> Aber hier in diesem Forum wirkt es auf mich immer so, als ob es ein Tabu wäre. Es geht immer nur um die Schuldfrage und dass man so herrlich unschuldig ist.
Na dann kuck mal genauer hin, wer sich hier mit Hinweis auf "menschliches Verhalten" als unschuldig präsentiert und wer nicht. Ich habe mich selbst z.B. nie ausgenommen von der "Kritik" die ich schrieb... und ich sage es nochmal:
[glow=red,2,300]Ich habe es nicht auf dich gemünzt, sondern auf die User, welche hier schreiben. Da gibt es Hass, Zorn, Rachegelüste und viele andere nette Dinge, aber selten, dass die Fehler auch bei einem selbst liegen. Ich habe es schon oft geschrieben, ich würde gerne mal die andere Seite hören oder lesen und dann kann man sich sicherlich ein besseres Bild machen. Auffallend ist auch, dass wenn es um Betrug oder schlechtes Verhalten des Mannes geht, dann die Frauen sich zusammenrotten und dann werden Pläne geschmiedet und gute Ratschläge erteilt, bis der Baum brennt. ;D Schon mal beobachtet? ;)[/glow]
Gerade weil ich mich in das Leben voll hineingestürzt habe, nicht als Dro., sondern um etwas zu lernen, und weil ich (masochistisch?) Herausforderungen suche, maße ich mir an, etwas Erfahrung oder meinetwegen Beobachtung weitergeben, bzw. öffentlich machen zu können... auch wenn ich genau wie Du eingesehen habe, daß das nur in einigen wenigen Fällen möglich ist. Wer sich dabei selbst persönlich angegriffen fühlt und rein gefühlsmäßig aus der Hüfte zurückschießt verrät nur etwas über sein eigens, starres Schubladendenken. Wer sich meine Beiträge genauer anschaut wird vielleicht nicht verstehen, aber seine eigene Meinung relativieren oder auch festigen können. Ich denke daß sollte doch ein ganz normaler Prozess sein, um wirklich zu einer eigenen und nicht von den Medien manipulierten Meinung zu kommen, daß man sich etwas bemüht, dem Anderen erst einmal etwas "Kredit" zu geben bevor man die Meinung des Anderen oder sogar ihn als Person in Stücke hackt...
[glow=red,2,300]Aber für diese Handlung verlangst du jetzt keine Absolution, oder? ::)

Jedoch glaube ich, dass du nicht alleine mit dieser Einstellung und Erfahrung hier stehst. Die berühmte Ochsentour haben doch viele Frauen und Männer zu gleichen Teilen durchlaufen und viele haben erkannt, dass es trotz der Schmerzen so besser ist, wie es gekommen ist. Ich für meinen Teil habe gelernt mit dieser Kritik umzugehen und zu leben. Viele Leute hier und auch im realen Leben verstehen es nicht und sie haben auch nie solch eine Situation durchlebt. Deswegen verstehen ja auch viele Leute hier die Aufrufe nicht und sie fügen sich weiteren Schmerz zu, weil sie Antworten auf Fragen haben wollen, welche nicht beantwortet werden.
Wo sollte mir mein bester Freund bei einer Trennung behilflich sein, der ist seit 18 Jahren verheiratet ist, der kann doch gar nicht vestehen, was in meinem Leben vor dreieinhalb Jahren abgelaufen ist. Der kommt Tag für Tag nach Hause und seine Frau ist da, der hat doch gar keine Vorstellung von dem Gefühl, wie es ist, wenn du nach Hause kommst und die Bude ist kalt, was soll er mir da erklären? Wenn es bei ihm mal so sein sollte, dann kann ich ihm zusprechen und wenn es ihm gut tut, dann kann er sich bei mir ausheulen, aber ich kann ihm doch das Schmerzgefühl nicht abnehmen. Zudem gehen wir von uns aus und da ist doch schon der erste Fehler. Ich kann mich nur noch ganz schwach an dieses Schmerzgefühl erinnern und ich weiß schon gar nicht mehr, wie es sich anfühlt. Verstehen kann ich die Teilnehmer hier gut, aber ich kann nicht die Gefühle spüren, die ich vor vielen Jahren verspürt habe. [/glow]
> Natürlich tut es weh, wenn man die Dinge im ganzen betrachtet, aber vertuschen und verschleiern, fällt da eben leichter.
Das mag ja eine Weile gut sein, aber sich ein ganzes Leben selbst betrügen? Ist das die Lösung? Sorry, daß ich nach Lösungen suche und nicht ewig nur darüber reden und jammern möchte
[glow=red,2,300]Aber du kannst doch für keinem eine Lösung schaffen! Für den einen, ist eine neue Beziehung die Lösung und für Andere eben ein längeres Singleleben, um endlich mal die Dinge zu leben, welche man schon immer leben wollte. Und wie sieht die Lösung für die Leute aus, welche von Natur aus schüchtern sind oder so häßlich wie ich, schalten die dann ein Inserat bei Single.de und schreiben: "Hasch mich, ich bin der Frühling?"[/glow]
> Aber damit baust du dir selber eine Erwartungshaltung auf und verlangst, dass die Leute einsichtig werden oder dich und die Lebensweise verstehen.
