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Endgültige Trennen nach 25 Jahren

S
@So-isses
Danke für deine direkten Worte und nein, ich nehme dir das nicht übel. Im Gegenteil, ich bin dir sehr dankbar. Du hast recht mit deinen Worten, insgeheim weiß ich das alles, schiebe aber den Gedanken und die Vorstellung ganz ganz weit weg und hoffe zudem auch noch… bis zum nächsten Schock..
Deine Worte helfen mir, den Tatsachen ins Auge zu sehen und ich bin mir 1000000 Mal sicher, dass ich nicht mehr den Zustand von vor der Trennung zurück möchte. Und ja, der Schmerz tut verdammt weh, aber ich weiß inzwischen auch, dass es wie eine Welle kommt und zum Glück auch wieder abflaut. Und dass die Wellen immer weniger werden bzw weniger schmerzhaft.

#46


S
@FrauDrachin
Das Schlimmste ist, dass es mein Kopf eigentlich weiß, dass es keine Hoffnung mehr gibt , aber mein Herz noch hofft bzw noch nicht so ganz hinterherziehen möchte, was ja auch verständlich ist nach 25 Jahren. Aber ich hoffe dennoch, dass es das Herz auch irgendwann versteht.

#47


A


Endgültige Trennen nach 25 Jahren

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S
@KPeter
Ganz lieben Dank , auch für den Tipp mit der radikalen Akzeptanz.

ich mag den Satz
Zitat von KPeter:
Das Unabänderliche akzeptieren, das Kontrollierbare selbst kontrollieren.

total gerne und der passt richtig gut. Nach dem Schock von vor 14 Tagen habe ich sehr lange gebraucht, um zu akzeptieren. Seit gestern oder vorgestern merke ich aber so langsam, dass ich langsam wieder mehr ins Handeln komme und das hat mit Sicherheit auch damit zu tun, dass ich vorgestern bezüglich der Trennungsvereinbarung ihn noch mal gefragt habe, ob er sich ganz sicher ist und er hat das bejaht. Das hat mir, glaube ich, geholfen, endgültig zu akzeptieren und jetzt so wieder mehr ins Handeln zu kommen, obwohl es natürlich nach wie vor extrem schmerzt.
Ich versuche gerade Dinge zu tun, die ich vorher nie gemacht hätte, sozusagen über meinen Schatten springen. Ich habe das Gefühl, dass mir das irgendwie Kraft gibt.

#48


K
Zitat:
>>Ich versuche gerade Dinge zu tun, die ich vorher nie gemacht hätte, sozusagen über meinen Schatten springen. Ich habe das Gefühl, dass mir das irgendwie Kraft gibt.<<

Ich musste eine Weile überlegen, was mich an diesem Satz stört. Dann hatte ich es gefunden. „Über den Schatten springen“… wenn man genau hinschaut wird klar, dass das einfach unmöglich ist. Es ist ein Synonym für das, was nicht geht, denn der blöde Schatten springt nun mal mit.

Wäre es nicht sinnvoller „über die Mauern zu springen“? Die Mauern der Verletztheit, des Verlassenwerdens, der Abwertung und des Blickes nach hinten? Du fühlst dich eingemauert, festgehalten, nicht frei. Wenn du das überwindest, sieht alles anders aus. Und da man beim Springen böse fallen oder sich wehtun kann, wäre es noch besser, „diese Mauern zu überklettern“, zu überwinden, Stück für Stück. Oder sie einzureißen. Da kann man Strategien entwickeln, sich überlegen, was zu tun ist. Und wenn man oben ist, sieht man wieder den Horizont und das gibt Antrieb für den Rest des Überwindes.

Ziemlich viele Bilder, aber manchmal helfen die.

x 2 #49


S
@KPeter

Zitat von KPeter:
über die Mauern zu springen“? Die Mauern der Verletztheit, des Verlassenwerdens, der Abwertung und des Blickes nach hinten? Du fühlst dich eingemauert, festgehalten, nicht frei. Wenn du das überwindest, sieht alles anders aus. Und da man beim Springen böse fallen oder sich wehtun kann, wäre es noch besser, „diese Mauern zu überklettern“, zu überwinden, Stück für Stück. Oder sie einzureißen

Ein sehr schönes Bild, ganz lieben Dank

#50


P
@StillRising Es tut mir furchtbar leid, was du gerade durchmachst.

