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Einseitiger Kinderwunsch - zerbreche ich daran?

sandra77

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Liebe alle,

ich habe ein Thema zu "besprechen", das im Internet zu Hauf angesprochen wird: Einseitiger Kinderwunsch. Ich will, er angeblich auch, aber JETZT noch nicht (wir sind mittlerweile schon 9 Jahre zusammen). Und so geht das seit mittlerweile 3 Jahren hin und her. Dazu muss ich sagen, dass ich kurz nachdem ich das Thema ansprach sehr krank wurde und somit das Thema erstmal vom Tisch war (Glück für ihn wie mir scheint), aber seit über einem halben Jahr bin ich wieder zu 99% hergestellt und der Wunsch kommt wie ein Platzregen auf mich nieder.

Jetzt drücke ich mich schon seit einiger Zeit um das Gespräch mit meinem Partner, weil ich eigentlich schon weiß, dass er seine Meinung nicht geändert hat, ich aber dann endlich die Konsequenzen ziehen muss (Trennung) und davor aber eine schei. Angst habe. Ich war ewig nicht allein. Kann ich überhaupt alleine sein? Was tu ich dann? Suche ich im Internet nach einem Partner? Lass ich mich als Single Frau befruchten? Wo finde ich Hilfe und Unterstützung? Und das schlimmste: Ich fürchte schon jetzt, dass ich diese lange (tolle) Beziehung nicht einfach so überwinden kann. Am Ende geb ich ihn auf, finde mein Glück trotzdem nicht und hab alles verloren. Und womöglich findet er nach einem Jahr Trennung eine neue Partnerin, die "clever" (oder dreist) genug ist, ihm ein Kind zu gebären (ohne seine ausdrückliche Einwilligung einzuholen) und ich würde mich noch miserabler fühlen.

Ich wünschte, ich könnte ihn überzeugen. Habe aber das Gefühl, dass gerade meine (physische, nicht psychische) Krankheit aus der Vergangenheit für ihn noch ein Grund (gewünschte Ausrede) mehr sein wird, das Kinder Kriegen zu verneinen bzw. verneint er es nicht generell, sondern nur für JETZT.

Wir sind beide Mitte/Ende 30. Haben beide eine sehr gute Hochschulausbildung, allerdings befristete Jobs. Zudem habe ich mich aufgrund meiner Erkrankung und dem dadurch angeregten Gedanken "Sinn des Lebens?" (ich wäre im Krankenhaus fast verreckt) beruflich umentschieden. Bevor ich in das neue Geschäft voll einsteige, möchte ich mir meinen seit eigener Kindheit sehnlichsten Wunsch erfüllen: Kind(er) bekommen, Mama sein, all das.

Mein Partner ist ein toller Onkel, hat einen nicht mal 1 Jahr alten Neffen und jedes Mal, wenn wir Fotos bekommen zerfließe ich und selbst er findet liebe, nette Worte über den Kleinen.

Wie kann ich meinen Freund überzeugen? Ihm die Sorgen und Ängste nehmen?! Er spricht von Verantwortung, aber das ist ja gerade das "tolle", Kinder bekommen ist eine geteilte Verantwortung. Wer kann schon vorab alles planen. Es kommt wie es kommt und wir haben zusammen, auch mit meiner Erkrankung, vielleicht schon mehr zusammen bewältigt, als andere Paare in unserem Alter. Jobverlustangst ist auch jetzt genauso präsent, wie es in 5 oder 10 Jahren sein wird. Warum also warten? Worauf? Verbeamtet wird man in unserem Beruf so oder so nicht!

Das klingt jetzt vielleicht bescheuert, aber es ist so, dass ich ganz zu Anfang unserer Beziehung plante mir ein Haustier zuzulegen. Seine Aussage darüber war "Es gibt nichts langweiligeres als diese Tiere." ... Mir war das egal, ich kaufte das Tier und durch äußere Umstände zog mein Freund bereits kurz nach dem Zusammenkommen und kurz nach Kauf des Haustieres bei mir ein. Er hat das Tierchen so lieben gelernt, schon nach kurzer Zeit. Er ist regelrecht verliebt und behutsam wie er damit umgeht und sich kümmert usw. Das ist sicher kein optimaler Beweis, aber genauso stelle ich mir vor, wäre es auch mit einem Kind. Er kann es sich nicht vorstellen, hat Angst davor. Klar, das habe ich auch, es ist eben auch kein Haustier, sondern eine große Aufgabe. Aber man weiß auch erst die guten tollen Seiten zu schätzen, wenn man sie hat. Alles was man bei Freunden mit Kindern sieht und erlebt ist nur ein winziger Teil.

