Zitat von La_joie:@Gurkensalat Er hat immer Verständnis gezeigt, wirklich immer. Er hat mir während der Beziehung nie, nie ein schlechtes Gefühl deswegen gegeben. Solche Aussagen kamen in der Regel, wenn ich kurze Momente hatte, in denen mir bewusst wurde, dass ich ihn weggestoßen hab, und ihn gefragt hab, ob es ihn gekränkt hat. ...
Oh, diese Zitierfunktion ist ja seltsam. Ich zerpflücke normalerweise die Texte und antworte auf die Absätze. Das scheint hier nicht zu funktionieren. Oder doch?
Wenn Du ihn immer vor den Kopf gestoßen hast, ist das natürlich sehr belastend für eine Beziehung. Dass es keine Rolle gespielt hat, kann ich mir nicht vorstellen. So wie es aussah, hat er sich ja doch bemüht. Aber vielleicht brauchte er ja dann doch etwas mehr Bestätigung. Schwer zu sagen, ob er dann doch Dich mehr mochte oder das Anhimmeln. Dass er sagt, Du seist "Gold", aber Dich aufgibt, passt überhaupt nicht zusammen. Das würde ich auch nicht verstehen. Vermutlich verheimlicht er Dir wirklich den wahren Grund. Dass Du ihm sagst, froh zu sein, bald alleine zu sein, wäre auch für mich verletzend. Aber das ist ja etwas, was man direkt ansprechen kann. Es ist ja an sich ok alleine zu sein und Freiraum für sich zu haben, aber die Aussage finde ich dann doch etwas heftig in einer Phase, wo man sich noch nicht so kennt. Vielleicht hat es dann doch nicht so gut für Dich gepasst, wenn es Dir schon zu anstrengend wurde? Vielleicht sind generell auch soziale Kontakte für Dich sehr anstrengend. Scheinbar hast Du auch durch Deine schlechten Beziehungserfahrungen keinen Vergleich, um das gut beurteilen zu können, wie es sonst so wäre.
Dass Du niemanden in Deinem Leben brauchst, finde ich gar nicht so schlecht. Besser als schlechte Kompromisse einzugehen. Das wäre für mich auch sehr unattraktiv und das habe ich auch bei meiner Ex so sehr in Frage gestellt. Sie konnte wohl nicht alleine sein, hatte davor Angst. Und das hat auch mich verunsichert und hat zu Diskussionen geführt. Nichts ist für einen Mann gruseliger (oder besser gesagt gefährlicher), als eine unzuverlässige Frau. Was ich aber dann doch als zu weit empfinde, ist, dass Du Dich abschottest. Das Bedürfnis, sich nicht verletzen zu lassen, kenne ich gut. Aber eine innige Beziehung kann auch viel Gewinn bringen. Viel Erkenntnis über sich selbst und auch Hilfestellung durch den anderen, was dazu führen kann, dass man über sich selbst hinauswächst. Jedenfalls stelle ich mir eine gute Beziehung so vor. Dass man hinterher wirklich sagen kann, dass man eine gute Zeit verbracht hatte und beide sich entwickelt haben.
Dass Du an Dir arbeiten willst, ist das beste was Du aus der Situation machen kannst. Und vielleicht erkennst Du auch gewisse Dynamiken in der Beziehung, die zum Aus führen oder zu einer schlechten Partnerwahl. Leider hat meine Ex das als Schuldzuweisung begriffen. Sie war auch psychisch krank. Was genau sie hat, wusste ich nicht. Sie war da wohl auch ziemlich verschwiegen was das angeht, obwohl wir uns seitenweise ausgetauscht haben. Das hatte wirklich großartiges Potential und sie hat, weil ich nicht so tolle Sachen gesagt habe, in mir wohl einen schlechten Menschen gesehen. Ich hab ihr Dinge gesagt, wie sie sind und nicht den idealen Mann vorgespielt. Sie hatte übrigens auch das Ideal einer perfekten, idealen und immerwährenden Liebe (vermutlich wegen ihrer Vergangenheit und der daraus resultierenden Angst vor dem Alleinsein). Ich war da eher Realist und habe gesagt, dass jede Beziehung scheitern kann. Aber das ist alles so komplex und undurchsichtig, ich kann das jetzt nicht alles ausführen, was da alles war.
Sei Dir mal nicht so sicher, wegen Deiner Gefühle, dass es vorbei ist. Mich hatte vor ein paar Wochen auch etwas getriggert und dann wurde es immer schlimmer. Wobei bei Dir doch hoffentlich nicht allzu viele ungeklärte Fragen den Kopf zermartern.
Zitat von Multiversum:Ich glaube hier haben sich 2 gefunden ! Sogar der Schreibstil ist ähnlich !

Warum trefft Ihr Euch nicht mal unverbindlich in einem Cafe´ a...
Ist der so ähnlich? Wo ist der verschämte Rotwerde-Smiley? Liegt es daran, dass durch mein Elternhaus auch massiv Selbstzweifel mitgegeben wurden und ich auch eher nachdenklich bin? Ich habe vor einem Treffen ehrlich gesagt etwas Angst. Und wenn man emotional noch halb in einer alten Beziehung steckt, ist das wahrscheinlich auch etwas schwierig. Vielleicht ergibt sich doch ein netter E-Mail-Kontakt oder per PN? Und meine Interessen sind wohl auch eher abschreckend. (Mir fallen gerade diese Gedanken auf. Ich glaube ohne "meine" Krise, wäre mir das nicht so bewusst, wie sehr ich ständig Bedenken über mich selbst habe und wie ich mich blockiere für Beziehungen und Kontakte.) Was hilft, ist vielleicht einfach zu wissen, dass es noch andere Menschen gibt, die Beziehungen ernst nehmen und ihr möglichstes tun, um andere nicht zu verletzen und die sich um Ehrlichkeit wirklich bemühen.