Cathlyn
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Hallo J.,
Du wunderst dich sicher, diesen Brief zu finden, insofern du ihn überhaupt liest.
Ich wollte dir nur sagen: Ich hoffe, dass du irgendwann dazu bereit bist, eine Art von Freundschaft mit mir aufzubauen.
Ich will einfach nur, dass wir normal miteinander kommunizieren können, ohne das wir einander unabsichtlich verletzen.
Ich hoffe auch, dass wir beide unsere Probleme in den Griff kriegen. Es ist nicht leicht, aber auch ich sehe nun, wie ich dich mit meinen Emotionalen Ausbrüchen belastet habe. Ich weiß nun an was es liegt und arbeite daran, renne von Arzt zu Arzt, bekomme warscheinlich sogar bald Medikamente für mein ADS. Weil es leider nicht anders zu gehen scheint. Meine Impulsivität hat dich viel unter Druck gesetzt, das sehe ich jetzt.
Auch war ich zu wenig da für dich, ich will nicht alles auf die Störung schieben, aber viel lag wirklich daran. Meine Konzentration, Gedächtnis, all das leidet darunter.
Ich weiß gar nicht, ob dich das alles überhaupt interessiert oder ob es dir leichter fallen würde, sowas nicht zu lesen um mit mir abschließen zu können. Ich weiß es nicht.
Ich wünsche dir so sehr, dass du deine Ausbildung, deinen Traum Tieren helfen zu können gut abschließt, aber da habe ich gar keine Zweifel. Ich hoffe nur, du findest eine Balance zwischen Arbeit und Freizeit, die dir gut tut und lässt dich nicht von anderen zu sehr ärgern. Vor allem aber, setze dich selbst nicht so unter Druck, du machst alles gut, so wie es ist.
Bitte sieh das hier nicht als Bevormundung an, es ist einfach nur ein reiner Wunsch meinerseits.
Ich hoffe auch, dass du dir Hilfe gesucht hast, egal in welcher Form, ich will nicht irgendwann in der Zeitung von dir lesen.... so wie du es einmal gesagt hast. Dafür bist du mir und auch anderen Menschen viel zu wichtig. Du bist es Wert geliebt zu werden und keiner hat das Recht sich über dich ein Urteil zu erlauben, niemand.
Wie gesagt, ich will nicht, dass das hier in einem Brief ausartet der wie eine einzige Bevormundung klingt, von daher lasse ich das so stehen. Sei nur gewiss, es ist einfach nur mein Wunsch, dass es dir gut geht. Denn du bist mir nach wie vor sehr wichtig.
Unsere Beziehung hat sehr intensiv angefangen, von null auf Hundert, von jetzt auf gleich. Es war echt das intensivste was ich je erlebt habe. Die negativen Seiten waren dann halt leider genau so intensiv.
Die Liebe blieb bestehen, weil man unterstützt seinen Partner, egal wie schwer es ist. Doch leider kann das nicht funktionieren, wenn beide Beteiligten so viel Probleme haben, dass sie die des Partners gar nicht mehr aufnehmen können. Das führte wohl leider zu Verletzungen beiderseits. Dafür entschuldige ich mich hiermit.
Ich wäre so gern mit dir den Weg gegangen, dass wir uns helfen lassen und wir eine Paartherapie machen.
Aber es ist doch leider etwas komplexer. Wir müssen erstmal in unserem Leben ankommen, sehen was wir davon wollen und an uns arbeiten.
Meine Verlustangst hat mich dazu gebracht zu klammern, was dich von mir weggetrieben hat. Und je mehr du dich entfernt hast, desto mehr habe ich geklammert, ein Teufelskreis.
Diesen versuche ich nun zu durchbrechen.
Ich weiß nicht wie lange das wohl dauert, auf beiden Seiten.
Ich weiß nur, dass anscheinend nur Liebe allein manchmal nicht ausreicht.
Pass auf dich auf und fühl dich nicht gedrängt, mir zu antworten. Falls du irgendwann dazu bereit sein solltest, meine Adresse hast du.
C.