Er sagt, er liebt mich und will mit mir zusammen sein. Er genießt meine Wärme, meine Liebe und meine Fröhlichkeit (die ich nach der schweren Erkrankung umso mehr wiedergefunden habe). Werde ich nur hingehalten,weil es für ihn bequem ist?! Ich dachte zwischenzeitlich auch mal darüber nach, dass ich es mache "wie bei dem Haustier": Ich "hole" (Befruchtung mit Fremdsperma) mir ein Kind. Dies geht (besonders im Ausland) für alleinerziehende Frauen. Übernehme damit die Verantwortung für das Kind alleine und bleibe trotzdem mit ihm zusammen. Kann mir nicht vorstellen, dass das funktinoiert, aber vielleicht motiviert ihn diese (meine) Entscheidung, dass er jetzt am Zug ist sich zu entscheiden. Und ggf. ist das ja dann doch so überwältigend, dass er dieses Kind mit mir großzieht.

Jetzt habe ich sehr viel geschrieben. Ich wäre wirklich froh, wenn ihr mir ein wenig Zuspruch geben könntet, egal für welche Seite. Ich fürchte mich vor einer Entscheidung, aber vielleicht geht es mir damit dann besser. Die Angst, dass alle gemeinsamen Erlebnisse und alles der letzten Jahre mit Ende der Beziehung verloren geht.

Vielen Dank, dass ich meinen Kummer loswerden konnte und viele Grüße!

31.05.2015 15:52 • #1


VictoriaSiempre

VictoriaSiempre


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Hallo Sandra,

das mit dem "Kind holen" vergiss mal lieber ganz schnell. Das ist keine gute Lösung bzw. eine, über die Du nachdenken kannst, wenn Dein Partner futsch ist.

Wenn für Dich der Kinderwunsch so groß ist, dann wirst Du Dir ein Leben ohne nicht schönreden können, das wird Dich weiter begleiten. Und das würde ich meinem Partner sagen. Auf "später" zu vertrösten finde ich okay, wenn Ihr Mitte Zwanzig und gerade kurze Zeit zusammen wärd. So aber wäre es für mich ein Zeichen von Unverbindlichkeit. Oder etwas in die Richtung "Ich will ja (später) ein Kind - aber nicht mit Dir!"

Gerade weil Du eine schwere Erkrankung überstanden hast - sowas ist ja eine einschneidende Krise, war es sicher auch für ihn - und den Sinn des Lebens jetzt mit anderen Augen siehst, würde ich an Deiner Stelle erwarten, dass er auf Deine Wünsche und Zukunftsvorstellungen ernsthaft eingeht. Oder gleich deutlich sagt, dass er nicht will.

Anders als bei Männern ist ja nun mal die normale Fruchtbarkeit bei Frauen endlich. Wann genau sollte denn "später" sein? Und es kann Dir übrigens genauso passieren, dass er nie ein Kind wollte, um sich dann mit Mitte 50 zu trennen und mit der neuen Freundin Ende zwanzig sofort eins anzusetzen. Und zwar gewollt (gerade im Bekanntenkreis erlebt).

Ich würde mich bei so einem ausgeprägten Kinderwunsch trennen. Vielleicht läuft Dir jemand über den Weg, der sich das genauso wünscht. Der Weg ins Ausland bleibt Dir ja sonst immer noch. Vielleicht nicht erst unbedingt mit 65 wie bei dieser unsäglichen Berliner Lehrerin.

