@kaaaaa72:
Aus meiner Sicht nehmt ihr euch da beide nichts.
Selbstverständlich wäre es der Mutter stets am liebsten, der Vater würde das Kind immer dann nehmen, wenn es ihr passt.
Genauso wie es den Vätern am liebsten wäre, die Mutter würde die Kinder immer dann rausrücken, wenn es ihnen passt.
Das ist doch völlig normal.
Genauso normal ist, dass keiner von beiden sich völlig zurücknehmen muss und wird und dem anderen einfach alle Kinderzeitwünsche erfüllen wird.
Aber Du siehst eben Deine Vorstellungen von Kinderzeiten als vernünftig und dem Kindeswohl entsprechend an.
Kannst Du Dir nicht vorstellen, dass sie das ganz genau so sieht? Nämlich ihre Vorstellungen als vernünftig und dem Kindeswohl am meisten entsprechend und Deine Forderungen als überzogen und unsachlich und egoistisch?
Und jetzt gerade setzt Du Dich durch. Du hast es satt, von ihr abhängig zu sein und willst sie über Dritte zwingen, sich mit deinen Wünschen auseinander zu setzen.
Das ist Dein gutes Recht.
Ob es klug ist, steht auf einem ganz anderen Blatt.
Um mal einen Streitpunkt in eurem Konflikt rauszugreifen: Du gehst davon aus, dass sie die derzeitige Regelung beibehalten will und nicht ausweiten will und auch nicht zum JA mitkommen will, weil sie Dir das Kind - mehr als vernünftig und gerecht wäre - vorenthalten und sich den Unterhalt sichern will und es daher aussitzt und Dich absichtlich warten lässt.
Eine andere mögliche Erklärung wäre, dass sie erstmal Ruhe in die Trennung bringen will, die sie für sich braucht und/oder für das Kind für gut hält. Dass sich der Umgang erstmal einspielen muss und jetzt ein weiterer Tag in der Woche wieder neue Umstellung und Unruhe brächte. Dass sie sich von Dir zu einer Erklärung ihrer Beweggründe und zu einer abschließenden Festlegung des künftigen Umgangs gezwungen fühlt und diese nicht formulieren kann oder will.
Ist Dein Bedürfnis nach mehr Zeit mit dem Kind unter der Woche wichtiger als ihr Bedürfnis nach ungestörtem Wochenablauf oder einer Ruhephase vor der nächsten Veränderung?
Welches eurer Bedürfnisse entspricht mehr dem Kindeswohl?
Und wenn Du jetzt sagst, dass ihr das nicht entscheiden müsst, weil dazu ja nun ein Termin beim JA steht und ein Dritter das entscheidet: Wie sehr siehst Du euch als Eltern und Ex-Partner in der Verantwortung, eine gemeinsame Lösung zu finden, mit der beide sich wohl fühlen können und die das Kind nicht schädigt?
Und wie würdest Du über den JA-Termin denken, wenn Deine Frau ihn anberaumt hätte, um Dir das volle Wochenende auch auf einen Tag zu reduzieren, damit die Wochen für das Kind immer gleich sind, da diese Regelmäßigkeit dem Kindeswohl mehr entspräche.
Dem enen sin Uhl is dem anneren sin Nachtigall.
Auf mich wirkst Du jedenfalls nicht sehr verständnisvoll.
Du musst ihr nicht in allem zustimmen. Aber ihre Seite zumindest wahrnehmen und nicht als unsinnig abtun, wäre klug, da Du mit der Frau noch eine Weile zu tun haben wirst.
Nachtrag: Hast Du sie mal gefragt, zu welchen Zeiten es ihr im nächsten Monat denn am besten passen würde?
Vielleicht würden sich ja eure Bedürfnisse decken? Denn Du sagst, es geht Dir vor allem um mehr Zeit mit Deinem Kind. Oder geht es auch um Planbarkeit (ihr vielleicht ja auch?)? Oder geht es auch darum, dass sie nicht alles bekommen soll, was sie sich wünscht (selbst wenn damit deine Bedürfnisse gedeckt wären)? Nur mal so zum nachdenken.
