Zitat von Arnika: Ist halt auch nicht mehr oder weniger Hokuspokus, als dass sich ein psychisches Trauma in dem „Gedächtnis“ und der „Erinnerung“ eines Muskels einspeichern könnte.
Wenn man das Drumherum weglässt und nüchtern betrachtet: Stress z.B. kann zu Anspannung führen und in Folge dessen zu Muskelverspannungen. Hält der Stress, die Anspannung an, wirkt sich das im schlimmsten Fall auch auf die verschiedensten Muskelgruppen aus. Das ist ja auch, was typischerweise bei einer Schonhaltung passiert, die man (dauerhaft) einnimmt. Tut mir das linke Bein weh, belaste ich in der Regel das rechte Bein mehr, um das linke zu schonen. Irgendwann schmerzt dann das rechte Bein ebenfalls und im weiteren Verlauf dann vielleicht sogar der Rücken, weil man eine Schonhaltung einnimmt, um beide Beine zu entlasten.
Insofern machen entsprechende Therapien schon Sinn, um die Muskelverspannungen aufzulösen. Dass man damit das eigentliche Trauma berührt, denke ich auch nicht. Ich sehe es aber so, dass sich körperliches Wohlbefinden auch positiv auf das seelische auswirkt und man ggf. eine gewisse Resilienz gegenüber des eigentlichen Auslösers erwirbt.
Ich vermute jedenfalls, dass das die Idee dahinter ist und für mich klingt das logisch.
Zitat von Arnika: Wer heilt, hat recht.
Am Ende ist das so, ja.
Zitat von Pons: Die menschliche Psyche ist durchaus in der Lage sich selbst zu heilen auch ein Trauma, das dauert halt bei manchen Menschen länger.
Ohne (professionelle) Hilfe oder Hilfsmittel? Davon bin ich nicht überzeugt.
Ich glaube nicht, dass die menschliche Psyche ohne eigenes oder fremdes Zutun heilen kann wie eine Schnittwunde am Finger, solange man nicht ständig mit dreckigen Händen daran rumpopelt.
Ist es bei psychischen Wunden nicht eher so, dass man nur ein Pflaster drüber klebt, aber wenn man unters Pflaster schaut, sieht man, dass die Wunde noch da ist, wie eine entzündete Schnittwunde am Finger, die man lediglich mit einem Verband abgedeckt hat?
Vielleicht habe ich dich aber auch falsch verstanden!?
Zitat von Pons: Aber ob man alles schnell erledigen muss im heutigen Leben ist auch eine persönliche Frage.
Wer seit Jahren oder bereits sein Leben lang unter den Folgen seines "Traumas" leidet, wird verständlicherweise an der Grenze seiner Geduld angelangt sein.
Wer (schwer) traumatisiert ist, für den gibt es vielleicht ausschliesslich nur noch Schattenseiten und wird die Sonnenseiten, die es objektiv betrachtet vielleicht sogar gibt, gar nicht mehr wahr nehmen können.
Für sie gibt es vielleicht kein " es kommen auch wieder gute Zeiten", weil sie das Gute überhaupt nicht spüren können.
Und das ist der Unterschied zwischen "normaler" Trauer und einem Trauma.