31.05.2015 16:14 • x 1 #2


Arnika

Arnika


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Hmm, schwierige Situation. Jeder vernünftige Mensch hat natürlich auch Angst, Kinder zu bekommen. Allerdings ist in eurem Alter halt die Zeit nicht mehr der beste Freund.. Also ist sein "noch nicht jetzt" wohl ein Aufschieben für immer.
Eine Trennung ist natürlich genauso riskant - denn wie schnell du einen Mann zum Kinder aufziehen findest, steht genauso in den Sternen. Du hast noch gute 7 Jahre, dann wirds eng..

Jetzt mal eine blöde Frage: Wie verhütet ihr eigentlich? Eine Freundin von mir hatte einen "Unfall" in betrunkenem Zustand, die Kleine wird 6, ist mittlerweile auch kein Einzelkind mehr, eine glückliche kleine Familie. Ich bin mir aber sehr sicher, dass der Unfall von ihr durchaus geplant war.. Ist natürlich auch nicht das Wahre, andererseits wären sehr viele Menschen nicht auf der Welt, wenn alle Beteiligten vorher abgestimmt hätten.

Jeder von euch zwei verhält sich natürlich egoistisch - aber wenn du wegen seiner Verantwortungsscheu lebenslang auf Kinder verzichten musst, kanns das ja auch nicht sein. Also bin ich eher bei dir. Ich würde nochmal ein ernstes Gespräch versuchen. Das mit dem Fremdsperma ist natürlich Quatsch. Er hat ja keine Angst vor der Befruchtung, er hat Angst, das Leben, das er kannte, wäre mit Kids vorbei. Was ja auch stimmt. Aber das Leben, das er kannte, wäre auch ohne dich für ihn vorbei..

Frag ihn doch mal, warum er mit fast 40 sich nicht auf ein neues Abenteuer einlassen will. Er ist ja alt genug. Wenn du schwanger wärst, würde er vermutlich in die Vaterrolle reinwachsen. Das geht ja quasi jedem so.. Und sag ihm, dass der Kinderwunsch einer Frau eben stark ist. Vielleicht solltet ihr noch ein paar Monate warten, bis du wieder komplett fit bist - aber du kannst ihm ja quasi als Entgegenkommen eine gewisse Zeitspanne vorschlagen. Alles Gute!

31.05.2015 16:20 • #3


Stolperherz

Stolperherz


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Liebe Sandra,

wenn dein Freund grundsätzlich nicht gegen Kinder ist, weiß ich nicht worauf er noch warten will.
Seine Argumente sind wahrscheinlich, dass er keine Verantwortung für ein Kind übernehmen will wenn nicht ALLE Voraussetzungen stimmen. Und das wird es nie...

Ich kenne auch Männer, die ihre Frauen/Freundinnen auf diese Weise hinhalten, denn im Grunde wollen sie keine Kinder, auch wenn sie sich einreden, dass das nur im Moment noch nicht passt. Kinder bedeuten ja auch viel Umstellung, Umstand, Kosten, Stress und die Frau muss auch noch geteilt werden... wozu also Kind/er wenn es gerade so schön gemütlich ist?

Wenn er schon mit der Verantwortungsmasche kommt, solltest du ihm klar machen, dass er auch DIR gegenüber Verantwortung trägt. Du hast deinen Kinderwunsch ja nie verheimlicht und bei so einem wichtigen Thema darf man einfach keine Kompromisse seinem Partner zuliebe eingehen - dafür wie dagegen.

Als Frau bist du halt schnell in der Altersfalle, um genau zu sein, bist du da schon. Dir wird doch gerade klar, dass du mit deinem Partner weitermachen kannst aber Gefahr läufst, dass er seine Meinung nicht ändert und für einen Neuanfang ist es schon fast zu spät...

Habe so was mal bei dem Bruder eines Ex erlebt. Seine Frau hat seinetwegen auf Kinder verzichtet. Beide hatten dann so ihre Hobbys und sie hat viel Hundesport gemacht - war schon fast wie ein Kindersatz. Und irgendwann verliebt er sich in seine junge Kollegin (Türkin) die hat ihm gleich klar gemacht, dass es ohne Kinder nix wird - und da ging es dann...

