Zitat von gin:Er war einfach verliebt und als die Hormone zurück gingen kam sein eigentliches Muster wieder in Erscheinung. Da hast du dann IHN kennen gelernt.
Ja. Das ist mir aber erst viel, viel später bewusst geworden. Als es schon zu spät war und er zwar anwesend, aber emotional weit weg. Da habe ich ihm dann endlich die Freiheit gegeben, die er so lange vermisst hat. Aber obwohl er sie dann hatte, hat es sich für ihn nicht so angefühlt. Er hat sich gefangen gefühlt.
Mit seiner "neuen" Freundin (sind ja jetzt auch schon 9 Monate zusammen) ist es offenbar anders. Denn er ist immer noch so viel auf Jobreise.
Zitat von gin:Und so jemanden, dem du alles nach Monaten aus der Nase ziehen musstest, der nicht freiwillig zu dir gekommen ist, willst du zurück? Das klingt nach Selbst-Betrug.
Warum Selbstbetrug? Ja, ich weiss, dass er Konflikten aus dem Weg geht. Das hat mich oft so auf die Palme getrieben, dass er sich in Streitsituationen einfach komplett rausgezogen hat. Immer erst am nächsten Tag weiterreden wollte. Im Extremfall erst nach vier Tagen, ohne, dass ich ihn erreichen konnte (weil kein Mobilfunknetz). Ich bin so jemand, der kaputt geht, wenn man sich nicht sofort versöhnt.
Zitat von gin:Genau das ist der Punkt an dem du sehen solltest, dass ihr beide einfach nicht zusammen passt, außer als Freunde.
Warum? Ich habe einfach seine Bedürfnisse nicht gesehen, alles hat sich nur um mich gedreht. Er ist daran kaputtgegangen, natürlich. Er war irgendwann ausgebrannt davon, mich emotional und rein praktisch die ganze Zeit stützen zu müssen. Ich dachte in meiner Naivität, das könne immer so weiter gehen. Er hat mich so sehr geliebt, dass er jahrelang seine Bedürfnisse hinten angestellt hat. Ich war nicht dankbar, sondern nur verzweifelt über meine gesundheitliche Situation. Habe mich nicht um seine Bedürfnisse gekümmert. Als er mich im Mai 2015 damit konfrontiert hat, dass es so nicht weitergeht, er den Streit und die Vorwürfe nicht mehr aushält, da habe ich endlich an mir gearbeitet. Aber es war zu spät. Und das hat er nicht erkannt, nicht zugegeben, 13 lange Monate nicht.
Zitat von gin:Selbstverständlich braucht man manchmal sehr lange. Aber ich glaube nicht das er das Potential hatte dich glücklich zu machen.
Er hat mich sehr, sehr glücklich gemacht.
Zitat von gin:Anstatt dich zu freuen wenn er wieder da war, warst du ärgerlich. Du wolltest mehr, anstatt nun beruhigt zu sein.
Ich weiss nicht, ob Du Dich hier auf die Zeit beziehst, als er mich noch geliebt hat, oder die lange Zeit, als ich um seine Liebe gekämpft habe. Was ersteres angeht, ja. Ich war sauer, wenn er etwas für sich getan hat, ohne mich, denn ich sass krank zu Hause, zutiefst frustriert, weil mein Körper nicht funktioniert und mich dazu zwingt, ein Leben mit angezogener Handbremse zu führen. Erst durch den Kampf um seine Liebe habe ich gelernt, mit der Krankheit umzugehen. Das hat er gesehen, sagte selbst zu mir, "jetzt lebst Du MIT der Krankheit".
Als wir die erste Auszeit hatten, seine vielen Jobreisen danach, da habe ich mich sehr gefreut, wenn er da war. Aber gleichzeitig war es auch unheimlich schmerzhaft. Wir gingen so liebevoll miteinander um, haben so toll miteinander geredet, aber er konnte den letzten Schritt nicht gehen und sich auch körperlich wieder auf mich einlassen. Er sagte immer, er weiss selbst nicht, warum. Aber er schlief nicht mehr im Bett, küsste mich nicht mehr, geschweige denn mehr. Wirkte fast traumatisiert, sagte, uns ginge es eigentlich so gut zusammen, aber er hätte solche Angst davor, dass der ganze Streit und die ganzen Vorwürfe wieder losgingen. Konnte mir nicht mehr vertrauen. Hat mir irgendwann auch keinen Respekt mehr gezeigt, nur noch sein eigenes Ding gemacht. Ich habe von anderen erfahren, wann er wo auf Jobreise ist, mir hat er nichts mehr gesagt, ich wusste nur auf Nachfrage, wann er wieder zu Hause ist. Er wollte endlich wieder auf sich fokussieren.
Ich weiss, dass es Männer gibt, die an mir interessiert sind. Aber ich bin nicht interessiert. Ich werde niemals jemanden wieder so lieben können wie IHN. Und der Gedanke tut so weh, dass ich nicht damit weiterleben will.