Zitat von Alicej: Diese Telefonate, der Gesprächspartner, der Partner, der mit mir einen Film geguckt hat abends. Ich fühle mich im Moment so allein. Alles erinnert mich an ihn, meine Wohnung, die Arbeit (er hat bis vor kurzem mit mir zusammen gearbeitet), der Weg dahin, der Supermarkt, einfach alles. Es gibt keinen Ort, wo wir nicht waren. Ich kann nichts machen, ohne an ihn erinnert zu werden.
Hey du,
schau, das hier ist "echt" und real. Dass ein Mensch aus deinem Leben verschwunden ist, der sehr wichtig für dich war.
Alles andere, was er mit seiner Cousine macht, wie sehr er leidet oder nicht, was es für ihn war oder nicht... Das alles spielt sich nur in deinem Kopf ab. Die Antworten auf diese Fragen ändern rein gar nichts an der obigen Tatsache, dass du einen Menschen vermisst, den du sehr gemocht hast.
Auch wenn er sich "sauber" von dir getrennt hätte, wäre das Vermissen das gleiche.
Wenn er dich nicht verlassen hätte, sondern gestorben wäre, das Vermissen wäre das gleiche.
Das ist es, was die Esoteriker meinen, wenn sie sagen, wir leiden nicht aufgrund der Tatsachen, sondern aufgrund unserer Gedanken darüber. Mir hilft dieser Gedanke sehr weiter, wenn meine inneren Gerichtsverhandlungen anspringen.
Ich lerne gerade, in solchen Situationen mehr ins Spüren zu kommen.
Nehme dir einen dieser Gedanken vor, und schau ganz genau hin. Wie fühlst du dich bei diesem Gedanken? Welche Körperlichen Reaktionen kommen? Und dann nimm ihn dir genau vor. Stimmt es wirklich, was du da denkst? Könnte man das Gegenteil auch begründen? Wie geht es dir, wenn du das Gegenteil denkst? Was passiert, wenn du dir den einen oder anderen Schuh mal anziehst?
Auch wenn ich mit ihrer Methode etwas zwiegespalten bin, eine Zeitlang hat mich "The Work" von Byron Katie sehr weiter gebracht. Gerade was Gedankenkreise angeht, aus denen man ja auch nicht so einfach rauskommt.
Liebe Grüße von der Drachin