Ihr müsst über das Thema sprechen... und er muss Stellung beziehen. Wenn er das nicht macht liegt es an dir!

wünsche Dir alles Gute

31.05.2015 16:41 • #4


Arnika

Arnika


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Kenne das auch. Ein Freund von mir wollte nie Kinder, seine Freundin schon. Dann hat er sie betrogen, kam mit der anderen zusammen - mittlerweile hat er zwei Töchter. Für seine Ex war es fast zu spät.. Sie ist aber gottlob doch noch Mutter geworden, wenn auch mit 47, also hart an der Grenze.

Ich würde ihn vermutlich zwingen. Wenn er dich liebt, muss er doch einsehen, dass ein so starker Kinderwunsch eine lebenswichtige Erfüllung anstrebt. Da muss der Knabe halt einfach durch.. Und er gewinnt ja auch sehr viel dabei!

31.05.2015 16:49 • #5


sandra77


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Danke euch allen für die Antworten!

@VictoriaSiempre: Genau das was du ansprichst (will er nur kein Kind von MIR?), habe ich ihn auch bereits explizit gefragt. Er sagt, das ist es nicht, er hat Angst vor der großen Verantwortung, sozial und finanziell. Und egal, was ich darauf antworte um seine Sorgen zu entkräften und ihm Mut zu machen, dass wir ja auch zu zweit sind, er gerät gleich richtig aus der Fassung und man merkt, wie er am liebsten nur noch aus dem Raum flüchten möchte. Auf die Frage, ob er mich liebt, erhalte ich "natürlich" ein Ja, doch weiß ich manchmal nicht, was ich davon halten soll.

Die schwere Krankenzeit hat er sich wirklich aufopferungsvoll um mich gekümmert, so dass viele Freunde, Pfleger und andere Patienten mir sagten "Du hast wirklich einen tollen Freund. Meiner würde das nicht alles machen!" ... da war ich unendlich stolz und alles, aber am Ende fehlt es mir trotzdem an der einen Stelle.

@Arnika: Verhütung? Ich habe während der Krankenzeit aufgehört die Pille zu nehmen und ihm auch klar gesagt, dass ich danach nicht wieder anfangen werde, WEIL ich mich reif genug fühle Kinder zu kriegen. S. war bei uns nie so eine 1x/Tag Sache. Wir schlafen durchschnittlich 4-5x/Monat miteinander, im Urlaub auch mehr. In der Krankenzeit war das überhaupt kein Thema. Seither ist er wirklich zögerlich was S. angeht. Verhütung mit Kond., oder es bleibt bei den "Techniken" bei denen man eher nicht schwanger werden kann. Ich meine, ganz ehrlich, die Hoffnung, dass das Kond. mal platzt oder doch was schief geht ist sicherlich da, aber ich fühl mich bei dem Gedanken trotzdem nicht ganz wohl.

@Stolperherz: Gemütlichkeit? Bequemlichkeit? Da bin ich mir auch nicht so sicher. Ich bin sicher nicht der Typ Frau, der ihm den Hof/Haus macht und die Hemden bügelt und wäscht und kocht usw. Einerseits denke ich mir, wenn er hätte gehen wollen, weil es ihm zu unbequem mit mir wird, dann wäre die Krankenzeit der Zeitpunkt gewesen. Aber er blieb und (für mein Gefühl) ist seitdem alles besser, anders, frischer, was meine Lebenseinstellung angeht und ich hoffte (hoffe vielleicht immernoch), dass ich ihn damit anstecke und überzeuge, dass jetzt Zeit für den nächsten Schritt ist.

Am Ende ist es aber tatsächlich so, dass ich mich mehr liebe als ihn und mich für die Chance auf ein Kind entscheide und gegen ihn. Das sagt mein Verstand, aber mein Gefühl sagt das irgendwie noch nicht. Beim Gedanken daran krampft sich mir alles zusammen, mir wird schlecht und ich muss weinen. Und nachdem er sich meinem Wunsch bisher verweigert hat, ist es bei ihm ja scheinbar auch so, dass er sich selbst vor mich stellt.

Er ist ein herzensguter Mensch und wir haben so schöne Zeiten miteinander verbracht. Wäre er ein riesen Ar., wäre es für mich leichter.

Ich werde die nächste Woche mit ihm reden. Bis dahin wird es eine Qual für mich. Ich hoffe, ich kann dann nochmal Rat bei euch suchen!? Das wäre toll.

