Zitat von carlos7: Das Grundprinzip der Red und Blue Pill Theorie ist nun einmal in der Alt-Right und Incel Szene entstanden
Also so wie ich das verstanden habe gilt der Psychologe und Autor Rollo Tomassi als Erfinder und Wegbereiter der Bewegung, vor allem durch sein Buch "The rational Male", welches als Bibel der Szene gilt.
Und ich weiß nicht...ein studierter Psychologe, der übrigens verheiratet ist, an der Uni lehrt und Paartherapeut ist, wirkt für mich nicht unbedingt wie der klassische Schaum vorn Mund Incel der bei Mutti im Keller sitzt.
Zumal wie hier schon erwähnt wurde: die Erkenntnis, dass die meisten (nicht alle!) Frauen eher den Mann toll finden der das Mammut erlegt hat und so die Familie ernährt hat, statt dem Typen der seinen Samstagabend damit verbringt über Gefühle in Trennungsschmerzen zu schreiben, ist doch jetzt auch nicht so neu.
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Trust fund.
6'5
Blue eyes.
Zitat von carlos7: Das Gegenteil ist aber der Fall: Diese Gedankengänge sind dort entstanden und werden dort kultiviert.
Das ist genau das Problem an der ganzen Geschichte.
Sie sind nicht dort entstanden, sie werden dort aber missbraucht und kultiviert. Nur kann das allen Überzeugungen und Weltanschauungen passieren. Du kannst ein Christ sein und es nicht so genau nehmen mit der Bibel, oder du kannst in den Kreuzzug ziehen. Du kannst Feministin sein und dich völlig zu Recht für Gleichberechtigung stark machen, oder du kannst den Tod aller Männer fordern, weil sie das übel auf der Welt sind.
Das alles sind Ausprägungen, die aber nichts über die Grundidee aussagen, sondern diese eher noch verschwärzen und in den Dreck ziehen.
Zitat von carlos7: Das gipfelt dann darin, dass Frau grundsätzlich Schuld am Scheitern einer Beziehung ist. Entweder aufgrund ihrer genetischen disposition (Hypergamie) oder aufgrund der Kriterien ihrer Partnerwahl (wieder Hypergamie).
Das ist lustig das du das schreibst, weil in der "Szene" gibt es dafür einen Begriff. Und zwar der "Black Pill". Das sind Typen die "verstanden" zu haben glauben und dann so einen Hass entwickeln, wie du ihn hier darstellst. Und genau dieses Typen werden übrigens von allen gemieden und nicht ernstgenommen, weil sie einfach Kinder sind.
Das Grundkonzept ist nämlich eigentlich ganz einfach: es besagt,
dass Männer und Frauen unterschiedlich lieben.
Das ist alles. Das ist nicht gut. Das ist nicht schlecht. Es ist einfach. Es ist wie es ist.
Das ist schon alles. Mehr nicht.
Alles andere ist Interpretation.
Ersteinmal das offensichtliche Argument: der Erfolg der "Bewegung" zeigt ja, dass ein Verlangen danach da ist. Ein Verlangen danach einfach anzuerkennen, dass Männer und Frauen eben nicht 1:1 deckungsgleich sind. Dass es eben doch Unterschiede gibt und es diese schon seit Hunderttausenden von Jahren gab und man diese nicht weg ideologisieren kann in zwei, drei Jahrzehnten. Und wenn man sich die breite Masse in der Bevölkerung anschaut ist doch genau das was momentan der Zeitgeist ist. (Völlig wertfrei geäußert, nur ist das meine Beobachtung).
Der andere Punkt ist ebenfalls wichtig: aus der Erkenntnis entsteht eben nicht eine Abgabe der Verantwortung, sondern das Gegenteil, ein Erkennen.
Anders formuliert: es heißt eben nicht "Frauen sind doof weil die wollen nur Typen die Geld haben!", nein, es heißt "Du musst versuchen das Beste und glücklichste aus dein Leben zu machen. Eben nicht nur auf'n Sofa anhängen, Playstation spielen und das Leben an dir vorbeiziehen lassen. Nein, werde die beste Version deiner selbst - das ist anziehend" und mir kann hier keiner erzählen, dass das nicht wahr ist.
Und ich erkenne auch nichts negatives daran, wenn man Menschen bekräftigt ein schönes und erfülltes Leben zu führen. Übrigens völlig unabhängig vom Beziehungsstatus.
Und ich würde behaupten, dass viele Beziehungen, auch die man hier so liest, anders verlaufen würden, wenn das mehr gelebt werden würde.
(Ausnahmen bestätigen die Regel natürlich)