Sim
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Ich bin 21 Student und bin seit etwas über einem Jahr in einer Beziehung. Als Hintergrund möchte ich euch anvertrauen, dass ich Suizidgedanken hatte, in der Zeit den ich "Anfang" nenne. Das lag zum einen an dem Tod 2er Familienangehöriger in kurzer Folge, als auch an einem Streit der mich den Freundeskreis fast gänzlich gekostet hat.
Der Anfang:
Das Alles hat so angefangen, das ich nach meinem FÖJ am ersten Tag meines Studiums eine wirklich interessante Frau kennen gelernt habe. Wir waren uns von Anfang an sympathisch und haben uns schnell zu einem ersten Treffen entschlossen. Dort hat mir meine jetzige Freundin die Hand gegeben und mich nach einem sehr schönen Tag einfachüberraschend geküsst. Daraufhin habe ich Panik bekommen, schweißausbrüche, ich war aufgeregt, es war als ob mir jemand den Boden unter den Füßen weggezogen hätte. Keine Schmetterlinge.
Da wir uns gerade verabschiedet hatten und ich abgeholt wurde, konnte ich einfach in da Auto meiner Freundin (keine Beziehung, nur ein weiblicher Freund, nennen wir sie Kim) steigen, sie war gerade arbeiten gewesen und hatte angeboten mich mitzunehmen wenn ich bis 19 Uhr noch nicht im Zug sitze. Habe mit ihr geredet und sie hat mir geraten ich solle ehrlich sein, zu der Person die mir ihre Gefühle aufdrängt. Beim zweiten Treffen wollte diese Person bereits mehr und . ich habe eingewilligt, auch wenn ich ziemlich verunsichert war. Das war eine ganz neue Welt für mich. Wir sind im Anschluss zusammengekommen. Ich habe also den Rat von Kim ignoriert offen bezüglich meiner Gefühle zu sein. Mit der Zeit habe ich mich dann in sie verliebt und konnte mir nichts schöneres vorstellen, als mit ihr Zeit zu verbringen. Ich habe einer Beziehung eine Chance gegeben und es schien zu funktionieren.
Zwischenereignisse/Probleme:
Wann immer ich mit jemandem rede der weiblich ist oder der meiner aktuellen Freundin nicht gefällt, wird sie depremiert oder sauer. Sobald ich etwas mit Anderen unternehmen möchte ist das genauso oder mich eben mit Kim treffen möchte. Sie hat mir immer wieder klar gemacht, dass sie Sport nicht mag, nicht gerne in Menschenmassen unterwegs ist. Sie antwortet immer mit: Ist egal. Will ich nicht drüber reden. Das weißt Du genau. So ist es meistens wenn ihr etwas nicht passt. Sie lässt öfter ihre Launen an mir aus.
Nun zu dem eigentlichen Thema/Problem:
Ich versuche immer nachsichtig zu sein, immer der fröhliche, glückliche Freund. Aber das fällt mir immer schwerer. Es fühlt sich an, als würde mir die Energie abgesaugt werden. Es zieht mich runter, dass trotzdem ich all ihre Erwartungen zu erfüllen versuche , sie oft unzufrieden scheint. Sie wurde von ihren Eltern sehr verwöhnt, vielleicht liegt es daran. Was den Sport angeht, so ist das eigentlich sehr wichtig für mich. Ich habe bis zum Anfang des Studiums also circa 5 Jahre Leistungssport gemacht. Die Bewegung fehlt mir. Ein gesundes soziales Umfeld fehlt mir. Aber ich habe durch das Depressionsloch und einer Verletzung des Gelenkknorpels komplett aufgehört. Ein zurück in die alten Vereine ist durch das Freundeskreisproblem nicht möglich, auch wenn ich mittlerweile wieder einigermaßen heile bin.
Warum bin ich dann mit ihr zusammen?
Weil ich etwas empfinde, aber mir nicht ganz sicher bin wie viel Liebe das ist. Weil sie unheimlich süß sein kann und eigentlich eine liebe Frau ist. Sie gibt mir oft das Gefühl geborgen zu sein. Weil ich ein schlechtes Gewissen habe. Und sie doch irgendwo liebe. Wir mögen beide ähnliche Sachen was das Entertainment angeht, nur die Genres sind verschieden. Wir sind ein bisschen nerdig und das ist toll. Spielen zusammen
. aber?!
