Mira30
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ich werde bald 30 und stehe ganz nahe an der nächsten Trennung und damit wieder am Anfang.
Meine erste Beziehung habe ich für meine große Liebe gehalten. Wir sind gleich alt und waren ganze 11 Jahre zusammen. Wir waren bis auf das Thema der sexuellen Anziehung außergewöhnlich harmonisch und ich war glücklich. Ich habe mir ein Leben mit diesem Mann ausgemalt, mit dem ich mich blind verstanden habe. Die Beziehung ist leider aufgrund von unterschiedlichen Lebensvorstellungen gescheitert. Ich hege seit jeher den Wunsch, irgendwann eine Familie zu gründen (inkl. Heirat, Nestbau etc.). Leider war mein Expartner dazu nicht bereit. Er hat die Lebensziele nicht positiv unterstützt, sondern sich eher aus Liebe in sein „Schicksal gefügt“. Ich glaubte fälschlicherweise, dass wir gemeinsam einen Weg zu einer Familie finden würden. Er hat sich letztendlich aber so passiv verhalten, dass ich meine Lebenswünsche gefährdet sah. Er hat sich nie zu mir „Committed“, seine Zeit lieber in seine Hobbies investiert. Er hielt die Familienplanung für so beängstigend, dass er meinte sein Leben auf jeden Fall noch vor den ersten Kindern leben zu müssen. Gefühlt jede Freizeitaktivität musste er vor den Kindern erproben und ausprobieren. Ich habe ihn dabei gewähren lassen. Der Zeitpunkt für die Familie bereit zu sein kam leider nie. Nach einem halbherzigen Antrag seinerseits und ersten Plänen mit einem Architekten zum Umbau meines Erbteils habe ich in seinem, meinen und dem Sinne zukünftiger Kinder die Reißleine gezogen und alles recht schnell beendet.
Ich habe also bitter gelernt, dass man allein für ein so großes und wichtiges Ziel wie Familie nicht ausreicht. Man muss also neben der Liebe an der Basis übereinstimmen. Der Liebe wegen ins Schicksal fügen ist ein fauler Kompromiss. Zum Glück habe ich das erkannt.
Nach der Beziehung habe ich schnell einen neuen Partner (34) kennengelernt und wir sind seit einem halben Jahr zusammen. Auch diese Beziehung ist sehr liebevoll und harmonisch und wir wachsen stetig näher aneinander. Der neue Partner kennt meine Geschichte, da die Trennung nicht lang zurücklag und er hat mich auch in Phasen der Unsicherheit gut gestützt. Ich habe mich im Grunde recht zeitnah in die neue Beziehung gestürzt und sie hat mir gut getan. Auch in dieser Partnerschaft kann ich erstmal glücklich sein. Aber…
…ich befürchte ich begehe den gleichen Fehler nochmal! Auch dieser Mann sieht sein eigenes Billiardzimmer, wo ich Kinderzimmer sehe. Auch dieser Mann beschwert sich über Kinder die wegen einer Sternsingeraktion vor seinem Haus stehen, obwohl ich mich über den Besuch freue. Er beschreibt sich als sehr ruhebedürftig. Fühlt sich schnell von Geräuschen und allein von Krümeln auf dem Tisch gestört. Zudem äußerte er, dass er in seinen vergangenen Beziehungen immer kommuniziert hat kinderlos bleiben zu wollen. Er selbst ist Trennungskind. Ich verstehe seine Bedenken. Jetzt mit mir würde er sich das aber nochmal überlegen. Es ist frustrierend.
Auch dieser Mann liebt mich sehr und ich bin in vielerlei Hinsicht sein Ideal einer Freundin. Da hat er nach eigener Aussage hohe Ansprüche an eine Partnerin. Nach vielen Enttäuschungen war er zum Zeitpunkt unserer Begegnung gar nicht auf der Suche nach etwas Festem. Am Anfang hat es ziemlich gefunkt. Vielleicht bin ich dem Rebound- Effekt erlegen? Ich habe mich darauf eingelassen weil ich ihn wirklich sehr mag und ich bin in der Partnerschaft bis auf den unbeantworteten Kinderwunsch doch glücklich.
Ich bin so verdammt unsicher! Er liebt mich…aber ich bin gehemmt. Kann ich überhaupt Lieben? Was ist Liebe? Ich glaube nicht mehr an die allumfassende alles verbindende Liebe. Ich bin nicht mehr die Träumerin, die sagt dass alles schon irgendwie wird, wenn man nur die Weichen dazu stellt, sich für die Beziehung einsetzt und an den Partner glaubt.
Sollte ich der Beziehung mehr Zeit geben oder ist sie verschenkt? Alles lockerer handhaben? Oder doch bleiben? In letzterem steckt so ein großes persönliches Risiko oder etwa nicht? Plane ich zu viel? Denk ich zu viel nach?
Vielen Dank fürs Lesen! Ich kann wenige konkrete Fragen stellen…. ich weiß auch nicht was ich hier suche. Ich bin allein mit meinen Gedanken und es ist alles so nebulös und ich habe keine klare Sicht.
Liebe Grüße
Mira