Zitat von Ema: Und als ich sagte, dass es leichter ist, in diesen Mustern zu verharren, meinte ich nicht, dass alle, die es nicht schaffen, es sich eben leicht machen.
Danke! Ich glaube, daß war, was mich antworten ließ.
Erstens, liebe @Kasy1979 ich finde schön, wie Du schreibst und Deine Geschichte erinnert mich ein wenig an meine und schon allein deshalb wollte ich mich hier beteiligen, weil ich schon glaube, daß ich, wenn auch nicht immer super gefällig oder Gefallendes aber mit meinen Überlegungen zu dem Thema durchaus etwas beizutragen habe. Und Emas Satz zum Mut, dem stimme ich natürlich zu. Und ich teile Deine und Emas Einstellungen in vielerlei Hinsicht.
Zweitens, dennoch ist das mit dem Mut und auch "er ist zu seiner Ehefrau zurück, ich bin gebrochen" halt so eine Sache. Ich verurteile Affären nicht, klar Sternstunden des eigenen Lebens schauen halt anders aus, aber diese gesamte Mittäter/Beihelfer-Argumentation, die da recht schnell brauchbar gemacht wird, empfinde ich als nicht sachgerecht. Umgedreht denke ich aber auch, daß sich viele bei dieser Art von gebundenen Affäreführenden schnell auf Lesarten einlassen, bei denen ich mir halt nie so ganz sicher bin, wie stimmig die tatsächlich sind.
Wenn ich jemandem, der in einer für diesen unbefriedigenden Beziehung steckt sage, hey ich habe die letzten Jahre hin und wieder an dich gedacht, wird der andere natürlich das eigene "was wäre wenn" mit meinem abgleichen und auf Übereinstimmung zielen und flugs wird aus Koinzidenz Kausalität und damit Bedeutung.
Umgekehrt, sage ich bitte doch niemandem, er müsse eine Entscheidung fällen, ohne daß vorher etwas gelaufen ist.
Affären sind messy. Und niemand weiß, was passiert, bevor es passiert ist. Kasy, erinnert mich im übrigen an Casi aus dem Spielhaus total sympathisch, ich glaube wirklich nicht, daß er gelogen hat, sondern er war halt kein Held, so wie Du vielleicht keine Heldin gewesen wärst, wenn Du ohne mit ihm zu schlafen an Tag 1 hättest zusagen müssen, daß Du bereit bist, diesen Weg mit ihm zu gehen.
Drittens: Ema kennt das jetzt schon von mir

, ich bin so ein bissl eine Verfechterin von mimimi ist ein Menschenrecht und wir alle tun gut daran, individuelle und strukturelle Hürden nicht außer Acht zulassen. Im Grunde genommen ist es eine negative Privilegiendiskussion. Es ist leicht aus unserer Perspektive auf eine 15/20/30 Jahre Ehe zu schauen und zu sagen, ja, aber. Es ist leicht mit Therapieerfahrung zu sagen, ähm, hallo Muster.
Ich für meinen Teil aber, habe keine Ahnung, wie 15 Jahre Ehe ausschauen und wie das dann ist mit Kindern und ich tue mich schwer, jemanden zu verstehen, der in einem Therapie ist etwas für Gewaltopfer oder Menschen, denen es "wirklich" schlecht geht, es ist 1997 und Chuck Norris hat alle Pokemon gefangen am Festnetz-Denkmuster festhängt.
Aus meiner Sicht braucht es nicht nur Mut, sondern so hart wie es ist, es hat zu diesem Zeitpunkt einfach nicht gereicht, warum auch immer. Das macht, was passiert ist, nicht weniger wert.
Große Lieben werden nicht durch Dauer oder Dauerhaftigkeit und nicht mal durch Erwiderung definiert.