Aber im Moment liege ich oft wach, fühle mich schlecht. Weil ich kein Durchsetzungvermögen habe. Weil ich diese Beziehung nicht dadurch gefährden will, dass ich tue was ich will, obwohl ich dabei langfristig unglücklich werde. Ich bin treu, versuche ein meine Bedürfnisse zu ignorieren und gebe das Geld was ich habe für gemeinsame Aktivitäten oder Konsumgüter aus. Ich habe ziemlich zugenommen, weil ich den Frust in mich hineinfresse. Sie sagt immer, das noch niemand so "lieb" zu ihr gewesen ist und mir erzählt, dass sie vorher von ihren Freunden nur benutzt wurde. Mich beschleicht das Gefühl auch, dass ich benutzt werde, vielleicht ohne böse Absicht. Vielleicht liebt sie mich wirklich. Trotzdem beschleicht mich das Gefühl, dass sie mich unter Kontrolle halten will, fern von Freunden und sozialen Kontakten. Als ich mit ihr darüber geredet habe, hat sie gestanden, dass sie Sorge hegt ich könne mich in eine andere Frau vergucken. Obwohl ich ihr wiederholt sage, dass ich sie will, ihr Komplimente mache, ihr sage was ich an ihr attraktiv finde. Ich will eigentlich niemanden als sie. Ich weiß, dass Nichts und Niemand mich abhalten kann, zu tun was ich möchte. Aber immer wenn ich diese Entscheidung vor mir sehe muss ich an ihre Gefühle denken. Ich möchte nicht das sie traurig ist, ich will sie einfach nur glücklich machen und mit ihr die Welt erobern. Rausgehen, sozial aktiv sein. Egal was für ein Wetter ist. Stattdessen sitzen wir bei Regen oder ein paar Wolken drinnen, "ruhen uns aus", essen Müll (Süßkram) und konsumieren langweilige Netflix Serien. Ich empfinde mich eigentlich als Mensch mit Tatendrang, würde gerne Bouldern gehen oder mit ihr Sport machen, aber das mag sie alles nicht. Nur Yoga hat sie bisher interessiert. Das reizt mich aber nur wenig; es ist besser als nichts. Vielleicht kennt ihr das Gefühl euch richtig ausgepowert zu haben, glücklich und erschöpft aufs Bett zu fallen nach dem Duschen und einfach entspannen zu können, um dann einzuschlafen. Das fehlt. Ich habe nie Teamsport gemacht, aber auch wenn man nicht im Team ist, macht es doch Spaß sich gemeinsam zu völlig auszupowern. Anstatt dieses Gefühl zu haben, bin ich immer besorgt, wegen meinem Studium, der Beziehung, habe nichts mehr was ich wirklich gerne tue im Leben. Ich brauche vielleicht einfach wieder etwas, bei dem ich abschalten kann, etwas das ich wirklich will und soziale Kontakte. Filme, Serien und Spaziergänge sind toll, aber irgendwie ist das als ob man bei einem Kuchen nur die Glasur isst. Man wird dick und unglücklich.
Nun bin ich ratlos, wenn ich einfach wieder Sport mache könnte ich sie damit anstecken. Wenn ich mehr Dinge einfach mache, auf die ich Lust habe, findet sie vielleicht auch Gefallen daran. Wenn ich einfach Leute treffe und ihr anbiete, dass sie mitkommen kann um neue Leute kennenzulernen würde sie vielleicht angespornt sein mitzukommen. Doch ich traue mich nicht. Zeit für mich habe ich fast kaum. Entweder ich bin im Automatikmodus als fröhlicher Freund, lerne oder bin einfach nur erschöpft. Ich fühle mich ersetzbar und habe nicht mehr viel Selbstvertrauen. Denn egal ob man alle Freunde verliert, Angehörige sterben oder eine 4 jahre lange Beziehung in die Brüche geht, die Welt dreht sich weiter, alle gehen weiter, nur ich bin stehen geblieben und schaue jenen nach die mich hinter sich gelassen haben, während sie sich immer weiter entfernen.
Vielleicht hat einer von Euch einen Rat, wie man seine eigenen Bedürfnisse in einer Beziehung befriedigt, in der der Partner ängstlich ist und vielleicht sogar versucht einen zu kontrollieren. Vielleicht hat sogar jemand einen Tipp wie man sich selbst wieder ins Leben zurückbringt, anstatt stehen zu bleiben und den 3 genannten Dingen sehnsuchtsvoll hinterherzublicken. Es ist alles aufeinmal passiert und jetzt ist es einfach weg. Ich habe mich stark genug gefühlt eine Beziehung einzugehen, dem ganzen eine Chance zu geben. Aber ich kann nicht gleichzeitig gegen das Gefühl der Sinnlosigkeit ankämpfen und gleichzeitig den glücklichen Freund und Sohn mimen. Wäre es nur die Sinnlosigkeit würde ich es schaffen. Das was meine Freundin mir und ich mir durch meine fehlende Durchsetzungskraft selbst verweigere; soziale Kontakte und ein Hobby das einem einfach Spaß macht, wären in meinen Augen, genau das was mir fehlt. Ich brauche nur einen Anstoß, einen Grund das ich mir in den Ar. treten kann, dann habe ich die Steigung bezwungen und mache was wichtig wäre, nur hält mich einiges zurück. Danke fürs eure Geduld beim Lesen.
Liebe Grüße und Gute Nacht
Simon