31.05.2015 18:20 • #6


sandra77


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@ Arnika: Was meinst du mit zwingen? Wenn er nicht will, will er nicht. Ich kann wohl kaum nächtlichen Samenraub betreiben Damit hätte ich sicher kein gutes Gefühl. Daher der Gedanke ein Kind "auf meine Verantwortung" ins Haus zu holen...

31.05.2015 18:33 • #7


Stolperherz

Stolperherz


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Ich wollte auch deinem Freund nicht generell unterstellen zu bequem für Kinder zu sein, aber ein paar Spezialisten aus dem Bekanntenkreis schon

Irgendwie finde ich seine rigorose Weigerung aber schon seltsam wenn man mal die Dauer eurer Beziehung und euer Alter betrachtet. Kann es nicht auch sein, dass er sich eurer Beziehung nicht mehr wirklich sicher ist und deshalb deinem Kinderwunsch ausweicht?
Liest man hier auch immer wieder, dass jemand eine Beziehung gerne beenden würde, traut sich aber nicht wegen der Erkrankung des Partners... muss nicht so sein - wäre aber auch eine Erklärung.

Ich würde ihn bei eurem Gespräch auch auf diese Möglichkeit ansprechen. Mache ihm bitte klar, dass wenn er keine Kinder möchte (mit Dir) dies dir auch jetzt genau so sagen soll. Auf längere Wartezeiten würde ich mich an deiner Stelle nicht mehr einlassen - nicht wenn du dir deinen Kinderwunsch noch erfüllen willst. Es ist ja jetzt schon nicht mehr sicher, dass du in nächster Zeit noch einen Partner finden kannst, der mit dir eine Familie gründen will. Die Wahrscheinlichkeit sinkt auf jeden fall...

Echt, eine schwierige Situation. Würde mich freuen wenn du uns auf dem Laufenden hältst.

LG

31.05.2015 20:58 • #8


Mauzki


Ich finde es merkwürdig, dass hier nirgendwo in Betracht gezogen wird, dass der Gute einfach nur keine Kinder möchte. Kinder sind nunmal lebensverändernd, in jedem Sinne. Das möchte nunmal nicht jeder, lange Beziehung hin oder her.

31.05.2015 21:42 • #9


sandra77


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Seltsam, da hast du recht. Irgendwo muss der Wurm drin sein, nur weiß ich nicht wo: Entweder bin ICH das Problem, oder tatsächlich seine Verantwortungsangst, oder er ist sich der Beziehung nicht sicher ...

Exakt das, habe ich ihn natürlich auch gefragt (Ob er mich liebt und die Beziehung mit mir will). Dass er so "anständig" ist und mich nicht während der Krankheitszeit verlässt, hatte ich zeitweise auch befürchtet. Bzw. befürchtet, er könnte mich danach verlassen, weil ich ihn u.a auch zwangsweise ziemlich vernachlässigt habe. Aber es gab natürlich auch im Krankenhaus Zeiten in denen ich ziemlich schlecht gelaunt war und er es doppelt abbekommen hat.

Und natürlich habe ich ihm auch ins Gewissen geredet und gemeint, er soll bitte so fair sein und es mir sagen, wenn er sich mit mir keine Kinder vorstellen kann. Er müsse doch verstehen, dass ich als Frau weniger Spielraum habe als er und auf seine Ehrlichkeit angewiesen sei.

Ich weiß halt nicht, wie ich "die Wahrheit" raus finde. Wobei an sich ja die Wahrheit schon ist "er will kein Kind, obwohl ich es JETZT und schon länger will". Dann kann man über die Gründe philosophieren und ggf. Sorgen entkräften, aber irgendwie komme ich imemr wieder zu dem Schluss: SCHLUSS. Aber hier spricht Verstand und nicht Gefühl. Leider kann mir niemand die Entscheidung und den Kummer danach abnehmen.

Ich melde mich natürlich nochmal! Danke für die Antworten.

31.05.2015 21:50 • #10


sandra77


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@Mauzki: Dann soll er das sagen. Er teilt mir nur das Gegenteil mit. Generell will er Kinder. Das war bereits beim Zusammenkommen vor 9 Jahren ein Thema. Ich sagte, ich will unbedingt Kinder (irgendwann einmal) und er sagte, er auch. Ansonsten wäre das für mich damals gar keine Option gewesen. Nur ist für mich jetzt zwangsweise "irgendwann einmal" gekommen.

