Zitat von Dattel:Es gibt reichlich Gründe, sich der Reproduktion anzunehmen.
Besuche im Alter ist aber neben Kindergeld der unpassenste Grund.
Das sind dann so verbitterte Storys, Kind zieht in die USA und kommt zweimal im Jahr her....wird deshalb enterbt und die alten Eltern sind enttäuscht ohne Ende.
Oder das Kind wagt es ernsthaft, seine Eltern nicht zu lieben und zu mögen.
Oder die Alten werden merkwürdig und man ist froh, sie im Heim zu wissen.
Kinder sind gewiss manchmal zauberhaft, aber es ist auch schlichtweg moralisch nicht möglich, Kinder als großen Fehler und extreme Belastung einzugestehen.
Derlei hört man bestenfalls im Suff unter Tränen, deshalb ist es gelebte Praxis, Kinder als DEN besten Lebensinhalt ever zu erklären.
Das ist er für viele Menschen auch, zweifellos.
Puh... Also ich habe es zum Glück bisher anders erleben dürfen. Habe eine sehr innige Bindung zu sowohl meiner Mutter, als auch meinem Vater und Stiefvater. Ich bin dadurch, dass meine Eltern beide berufstätig seien mussten, bei meinen Großeltern aufgewachsen. Daran habe ich die allerschönsten Erinnerungen. Mein Großvater war für mich einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben. Das möchte ich früher oder später auch mal für jemanden darstellen. Klar können die Dingen schief gehen, aber davon sollte man ja erstmal nicht ausgehen. Bei uns in der Familie kümmern sich alle um alle, man spricht viel miteinander und steht sich mit Rat und Tat zur Seite. Ich glaube wenn man sowas erlebt hat, dann ist es das natürlichste Bedürfnis der Welt, so etwas später mit eigenen Kindern / Enkelkindern zu erleben. Ja, sowas ist sinnstiftend. Das ist Biologie, die Natur hat es so eingerichtete. Man sollte natürlich bestenfalls auch ohne in der Lage sein ein glückliches und zufriedenes Leben zu führen!
Zitat von Plentysweat: Aber Du hast in diesem Forum nach Meinungen gefragt. Und hier ist nun eine davon

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Ich bin sehr dankbar für deine Meinung und habe wirklich jede Zeile interessiert gelesen

Auch hier kann ich nur von Erfahrungen aus meinem eigenen Umfeld berichten. Meine Eltern waren über 20 Jahre verheiratet. Meine Mutter sagt heute, dass sie schon Zweifel hatte, noch bevor ich auf die Welt gekommen bin. Aber sie blieb dabei und wirklich schlimm war es auch nie. Es war hat in Ordnung. Mit der Zeit ist die Unzufriedenheit gewachsen, der Mangel an gemeinsamen Interessen und vor allem der Umstand, nicht wirklich auf einer Wellenlänge zu sein, traten immer weiter hervor.
Schließlich ließen meine Eltern sich scheiden. Mittlerweile sind beide wieder verheiratet. Meine Mutter ist seit 10 Jahre mit meinem Stiefvater zusammen, knapp 5 Jahre sind sie verheiratet. Selbst nach all den Jahren passen die beiden wie Ar. auf Eimer. Klar, Kleinigkeiten stören einen, aber weder sie noch er hatte je Zweifel an der Beziehung. Beide turteln und sind wunderbar glücklich miteinander. Die Trennung meiner Eltern war die beste Entscheidung die die beiden je hätten treffen können.
Genauso meine beste Freundin. Sie hatte immer einen Partner, immer war es ok. Immer hat sie sich aber auch gefragt, ob nicht irgendwo was besseres wartet. Dann lernte sie ihren jetzigen Verlobten kennen. Beide sind zwar erst 2 Jahre zusammen, aber trotzdem sagt sie, dass sie ein derartiges Zugehörigkeitsgefühl bisher nicht kannte. Es fühlt sich einfach richtig an und das seit dem ersten Moment.
Wahrscheinlich dürfen im Endeffekt die Zweifel nicht mehr als eine temporäre Angelegenheit darstellen. Sind die zu lange vorhanden, so setzen sie sich fest, zersetzen die Beziehung und verhindern Glück und Zufriedenheit.
Jedenfalls war es bei mir so, denke ich.
Zitat von Lebensfreude:Definiere größeres Glück !
Größeres Glück... Wohl im Kern das deutliche Übergewicht von positiven gegenüber negativen Interaktionen. Wenn man es denn auf eine Liebesbeziehung bezieht. Das Gefühl der andere ist nicht ersetzbar und eine tiefe innere Überzeugung, dass alles richtig ist wie es ist. Keine länger anhaltenden Zweifel und kein sich ständig fragen müssen, ob das schon alles gewesen sein soll.