Redet zu sich selbst:
Mein Lieber, sei weiterhin sanft zu Dir selbst, und genieße Deine freien Gesanken. Wirklich wichtig ist nur eines, das Du für Dich Erkenntnisse gewinnst, nie aufhörst Dich weiter zu entwickeln, und wenn die Gelegenheit sich bietet, Dinge besser und anders machst, Dir noch viel mehr Zeit nimmst.
Wir leben in Zeiten der Hast und Eile, der Erwartungen und Enttäuschungen. vor 10 Jahren teilte ich die Meinung das Ehen nur Modeerscheinungen sind, heute halte ich das auch im Sinne von Beziehungen. Kaum mehr versteht einer, das eine Beziehung eine komplexe verflochtene Struktur bildet, die gehegt und gepflegt werden will. Das man Zeit braucht, und vor allem 2, die die Ecken und Kannten zusammen abpfeilen, und dieses Gerücht der perfekten Beziehung in eine Wahrheit verwandeln. Social Media und andere Dinge haben zuviel Einfluss im Leben vieler Menschen gewonnen, man könnte schon fast sagen, daher haben sie ihr Verständniss von Beziehungen.
Es gibt nichtmehr viele, die in ihrer Kindheit eine grobe Richtung anerzogen bekommen haben, wie man soziale Kontakte knüpft. und wie man Beziehungen festigt und auch wahrt. Zuviele ruhen sich auf den Loorbeeren der Anfangszeit einer Beziehung aus, stellen den anderen in eine Vitrine und lassen denjenigen verhungern, und verstehen dann die Welt nichtmehr, wenn alles vorbei ist. Man sollte sich den bewahren, den man einst jemandem vorgestellt hat, sonst entfremdet man sich. Beide wollen ein Stück von dem anderen sehen, der sich einst in eine Beziehung eingebracht hat. Andere wiederum haben mit ihren Vergangenen Beziehungen nicht abgeschlossen, klammern an irgendwelchen Dingen aus diesen, und verschleppen es in neue Banden, oder schlimmer noch, vertun ihre Chance auf etwas Neues, das ihnen vllt. genau das geben kann, was ein anderer Mensch nicht konnte.
Was mr besonders große Sorgen bereitet, ist die Gespaltenheit zwischen Männern und Frauen, bedingt durch diesen unnötigen Geschlechterkampf, dem manche so sehr fröhnen. In Beziehungen schleichen sich Konkurrenzkämpfe ein, die da nichts zu suchen haben. Ein Beispiel. Eine Ex sagte mir mal, als ich erwähnte, wieviel ich an Verdienst einbringen würde, um meinen Teil für ein gemeinsam geplantes Haus einzubringen, da bekam ich die Antwort: Dann würdest Du ja xx mehr verdienen als ich!
Ich stand da, völlig konfus, überrollt von ihrer Tonart und der unpassenden Bemerkung. Am liebsten hätte ich ihr einen Vogel gezeigt. Das ist jetzt nur ein Auszug aus meiner Erfahrung, deckt sich aber häufig genug mit denen anderer. Im Grunde möchte ich nur eines wiedergeben, nämlich das ich immer mehr das Gefühl habe, das nur noch Wenige verstehen, das man unbelastet, ohne Altlasten aus einer vorherigen Beziehung, vor allem unbefgangen an einen neuen Menschen heran gehen sollte. Es heißt doch gemeinsam Füreinander, nicht gemeinsam allein.
Mitlerweile habe ich einen Gesichtsausdruck, den viele als beängstigend empfinden, mache ich zwar nicht mit Absicht, dennoch profitiere ich davon. Das ist meine Art die Spreu vom Weizen zu trennen, und nur jene die den Mut haben mich ernsthaft kennen zu lernen, die den Blick riskieren hinter meine Fassade zu schauen, finden einen Zugang zu dem, was ich vor anderen verberge. Der Ausdruck, den netten beißen die Hunde, hat für mich eine viel tiefergehende Bedeutung gewonnen, bedingt durch all die Fehlschläge die hinter mir liegen, und ebenso durch all die Verluste meiner selbst durchs Nehmen des anderen, der aber nicht verstand wiederzugeben, was diesem geschenkt wurde.
Es ist die Zeit der Mutigen angebrochen, und wer diesen Mut aufbringt, dem schenke ich auch ein Lächeln, oder gar ein Lachen. Alle anderen die nur das Beste stehlen wollen, die sollen in ihrer Angst verweilen, und einen großen Bogen um mich herum machen. Ich mag mein neues Ich, mein Leben fühlte sich noch nie so ausgeglichen an, wie heute.
Das Leben allein ist schön, wenn man ohne den Drang lebt, unbedingt jemaden an der Seite zu haben, nur den Wunsch in sich verwahrt. Stock und Hut, stehn mir gut. Meine Geschichte vom seltsam fröhlichen Herrn 🙂