Itsmehere
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Seit einigen Tagen dreht sich in meinen Gedanken alles um die Frage, wann das, nach allen Ereignissen der letzten Wochen und Monaten, gebliebene innere Gefühl geht. Spannend, dass ausgerechnet zur gleichen Zeit in einigen Threads das Thema des Vergebens und Loslassen thematisiert wird.
Mir gefällt der Gedanke, etwas und damit ihn zu entlassen. Mir gefällt er nicht nur, sondern das passt für mich ziemlich gut, da ich nicht vergeben kann und nicht vergeben will.
Denn ich habe ein ziemlich klares Bild und aus meiner Sicht eine ziemliche klare Sicht auf das Gewesene, seine Taten und meine Anteile. Niemals würde ich mich als Opfer bezeichnen. Ich bin ein Mittäter in Anteilen. Ganz klar aber weicht meine Wahrheit von seiner Wahrheit ab. Warum sonst war ich bis zum Schluss, bis zu seiner letzten Nachricht an mich "die Borderlinerin".
Das ist jetzt etwas mehr als 5 Wochen her. Seit dem absolute Stille. Einzig die Überweisung der Mietkaution an mich ist offen (letztlich bin ich doch eingenickt und habe der Überweisung an ihn zugestimmt. Ich wollte einfach nicht weiter diskutieren. Mit Abschaum kann man nicht diskutieren. Es ist nur Vernichtung, der ich mich nicht länger aussetzen wollte.). Er müsste mir nach Auszahlung seitens Hausverwaltung an ihn, meinen Anteil überweisen. Das wird er ohne erneute Aufforderung nicht tun - weil dieser Mensch einfach so tickt. Ich bin müde und habe mich gedanklich von dem Geld getrennt. Mir ist es nicht wert, mir deshalb weiteren Kontakt mit ihm antun zu müssen. Ich könnte ihm juristisch den Allerwertesten aufreißen. Aber wofür? Wir reden hier von 1,5k. Eigentlich Peanuts, wenn ich mich anschaue, was diese Trennung mich materiell gekostet und geknechtet hat. Dieser Mensch hat einen 6-stelligen Betrag auf seinem Konto und ich musste ihm dennoch mit Klage drohen, dass er seine verpflichtenden Verbindlichkeiten überhaupt bezahlt. Frist setzen und mit Klage drohen hat immer funktioniert - war anstrengend für mich, aber hat letztlich bestätigt, dass man sich bei diesen Hampelmännern nur so Respekt verschaffen kann. Wobei es wohl weniger um Respekt geht, sondern eher die Angst in ihm ihn handeln ließ. Echt absurd.
Dennoch führe ich einen emotionalen Kampf in mir. Der Kampf ist leiser geworden und bestimmt schon lange nicht mehr meinen Tag. Aber er ist da. Ein Teil in mir wünscht sich, dass er sich einfach entschuldigt für die Art der Trennung und sein sehr abwertendes Verhalten. Dass ich mir das noch immer still wünsche zeigt, dass ich zwar im Loslassen schon weit fortgeschritten bin, aber noch nicht entlassen kann.
Noch führe ich mit ihm in meinem Kopf hin und wieder Dialoge und meine dann, dass er mich doch verstehen muss. Dass er mittlerweile in einer anderen Lebenswirklichkeit lebt, blende ich aus. Für mich ist alles noch sehr real. In seinem Leben bin ich sehr wahrscheinlich vollkommen ausgeblendet. Manches Mal telefoniere ich noch mit der Mutter seiner Kinder und erfahre ein paar Bruchstücke seines Lebens. Ein ganz anderes Leben führt er mittlerweile und da ist soviel Stress, dass er keine Kapazität mehr für unsere 4,5 Jahre haben kann - nicht mit seiner Persönlichkeitsstruktur. Das bedauere ich nicht. Es zahlt aber auf das WIE ein. Das WIE trifft mich Mitten in meinen alten Wunden - nichts wert zu sein. Ein Glaubenssatz, der richtig wehtut. Ein falscher Glaubenssatz. Eine meiner Lernaufgaben aus diesen 4,5 Jahren. Weiß ich. Habe ich begriffen. Es tut trotzdem weh.
Gute Nacht und bis die Tage.