verloren habe - ich suche mich noch...

x 11 #8


S
Furchtbar! Da kriegt man ja beim Lesen schon Beklemmungsgefühle. Ich würde die Beziehung schleunigst beenden an deiner Stelle. Du bist nicht ihr Ritter, Retter oder Therapeut und auch nicht für die Heilung ihrer Traumata verantwortlich. Lehne diese Verantwortung ab, die sie dir überstülpen will und die überhaupt nicht deine ist. Und der du ohnehin niemals gerecht werden könntest, was aber, wie gesagt, überhaupt nicht deine Aufgabe ist.

x 2 #9


HappyMike
@Ray77

Servus!

Hier eine weitere Stimme für "geh, genieße Dein Leben, aber nicht mit dieser Frau".

Sorry.
Alles Gute!

x 3 #10


Ray77
@TaNF Vielen lieben Dank auch für Deine Worte.
Es ist sehr traurig, dass meine Befürchtungen hier momenten sehr klar bestätigt werden. Ich hatte vielleicht insgeheim gehofft dass irgendwer ähnliches erlebt und einen Ausweg für die beziehung gefunden hat. Aber mein Gefühl ist halt genau so wie Du es beschreibt. Du verwendest sogar gleiche Begriffe - ich habe ihr gegenüber schon oft den Vergleich mit dem sprichwörtlichen Minenfeld gezogen, auf dem ich mich bei ihr quasi ständig bewege.... Das ist also alles längst ausgesprochen und oft genug wiederholt. Aber ich spüre, dass sie weit davon entfernt zu sein scheint, eine echte und wahrhaftige Erkenntnis zu erlangen. Und ja, ich bin inzwischen trotz aller Selbstkritik so weit für mich sagen zu können: so geht es nicht weiter. Ich habe inzwischen sehr klar zum Ausdruck gebracht, dass es bei dieser Sache eben nicht nur um sie und ihre Gefühle geht, sondern dass meine Gefühle das gleiche Recht haben zu existieren. Und dass, wenn ich mich mit etwas zutiefst unwohl fühle, ich dieses Gefühl genauso haben darf wie sie ihre.

Ihre Aussagen gehen immer in die gleiche Richtung: Sie hätte halt schon oft dieses "Bauchgefühl" gehabt, und das hätte sie noch nie getäuscht. Dies nimmt sie oft als Rechtfertigung für ihr Verhalten und ihre unterschwelligen oder direkten Vorwürfe, ich sei nicht ehrlich.

x 2 #11


Dear_Steve
Zitat von Ray77:
eigentlich wäre ich derjenige, der hier das "Problem" hat. Motto: mach Dich doch einfach mal locker und sieh es nicht so eng, dann hätten wir keine Probleme.

Genau solche Aussagen... und auch andere von Dir erwähnte Verhaltensmuster von ihr... Da schwingt einiges an narzisstischen Verhalten mit. Das macht die Sache nur noch trauriger... weil solchen Menschen kannst Du einfach nicht "helfen" und schon gar keine harmonische und normale Beziehung führen. ... das geht dann vielleicht mal eine Zeit lang gut. Aber irgendwann bricht der Narzisst wieder durch. Und am Ende hockst Du da und denkst "Du bist derjenige, der nicht normal ist". Das ist das was die wollen.

x 2 #12


T
@Ray77
Danke dir für deine ehrlichen Worte. Es tut weh zu sehen, dass wir exakt dieselben Bilder wie das „Minenfeld“ im Kopf haben. Das zeigt mir einfach, dass ich mit diesem Gefühl nicht allein bin.

Das mit ihrem unfehlbaren „Bauchgefühl“ kenne ich... Es ist traurig, weil es als Totschlagargument genutzt wird. Gegen ein „Gefühl“ kann man rational nicht argumentieren, es wird zur absoluten Wahrheit gemacht, und man selbst hat als Partner keine Chance mehr, gehört zu werden.

Es ist ein riesiger Schritt, dass du jetzt so klar sagst: Deine Gefühle und Grenzen zählen genauso viel wie ihre. Du hast alles versucht und bist über deinen Schatten gesprungen. Mehr konntest du nicht tun.

Ich wünsche dir von Herzen die Kraft, jetzt gut auf dich aufzupassen und deine Leichtigkeit zurückzugewinnen.

x 2 #13


St_Jappi
@Ray77
Ich kann gut verstehen, dass du dich in dieser Beziehung zunehmend eingeengt und permanent unter Verdacht fühlst. Einige deiner Beispiele wirken tatsächlich so, als könne deine Freundin selbst völlig neutrale Situationen kaum noch neutral wahrnehmen.
Was mir beim Lesen aber auch auffällt: Du beschreibst dich sehr stark als den emotional gesunden, reflektierten Menschen und sie als diejenige mit den toxischen Problemen. Vielleicht stimmt vieles davon – aber genau diese sehr klare Rollenverteilung würde ich trotzdem hinterfragen.
Gefühle sind nicht automatisch „toxisch“, nur weil sie irrational sind. Eifersucht und Unsicherheit können durchaus aus alten Verletzungen kommen. Entscheidend ist eher, was man daraus macht. Und wenn daraus Kontrolle, Forderungen und ständige Verdächtigungen werden, wird es für den Partner tatsächlich sehr belastend.
Ich glaube aber nicht, dass die Lösung darin liegt, dass einer von euch komplett Recht haben muss und der andere einen „Schalter umlegt“. Wenn ihr nach zwei Jahren immer noch in derselben Dynamik steckt, müsste sich grundlegend etwas verändern – wahrscheinlich auf beiden Seiten. Sie müsste Verantwortung für ihre Ängste übernehmen, du aber vielleicht auch akzeptieren, dass Vertrauen nicht dadurch entsteht, dass man dem anderen erklärt, seine Gefühle seien ungesund.
So wie du es schilderst, klingt eure Beziehung momentan allerdings für euch beide ziemlich erschöpfend. Und manchmal reicht Liebe eben nicht, wenn zwei Menschen dauerhaft aneinander vorbeireagieren.

x 7 #14


Hola15
Oh jee, auch ich bekomme Beklemmungen und hab mich richtig gefreut, als ich las, du hast die Trennung eingeläutet.

Das ist ein Fass ohne Boden und wer will schon ständig auf Eierschalen laufen.
Du scheinst mir zugewandt und offen in der Kommunikation und Auseinandersetzung. Mehr geht nicht.

Das sind ihre Affen, ihr Zirkus

x 4 #15


A


x 4