31.05.2015 21:53 • #11


Pedro P


Hi, mal eine Frage ...glaubst das eure Beziehung überhaupt ein Kind verträgt bzw. aushält? Kinder sind oft der Beziehungskiller Nr. 1, viele Paare sind sich der Anstrengungen der ersten Jahre und des Verlustes der Zweisamkeit und Intimität gar nicht bewusst...oder verhamlosen es, weil sie glaube ihr Liebe hält das ohne weiteres aus. Ich habe es schon sehr oft im Umfeld erlebt, oftmals endet das nach einigen Jahren in Fremdgehen oder Affären...wie es halt ist.
Dein Kinderwunsch ist sehr ausgeprägt und aus deiner Sicht mehr als natürlich.
Ich glaube das dein Partner eher die Angst hat etwas falsches zu tun...die Verantwortung trotzdem ernst nimmt und ggf. nicht glaubt das eure Beziehung ein Kind trägt...ich würde offen mit ihm darüber reden und natürlich auch ggf. die Konsequenzen ziehen.
Was hilft es ein Kind zu erzwingen und dann nach 2-3 Jahren fest zu stellen das die Beziehung eigentlich so eingeschlafen und am Ende ist das man sich nur noch aus der Vernarwortung dem Kind gegeüber verbunden fühlt.

31.05.2015 22:51 • #12


Serafine


Hallo Sandra,

hast Du Dir mal Gedanken darüber gemacht, dass er einfach bereits seit er Dich kennengelernt hat und sich Das natürlich über diese Lange Zeit auch noch vertieft, er von vornherein lügt, was seinen angeblichen Kinderwunsch betrifft, bzw. er durch den gesellschaftlichen Druck, möglicherweise durch Eltern, Freunde, Bekannte, so tut als würde er selbst Kinder wollen, damit er sich nicht mit unangenehmen Fragen auseinander setzen muss ?

Anders als Dir hier vorgegeben wird, Du hättest noch bis zum 44. Lebensjahr Zeit Mutter zu werden, sehe ich Das ganz anders.
Es ist das Eine was der Körper vorgibt, im Verhältnis zum seelischen Zustand.
Du lässt Dich seit sehr langer Zeit mit Ausreden hinhalten, wirst zunehmend unsicherer und während Deine Lebensenergie und auch Deine Fruchtbarkeit dahin geht, hat er als Mann nunmal alle Zeit die er will.

Egal was er Dir sagt, wie sehr Du ihn liebst und wieviel Dir die gemeinsame Zeit bedeutet, keine Frage - es ist eine Entscheidung die Du für Dein gesamtes Leben triffst.
Für mich war persönlich mit 35 Jahren der "Showdown" bereits da, denn auch wenn es heutzutage kein Problem mehr ist auch mit über 40 noch Mutter zu werden, ist es aus meiner Sicht für ein Kind sehr schwer eine alte/ältere Mutter zu haben.

Ab 35 zählt man auch heute noch zu den sogenannten Risikoschwangerschaften und die Tendenz ein behindertes Kind zu bekommen ist noch immer ab diesem Alter wesentlich höher.
Sowas vergessen viele wenn sie als Frau die Entscheidung treffen sich in die Reihe der Spätgebärenden einzugliedern.

Wenn Du wirklich den Wunsch nach einem Kind hast, so ist es jetzt an der Zeit eine Entscheidung zu fällen und zwar unabhängig vom Kindsvater - das ist etwas das auch ich lernen musste.
Heutzutage bekommt man Kinder sehr selten unter den idealen Umständen, auch wenn Männer uns das gerne glauben lassen wollen , sie vielleicht eine gemeinsame Wohnung mit einem kaufen und ein Haus bauen.
Du wirst nie den perfekten Zeitpunkt finden, denn Den gibt es nicht und Jeder der Dir was Anderes erzählt , belügt Dich oder nimmt Deine Sehnsucht nicht wahrhaftig ernst. Die wenigsten Frauen haben das Glück einen Mann zu finden der den Wunsch nach Familie und "Nestbau" in ihrem Ausmass teilt und vielleicht auch umsetzt. Ob diese Männer sich dauerhaft als die Partner für´s Leben auszeichnen lässt sich auch wohl erst dann belegen wenn man miteinander alt geworden ist und dazu taugt unsere Generation wohl noch weitaus weniger als die Frühere.