Ich fühle mit dir, weil ich vor Jahren dasselbe erlebt habe (mein Ex wechselte zur Affäre und ich war plötzlich alleinerziehende Mutter von drei Kindern). Ich empfand es als wahnsinnig unfair, war tief verletzt und hatte keine Chance irgendetwas an der Situation zu ändern, fühlte mich also total hilflos und war zusätzlich auch noch finanziell von meinem Ex abhängig. Nie zuvor oder danach fühlte ich mich so ausgeliefert wie damals.
Vielleicht erkennst du einige dieser Gefühle wieder?

Ich habe mit kleinen Dingen begonnen: Den Tag zu schaffen. Und dann den nächsten. Kleine Sachen für mich zu entscheiden und dann größere. Dadurch fühlte ich mich der Situation nicht mehr so ausgeliefert, bekam Mut für die nächsten Schritte und schaffte letztlich Dinge, die ich mir zuvor selbst gar nicht zugetraut hatte.

Aber der Prozess war natürlich schmerzhaft und für einige lange Monate auch mit vielen Tränen verbunden. Auch mein Herz hoffte eine Weile. Aber es wurde besser. Und dann kam wirklich irgendwann der Tag an dem ich wieder richtig glücklich war, glücklicher als zuvor. Ich habe mich ganz neu kennen gelernt und die - für mich wirklich beeindruckende- Erfahrung der Selbstwirksamkeit trägt mich eigentlich bis heute.

Auch du wirst deinen Weg und irgendwann wieder dein Glück finden. Es dauert nur etwas. Fühle dich nicht alleine, viele haben das durchlebt und mussten ihr Leben nochmal ganz neu denken. Du schaffst das auch.

Was ich dir mitgeben möchte: Höre auf dich und deine Bedürfnisse, lass die Wut und die Trauer zu, sei nachsichtig und geduldig mit dir selbst, vertraue dir und deinen Fähigkeiten, sei mutig und vor allem: fühle dich umarmt.

x 4 #51


S
@Prachtspiere
du sprichst mir total aus der Seele und ich erkenne mich in jedem deiner Sätze wieder. Aber vor allem gibt mir dein Beitrag Hoffnung, ganz lieben Dank dafür.

Als er sich im November endgültig getrennt hat, habe ich es relativ gut geschafft, nach vorne zu blicken. Ich habe sehr schnell organisatorische Dinge geregelt ( Termin bei Anwalt, eigenes Konto,..) und versucht, den Fokus komplett auf mich ( und die Kinder) zu richten ( Sachen zu machen, die mir gut getan haben und mir Spass gemacht haben). Es ging mir eigentlich relativ gut, bis vor 3 Wochen ich gehört habe, dass er die Neue jetzt mit zu seiner Familie nehmen will, wahrscheinlich hatte ich unbewusst noch Hoffnung. Danach bin ich erst mal ein richtiges Loch gefallen, fast noch schlimmer als direkt nach der Trennung.
so langsam geht es mir allerdings ein wenig besser, bin aber lange noch nicht auf dem Stand von vor den 3 Wochen, habe aber jetzt endgültig akzeptiert und versuche wieder nach vorne zu schauen, Stück für Stück, Stunde für Stunde und hoffentlich bald wieder Tag für Tag.
Ich denke, wenn nächste Woche die Trennungsvereinbarung unterschrieben ist, dann kann ich ( hoffentlich) richtig nach vorne schauen, nur der Tag selbst wird bestimmt noch mal sehr schwer.

