Zitat von Scheol:Vielleicht wären Schulungen bei öffentlichen Stellen , das es solch Menschen überhaupt gibt , schon mal ein großer Schritt in die richtige Richtung.
Solche Schulungen gibt es durchaus und der Begriff Psychische Gewalt wird sehr schnell in den Beratungsstellen und auch von Gerichtsgutachten fast schon nahezu inflationär gebraucht, wenn denn körperliche Gewalt nicht bzw. noch nicht vorhanden war.
Doch leider ist immer noch zu beobachten, das diese Begrifflichkeit doch recht einseitig gehandhabt wird.
Es mag sein das ich mich damit hier in die Nesseln setze, aber ich habe leider die Erfahrung machen müssen das bei den öffentlichen Stellen immer noch zu oft psychische Gewalt den Männern diagnostiziert, oder besser: Unterstellt wird.
Der kritische Blick auf Frauen wird hier immer noch zu sehr ausgespart.
Von welchen Stellen reden wir da? Von Rechtsanwälten und Richtern einmal halbwegs abgesehen besteht die ganze Phalanx aus Jugendamt, Familienhilfe, Mediatoren und Gutachtern zu einem viel höheren Prozentsatz aus Frauen.
(Auch in die Kindergärten traut sich kaum noch ein Mann hinein.
Das ist eine steile These, beruht aber auf lebhafter eigener Erfahrung, etwa das der frühere Kindergarten eine Menge an männlicher Praktikanten verschlissen hat, die alle vorzeitig ihr Praktikum wechselten.
Zudem wurde Vätern in Elterntreff´s soviel über den Mund gefahren, das ihr aktiver Anteil verschwindend gering wurde.
Erst bei Sommerfesten, beim Aufbau und beim Grillen wurden dann diese Männer wieder gerne ausgegraben.)
Die Ursache dafür sehe ich darin, das der Anteil an Manipulatoren (und hier muss es richtig heißen Manipulatorinnen (!) viel zu wenig beachtet wird. Wir haben es im Blick auf Beziehungen, aber auch im Hinblick auf Kindererziehung sehr oft mit ausgemachten Regel-Setzerinnen zu tun.
(Diesen Begriff entnahm ich dem hervorragenden Buch Selbsttäuschung und Manipulation, Springer Verlag) Die mal aus der ich - Perspektive, mal aus der man - Perspektive recht unbedingt und oft sehr moralische Regeln setzen und entsprechend ihr Umfeld aus Kindern und Mann manipulieren.
Von der gewöhnlichen und noch akzeptablen Manipulation bis hin zu einer Form von emotionaler Gewalt ist der Weg oft kürzer als es den Anschein hat.
Ich glaube es ist nicht vermessen zu behaupten, das wir heute alle freiheitsliebender geworden sind.
Der Mann als klassischer Regel-Setzer, als autoritärer Typ ist gar nicht mehr so gefragt und überdies ohnehin ein Relikt aus früheren Zeiten. Von der Lohnungleichheit einmal abgesehen ist das Patriachat erfolgreich überwunden.
Wer wie ich, auch aus leidvoller Erfahrung, genauer hinschaut wird aber erkennen müssen das sich an Stelle dessen, zumindest in einigen sensiblen Bereichen, der Aufbau einer Art Matriachat vollzogen hat. Dabei verstehen es viele Frauen, auch nicht alle, ihr autoritäres und manipulatives Gebaren meist viel besser zu verstecken, etwa in ganz besonders höfliche Umgangsformen, auf die sie auch immer gerne achten. Natürlich sind sie es dann auch, die entscheiden was höflich und was unhöflich ist.
Ob nun neue Gesetze im Hinblick auf Emotionale Gewalt dem Abhilfe schaffen könnten, wage ich zu bezweifeln. Denn es würde voraussetzen das es klare Parameter dafür gäbe ab wann jemand berechtigt manipuliert oder einfach nur Seine Meinung sagt und berechtigte Forderungen stellt, oder ob er bereits zu einem solchen Regel-Setzer mutiert ist und tatsächlich eine Form von schädigender Gewalt ausübt.
Ich glaube es ist an der Zeit, das wir alle, Frauen und Männer, uns mehr in Bewusstseinsarbeit üben und eine rechtzeitige Sensibilität dafür entwickeln, wo im Miteinander gewisse Grenzen überschritten werden. Auch müssen wir dringend lernen, rechtzeitig selbst solche Grenzen zu setzen. Schmerzliche Trennungen sind letztlich auch das Ergebnis, das den Paaren bei permanenter Übertretungen der eigenen Belastbarkeit das Verständnis und die Geduld ausgeht.