Wie auch immer Du Dich entscheidest, er scheint jedenfalls auf Dich und Deine Bedürfnisse kaum bis wenig Rücksicht zu nehmen, denn in dieser langen Zeit hat es mit Sicherheit die Möglichkeit gegeben eine Familie zu gründen, auch wenn ihr beruflich nicht 100% abgesichert seid, denn wer ist Das denn wahrhaftig ?

Ich selbst habe nie den Mann gefunden mit dem ich wahrhaftig ein Kind gewollt hätte, auch wenn ich mir das lange Zeit selbst nicht eingestanden habe, denn wäre Dem so gewesen, hätte ich jede Konsequenz auf mich genommen um eine Familie zu haben, wenn ich dann wohl auch von den Typen die ich als potentielle Kindsväter in meinem Leben hatte, mehr als nur enttäuscht worden wäre. Aus rein evolutionstechnischer Sicht hast Du nicht grundlos Bedenken die nun in Dir lauter werden und ich würde da mal sehr viel genauer hinterfragen und hinhören.

Es gibt immer einen höheren Sinn und wenn Dein Partner bisher nicht geschafft hat Dich in 9 Jahren einer scheinbar guten Zeit miteinander , als die Mutter seines Kindes zu sehen, zig Ausflüchte und fadenscheinige Ausreden zu erfinden, so wird er das wohl leider auch weiterhin tun.

Ich wünsche Dir Kraft, Mut und die richtige Entscheidung damit Du glücklich wirst....das Leben ist jetzt und nicht gestern und nicht morgen....das sind lediglich die Kinder die auf diese Welt gebracht werden...

LG
Serafine

01.06.2015 07:58 • #13


minna


ich stimmer Pedro P zu,
vielleicht will er auch einfach keine mehr,
da er so glücklich ist und nichts vermisst.

9 jahre sind eine lange zeit,
da lernt man dazu,
macht erfahrungen
und kann auch zu neuen überzeugungen kommen.

ihm ein kind unterzujubeln,
wie dir vorgeschlagen wurde,
halte ich für das letzte,
denn damit würde er um seine entscheidung betrogen.

vielleicht würde er bleiben, aber vermutlich nicht mehr glücklich sein.....

sprich klartext mit ihm,
frag ihn, warum nicht jetzt ?
und dann entscheide weiter.

ich bin eine frau,
völlig ohne kinderwunsch
da mir mein so leben gefällt ...wie es ist,
ich bin gerne frei,

aber das hat mich auch schon eine beziehung gekostet,
da mein ex dringend kinder wollte.....

trotzdem bin immer noch froh,
daß ich mich nie überreden ließ.....

01.06.2015 08:15 • #14


Arnika

Arnika


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Nein, ich meinte keinen nächtlichen Samenraub Ich meinte, dass ihr mit dem Herumgeeiere aufhören solltet und du ihm klipp und klar sagst: Ich möchte und werde in diesem Jahr noch schwanger werden. Entweder bist du für mich oder du bist gegen mich. Dann kennst du seine Reaktion.

Was natürlich auch sein kann ist, dass er deiner Gesundung noch nicht ganz traut. Dass er Angst hat, du würdest eine Schwangerschaft nicht überstehen bzw würdest ihn mit Kind alleine zurück lassen. Dann verstehe ich sein Zaudern. Also so oder so: Karten knallhart auf den Tisch legen. Ansonsten bleibt dir noch immer alleinerziehende Mutter zu werden..

Und btw: Meine Mutter war bei meiner Geburt fast 42. Warum sollte sowas schwer sein für ein Kind. Ehrlich gesagt finde ich es deutlich schwieriger für Kinder mit sehr jungen Eltern. Aber so oder so ist das Leben kein Ponyhof, was ist schon perfekt..
Good luck!

01.06.2015 08:17 • #15




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