Na, jetzt lasst mal die Kirche im Dorf. Erstens hat mein Kleiner keine mehreren Liebesbeziehungen, sowas macht er nicht. Da geht lieber und gern zu Professionellen

Würde aber auch kaum eine Nicht-Muslima (auch wenn er selbst nicht religiös ist) und auch kaum eine Nicht-Jungfrau heiraten, da wäre die Familie zu sehr dagegen.
Muss man akzeptieren. Man kann ja schwer durchs Leben rennen und die Red Flags von anderen für einen lebenslangen Bund für null und nichtig und blöd erklären. Gerade, wenn man die Kriterien des anderen nicht erfüllt. Hat ja dann auch ein eigenartiges Gschmackl. Wie die Incels, die immer auf Frauen schimpfen, weil sie selber für sie nicht in Frage kommen, aber meinen, sie hätten ein Recht darauf.
Dass er aus seinem Umfeld natürlich sieht, wenn Frauen total strange reagieren, sofort die Nerven schmeißen und Heulkrämpfe bekommen, wenn sich ein fremder Mann zwei Tage nicht meldet, der oft nur aufs Geld und/oder den Aufenthaltstitel aus ist, dass da für ihn einiges bei vielen westlichen Frauen, denen er über seine Kumpel so begegnet, im Argen liegt, ist ja klar. Sowas würde eine orientalische Frau nicht tun. Sondern den Knaben vorher auf Herz und Nieren prüfen, bevor sie Herz und Kopf verliert. Und einem Rosenkavalier sicher nie Geld überweisen. Und auch keinen nehmen, der selber kein Auskommen hat. Was auch nicht der falscheste Zugang ist.
Dass unsere TE nicht in Betracht zieht, dass ein 40jähriger Türke im Normalfall verheiratet und Familienvater ist, es in der Türkei vielleicht auch nicht überall Empfang gibt, dass der keine Aufenthaltsbewilligung hat und das ein Problem oder Motiv sein könnte, dass er die Sprache nicht spricht, die Religion ein großes Hindernis sein könnte und auch ausblendet, dass der noch ganz andere Motive haben könnte als Liebe auf den ersten Blick, ist eben nicht sehr vernünftig. Auch dass es genauso möglich ist, dass er sie nur als kurzen Urlaubsflirt ansah, zumal sie als Nicht-Muslima ja eher nicht für ihn in Frage kommt, zumindest als Lebenspartnerin, lassen bei dem immensen Gefühlsausbruch und inhärenten Träumereien von ihr schon auf, nennen wir es, Naivität und wenig Ahnung von der Welt, schließen.
Er sagt halt dumm, wir würden halt bedürftig sagen - kommt aufs Selbe raus. Zumal das nicht seine Muttersprache ist.
Und wir können nicht immer nur den anderen die Verantwortung in die Schuhe schieben, wenn eine westliche erwachsene Frau so dermaßen in einer rosaroten jungmädchen-romantischen Vorstellung der Paar-Liebe durchs Leben wuppert, die mit deren Lebensauffassung und ihren Werten, wo die Familie, Sicherheit Wohlstand eben höher stehen als eine romantische Paar-Vorstellung, an der wir ja auch oft scheitern, nichts zu tun hat.
Hier wird ja genauso oft geschrieben, das Paar sollte wegen der Kinder zusammenbleiben, auch wenn zumindest einer offensichtlich seit Jahren unglücklich ist. Und die beziehen halt noch deren Eitern und ihre Werte (wie zb gemeinsame Religion) mit ein. Ist ja eh dasselbe in grün bei traditionellen Vorstellungen, nur stehen sie halt mehr dazu.
Wenn wir deren Werte und Lebensrealität gern ausblenden wollen und dann mit unseren romantischen Vorstellungen auf die Schnauze fliegen, kann man nicht nur dem anderen die Verantwortung dafür geben.
Und ganz ehrlich. Er verhält sich ja durchaus normal, selbst wenn er nicht verheiratet ist, hat er jetzt wichtigeres zu tun, als seinen Urlaubsflirt aus der Entfernung zu bespaßen. Wieso sie sich da so reinsteigert, würd ich auch dann bedenklich finden, wenn der Gute Hans-Peter heißen würde. Ich würde als Mann Angst kriegen, wenn ich das so mitbekommen würde. Was da dauernd für Dramen folgen würden mit heißen Tränen, wenn der nicht nach ihren Erwartungen spurt, kann man sich lebhaft vorstellen. Die heißen Tränen wegen Kleinigkeiten werden dann zum Machtinstrument, mit dem sie ihn zwingt, Dinge zu tun, die er eigentlich gar nicht will. Zumindest würde ich das befürchten und flüchten.
Und wie soll denn das weitergehen? Er kommt zurück und sie kommen zusammen, weil er ist ja soo romantisch - und alles ist für beide dann gut? Er wird die Aufenthaltsbewilligung bekommen und Arbeit finden, die Familie nimmt sie mit offenen Armen auf, Sprachbarrieren sind kein Problem, Religion auch nicht. Oder sie zieht zu ihm nach Anatolien und fügt sich dort nahtlos in den türkischen Familienclan ein und genießt die Sonne und den Ruf des Muezzins? Ja, theoretisch alles möglich. Aber wohl nicht die wahrscheinlichsten Szenarien.
Man kann sie ja als armes Opfer des bösen Mannes sehen. Aber ich finds sinnvoller, ihr selber mal gehörig den Kopf zu waschen. Sie trägt die Verantwortung für ihr Leben - und nicht er.
Sie sollte sich aber ernsthaft die Frage stellen, ob die den ganzen Hürden und Problemen, die zwangsläufig in einer Beziehung auf sie zukommen würden, auch tatsächlich gewachsen ist. Ich würd mirs nämlich nicht zu trauen, und ich bin bei Weitem nicht so nah am Wasser gebaut. Dass ein Flirt sich zwei Tage oder gar nicht mehr meldet, hätte bei mir noch keine gröbere Gemütswallung verursacht. Aber eine Beziehung mit so vielen Herausforderungen wäre mir echt eine Nummer zu groß.