einmalzwei
Gast
Ich war nie der Mensch, der viele Freunde hatte, hab mich immer eher zurückgezogen und wir hatten immer uns beide. Als wir umgezogen sind, hat er einen Job im Außendienst bekommen, der mehr als gut bezahlt wird. Den brauchten wir auch, da ich mich für eine zweite Ausbildung entschlossen habe und er damit einverstanden war, weitere 3 Jahre für mich aufzukommen.
Er ist der liebste Mensch der Welt. Wenn ich ihn brauche, ist er da. Er geht immer ans Telefon. Hat noch nie Kosten und Mühen gescheut um mich glücklich zu machen. Unter der Woche ist er seit gut 2 Jahren immer nur freitags und am Wochenende zuhause. Ich hab gleichzeitig in der neuen Ausbildung zwei Freundinnen gefunden mit denen ich auch öfter weggegangen bin, wenn mein Freund nicht zu Hause war.
Teilweise war es so schlimm dass er 6 Wochen am Stück nur sonntags Zeit für mich hatte, da im Garten meist viel zutun war. Wir lebten zu dem Zeitpunkt im Haus meiner Eltern.
Ich hab dann den größten Fehler meines Lebens begangen. Ich hab mich allein gefühlt, war oft einsam unter der Woche. Durch das Zusammenleben mit meinen Eltern, hat meine Mutter natürlich "Ihren" Haushalt allein machen wollen, ich hatte außer meiner Ausbildung nicht viel zutun, wo ich vorher einen eigenen Haushalt führen musste und wollte.
Ich lernte beim Weggehen mit meinen Freundinnen jemanden kennen, der mir Aufmerksamkeit schenkte, mir Komplimente machte, mir ein Gefühl von Wertschätzung entgegenbrachte.
Im Nachhinen mache ich meinem Freund keinen Vorwurf daraus - er war in einem neuen Job, viel zu Lernen, viel zu Sehen und viel zu Reisen. Er hatte einfach keinen Kopf für unser Liebesleben, dass irgendwie dahingraute. Auch vieles Reden brachte uns nie weiter, ich wollte ihn nicht noch mehr stressen als nötig und hab mich dann zurückgehalten.
Jetzt gerade (das Ganze ist 3 Monate her, ca.) frisst mich mein schlechtes Gewissen, mir laufen die Tränen, ich komme damit nicht zurecht.
Ich habe einige Wochen ein Doppelleben geführt, war komplett losgelöst und dämlich wie man nur sein kann. Es war nur Sex. 2 Mal. Danach kam der Sturz und ich wusste, das geht so nicht weiter. Ich musste raus aus dem Haus meiner Eltern und etwas musste mit der Beziehung passieren wenn wir uns nicht verlieren sollten. Und er hatte das nicht verdient, er hat mich nicht verdient.
Wir redeten über das was geschehen war. Dass ich mich von jemandem hab einlullen lassen und dass ich mich zu ihm hingezogen fühlte. Dass ich gleichzeitig unsere Zweisamkeit vermisse, er mir fehlt und ich nicht weiß wie ich mir verzeihen soll. Jedoch habe ich es nie übers Herz gebracht ihm zu sagen dass wir Sex hatten. Ich kann es nicht, ich kann sein Leben einfach nicht so in den Abgrund schießen.
Ich bin mir egal, soll ich damit irgendwie leben. Aber er doch nicht. er hat sowas nicht verdient. Ich liebe diesen Menschen mehr als mein Leben und schande, dass es mir erst nach meinem Fehler bewusst wird. Durch eine längere Krankheitsphase ist mir das alles wieder hochgekommen und ich würde ihn am liebsten frei geben, möchte ihm diese Ekelhaftigkeit die ich begangen habe, nicht antun.
Wir sind dabei uns ein Häuschen, dass er gemietet hat, einzurichten und ich fühle mich schlecht dabei dass alles anzunehmen und dabei eine Schl. zu sein. Was soll ich tun? Ich überlege, meine Sachen zu nehmen, ihm einen Brief zu schreiben und aus seinem Leben zu verschwinden. Ich liebe ihn zu sehr, als dass ich ihm das antun kann, zu sagen was ich getan hab.
Er weiß fast alles, außer dass ich mit jemand anderem geschlafen habe.
Mir tut das alles so furchtbar leid. Er würde sowas nie tun, würde nie so egoistisch handeln. Er tut alles für mich, für uns. Ich liebe ihn, aber komme damit irgendwie nicht zurecht.