x 2 #52


S
Ich wollte mal berichten, dass ich ganz spontan über das Wochenende ein paar Tage in Brüssel und Lille war und einen sehr alten Freund getroffen habe. Das WE hat mir so wahnsinnig gut getan und ich habe tatsächlich geschafft, Abstand zu gewinnen und innerlich einen Schritt zurück zu gehen und nicht mehr in diesem tiefen Schmerz zu stecken.
Ich hoffe, dass ich dieses Gefühl noch eine Weile weiter tragen kann, besonders in Hinblick auf Montag, wo wir die Trennungsvereinbarung unterschreiben.
Aber selbst wenn anschließend wieder so eine Welle kommen wird, weiss ich jetzt, dass die auch wieder weg geht und vor allem, wie es sich anfühlt, wenn so langsam ser der Schmerz und die Trauer weggeht.
Ich hoffe wirklich, dass dieser Tag nicht so schlimm wird

x 2 #53


K
@StillRising
Zitat:
>>Ich wollte mal berichten, dass ich ganz spontan über das Wochenende ein paar Tage in Brüssel und Lille war und einen sehr alten Freund getroffen habe. Das WE hat mir so wahnsinnig gut getan und ich habe tatsächlich geschafft, Abstand zu gewinnen und innerlich einen Schritt zurück zu gehen und nicht mehr in diesem tiefen Schmerz zu stecken.<<


Sehr gut, danke dass du das schilderst. Denn immer wenn man mitten im Schmerz steckt, kann man sich überhaupt nicht vorstellen, wie man da heraus kommen sollte. Alle Schilderungen und Aufforderungen „sich abzulenken“ klingen absurd, weil einem einfach die Vorstellung dafür fehlt, dass man etwas genießen, schön finden oder gar Glück empfinden kann.
Du hast nun hautnah erfahren, dass auch nach dem Rückschlag eine solche „Ablenkung“ möglich und sinnvoll war, dass du sogar richtig Abstand gewinnen konntest. Und diese Erfahrung will jetzt abgespeichert werden. Sie ist ein Handwerkzeug, dass du einsetzen kannst, wenn es wieder mal so eng wird, so bedrohlich und scheinbar aussichtslos. „Ich weiß, dass es mir besser geht, wenn ich etwas unternehme, das mir dabei hilft!“ Und dieses Wissen ist dann ein Bestandteil dessen, was ich „Bewältigungsgewissheit“ nenne. Ich wünsche dir, dass du diese Gewissheit nach und nach zu einem Bestandteil deines Lebens machen kannst. Sie hilft dir auch über weitere Hürden hinweg, die das Leben noch so aufstellen könnte.

Zitat:
>>Ich hoffe, dass ich dieses Gefühl noch eine Weile weiter tragen kann, besonders in Hinblick auf Montag, wo wir die Trennungsvereinbarung unterschreiben.
Aber selbst wenn anschließend wieder so eine Welle kommen wird, weiss ich jetzt, dass die auch wieder weg geht und vor allem, wie es sich anfühlt, wenn so langsam ser der Schmerz und die Trauer weggeht.<<


Genau das wollte ich damit zum Ausdruck bringen. Und das muss verstärkt werden, das muss zu einem Fenster werden, dass das du hindurch schauen kannst, wenn es um dich herum dunkel zu sein scheint.

Zitat:
>>Ich hoffe wirklich, dass dieser Tag nicht so schlimm wird<<


Es ist nicht tragisch, wenn dieser Tag schlimm wird. Der darf sogar schlimm werden, denn da wird ja ganz vieles genannt und unterschrieben, was Teil deines Lebens war. Wieso sollte das nicht schlimm werden? Aber der Tag geht zu Ende, er wird auch ein Teil des großen Bildes hinter Panzerglas. Du kannst ihn dir anschauen oder es bleiben lassen. Er spielt eine wichtige Rolle, aber es ist nur ein Tag. Und danach wirst du wieder einen Weg finden, nach vorne zu schauen und nicht nach hinten.

Ich wünsche dir also, dass du diesem Tag mit der angemessenen Gelassenheit entgegensehen kannst. Er wird schlimm, aber er geht vorbei. ER gehört zur Trennung dazu. Und danach bist du wieder etwas freier als vorher, auch wenn es sich nicht so anfühlt.

Alles Gute dir für Montag

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A


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