lovesick123
Gast
es ist jetzt ca 10 Tage her dass meine Beziehung nach 5 Jahren in die Brüche gegangen ist. Der erste große Schock ist erstmal überstanden, jetzt kommen die Fragen.
Es war meine 2. lange Beziehung, und diesmal war ich Vergleich zur ersten RICHTIG glücklich. Wir waren beide zunächst sehr gut befreundet, ich kam in eine neue Stadt, er war mein Nachbar. Nach einer Weile fing er an "mehr" zu wollen, aber ich wollte nicht. Zum Teil weil er nicht meinem "Schema" entsprach, zum Teil weil ich Angst hatte ihn als Freund zu verlieren falls es schief geht.
Irgendwann hat es dann auch bei mir ZOOM gemacht und wir kamen zusammen. Total leidenschaftlich alles, total euphorisch, wir sagten es sei die große Liebe, zogen nach 3 Monaten direkt zusammen und eine tolle Zeit begann. Nach 2.5 Jahren verlor er seinen Job in der Firma die er selber aufgebaut hatte. Damit fing alles an. Er bekam eine Identitätskrise (Eigenaussage) und wusste gar nicht mehr wer er ist und was er tun soll etc. Stürzte sich wahllos in die Selbstständigkeit, fing ein Studium an, war viel unterwegs. Sein Leben war sehr chaotisch, er kam fast täglich mit neuen Ideen an (er ist sehr "kreativ") und ich habe ihn so gut es geht unterstützt. Ein halbes Jahr nach dem Jobverlust kam es schon mal fast zu einer Trennung, aus Gründen das er dachte unsere Lebensentwürfe würden nicht zusammenpassen. Was quatsch ist mE, da er ja eh nicht weiß was er will, wieso sollte man sich dann Gedanken um den Lebensentwurf machen. Naja. Wir haben uns damals berappelt und waren noch 2 Jahre zusammen. Durchaus auch noch glücklich, nur merkte ich unterbewusst das er begann sich von mir zu entfernen. Nicht wirklich spürbar, wir waren beide oft unterwegs, daher kam das schleichend. Wenn wir uns aber gesehen haben war alles SUPER, perfekter Sex, total körperlich, selbst nach 5 Jahren KEINE Minderung der Leidenschaft. Wir haben viel gelacht und haben immer viel und offen geredet, die Beziehung sehr bewusst gestaltet.
Jetzt kam dazu, dass er immer stärker in die *beep* abrutschte, aufgrund seiner eigenen Unzufriedenheit mit seinem Leben generell. Er wurde sehr grüblerisch, fast schon destruktiv und brauchte immer mehr "Zeit für sich". Ich habe ihm das alles gegeben, wollte ja auch das es ihm besser geht. Wir fingen im Dezember eine Paartherapie an, die er auch sehr hilfreich fand - ich eher nicht so. Aber ich war mir ja auch eh sicher mit allem!
Zu Silvester dann die Ansage, dass er ein "nicht normales" Leben führen wolle, sich auf alles einlassen können will - auf meine Nachfrage kam auch die Bestätigung das das auch andere Frauen einschließt. Ich war dann so verletzt dass ich in den ersten beiden Januarwochen mich immer mehr zurückzog, immer wieder bohrte was das soll mit den anderen Frauen, wo er doch sagt er hätte mit mir den Sex seines Lebens! Naja, und dann kam halt die Trennung. Irgendwann weinten wir beide und er sagt er käme seit 2 Jahren immer wieder an den selben Punkt, das er so einen Freiheitsdrang habe und den Wunsch hätte, "nochmal komplett von vorn anzufangen".
Alle sind total geschockt von der Entscheidung, können es nicht glauben weil wir doch so perfekt zusammenpassten. Und ja, wir hatten Probleme, besonders das *beep* und sein vieles Weg-Sein hat mich belastet. Ich war auch unglücklich am Ende. Aber trotzdem denke ich, das es falsch ist hier an der Stelle alles hinzuwerfen, und zu denken "ach da kommt noch was besseres". Wir haben SO viel an der Beziehung gearbeitet, uns so viel erarbeitet, haben uns bis zum Schluss super verstanden. Auch jetzt, wir telefonieren und sind total cool miteinander. Ich weiß ihm geht es schlecht, mir auch, doch sagt er dass er das jetzt braucht, das er allein sein will und dass er sein Leben auf die Reihe kriegen muss. Manchmal zweifelt er kurz ob das alles richtig war, aber dann kommt er am Ende immer zu dem Punkt das er quasi sagt, es ist jetzt besser so.
Was meint ihr dazu? Macht es Sinn noch zu hoffen? Hat jemand was ähnliches erlebt? Wie wahrscheinlich ist der Punkt dass er es irgendwann bereut?

Gerne..