Nein, ich habe diese Erwartungshaltung nicht mehr. Auch weil ich feststellen mußte, daß die starke Abneigung, sich selber und seine Fehler konstruktiv in Frage zu stellen, menschlich und eine seit tausenden Jahren beobachtete Tatsache ist. Aber ich glaube nach wie vor, daß der Mensch genügend Potential und Grund hat, sich zum Positiven zu verändern. Daß er das tun muß liegt auf der Hand, denn er ist bereits dabei, unsere Welt nachhaltiger zu zerstören als es die Generationen vor ihm getan haben. Die Naivität geht durch mehr selbstkritische Bewußtheit zwar irgendwann verloren, aber das hat eben auch Vorteile für die geistige Weiterentwicklung.
Nur weil meine Einstellung nicht im Trend liegt, ist sie deshalb so ganz verkehrt?
[glow=red,2,300]Richtig oder falsch, wat ist dat für eine Frage. Es muß für dich der richtige Weg sein, so wie es für mich auch einen richtigen Weg gibt. Wir können doch nicht alle den selben Weg gehen, oder?[/glow]
Warum gibt es denn Leute wie Daniel Golemann, der unsere Probleme schon wunderbar formuliert hat und den ich wieder mal als Beispiel anführen muß? Warum schreibt er Bücher? Warum geht er nicht einfach angeln sondern macht seine Einsichten publik?
[glow=red,2,300]Klar sind solche Leute wie Golemann für dich und für mich wichtig, aber er kann mit seinen Büchern und Aussagen nicht jeden erreichen. Was ist mit den ganzen Verfassern von Büchern über Trennungsschmerzen, stehen die auf einer Bestsellerliste? Nee, weil es kein Kerngebiet ist und Trennungen von Natur aus sehr unterschiedlich sind. Viele Geschichten ähneln sich aber sind die Menschen, welche dahinter stehen auch in ihrem Verhalten ähnlich? Nein, sonst könnte man sie austauschen und es würde ein Handbuch für Trennungsgeschädigte geben.[/glow]
> Aber in dem Zustand indem sie hier aufschlagen, sind sie gar nicht dazu in der Lage und später sind sie nicht mehr daran interessiert, weil das Leben sie weitergespült hat.
An die Neulinge wende ich mich auch nicht mehr, Ausnahmen bestätigen die Regel. Vielmehr an die Leute, die sich seit langem immer wieder im Kreis drehen, und davon gibt es wirklich genügende hier und im wirklichen Leben.
[glow=red,2,300]Joo, davon gibt es reichlich. Aber die sind eben auch noch nicht am Ende von ihrem Weg angekommen und sie müssen dann noch ein paar Lektionen erfahren, damit sie endlich ankommen können. Schwinge dich auf dein weißes Pferd und rette sie, meinen Segen hast du aber glaube mir, sie schaffen den Weg auch ganz von alleine. Es ist nicht immer gut und ratsam die Leute aufzufangen. Hin und wieder ist es auch ganz gut, wenn sie mal hinfallen. Du darfst ihnen gerne beim aufstehen behilflich sein, aber in den Sattel müssen sie schon selber kommen. Reiten können viele nämlich alleine. ;)
Es ist keine Schande hinzufallen, es ist nur eine Schande liegen zu bleiben. [/glow]
> Ich mag die Leute nicht mehr überzeugen. Ich schreibe so, wie ich denke und handel und lebe auch danach. Was die Anderen leben, ist mir egal, so lange sie mich nicht beeinflußen in meinem Leben
Sie sind eben genau dann nicht egal, wenn sie einen berühren. Und wenn ich hier oder im Leben etwas beitrage an Erfahrungswerten, dann ist das deswegen, weil mir die anderen Menschen eben nicht egal sind. Wenigstens so lange, wie sie sich nicht unfair verhalten.
[glow=red,2,300]Unfair? Ich dachte, du machst es aus Überzeugung? Erwartest du Dank oder wie soll ich das verstehen?[/glow]
> Hm, die Sache ist komplizierter, als ich je zuvor gedacht habe.
Ja, die Sache mit den Gefühlen ist wirklich komliziert und dabei doch immer wieder recht einfach. Wie schon öfter gesagt: Dinge sind widersprüchlich und laufen parallel wie ich meine. Wenn man diese Widersprüchlichkeit zuläßt, dann hört man auf, sich immer wieder zu ärgern oder Dinge verstehen zu wollen. Aber das heißt nicht, daß man sämtliche Werte über Bord werfen darf, denn sie helfen einem, auf Dauer nicht ganz kaputt zu gehen.
[glow=red,2,300]Aber oft ist es auch gut, sich von alten Zöpfen zu trennen und vor allem von Schubladen. Wie sage ich immer so schön: "Wenn die Gesellschaft verwerflich ist, dann kann ich auch verwerflich sein, ich bin ja ein Teil der Gesellschaft"
Wichtig ist, dass man für sich ein gesundes Mittelmaß findet. :D[/glow]
Ciao