Samei
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Das hatte ich bis heute komplett vergessen. Dazu muss man wissen, ich bin Scheidungskind, das erste Mal als ich zwei war, das zweite Mal als ich 14 war, mitten in der Pubertät. Ich habe mal meine Mutter gefragt, warum sie trotz aller Fehlversuche, es immer weiter probiert. Sie sagte, sie kann nicht allein leben und probiert es deshalb immer wieder, weil es gibt ja auch schöne Momente (dazu muss man wissen, dass sie auch einen Partner hatte, da ist sie bei mir eingezogen, weil sie Todesangst hatte). Da habe ich mir geschworen, das machst du nicht, du wirst dich nie binden... Kurzfassung; da steckt noch viel mehr hinter.
Dann steht jemand da, den du liebst und stellt dich vor diese Entscheidung, völlig unerwartet; du bist in einer emotionalen Sonderstellung, sie auch; und dann das. Ich weiß noch, dass ich irgendwie gesagt habe, wir kennen uns ja erst ein paar Monate und ob wir damit vielleicht nicht warten wollen, bis sich alles gefestigt hat; wohlgemerkt; ich habe das gesagt; ich habe von nichts ne Ahnung, bin ne absolute Beziehungsnull, hatte bis dato keine Freundin, nichts und werde vor so eine Entscheidung gestellt. Sie hatte vorher schon fünfmal mehr Beziehungen, als ich überhaupt Freunde kennengelernt habe.
Nach der Trennung haben wir noch ewig geschrieben; ich habe natürlich das Schlimmste gemacht, was man bei einer Trennung wohl machen kann, Vorwürfe... und ich habe auch das mit der Heirat angesprochen, sie hat nicht reagiert, ich glaube heute, dass es ihr peinlich war, ein Zeichen von Schwäche, nachdem das alles so endete.
Wie gesagt, vergessen... Im Nachhinein habe ich überlegt, was wäre wenn...
Wir hatten auch schon ein gemeinsames Konto, gemeinsames Türschild.... Das musste alles nach der Trennung rückgängig gemacht werden; ich glaube, hätte ich ja gesagt, wäre die Scheidung / Annullierung genauso gelaufen - trotzdem bleibt der nagende Zweifel, was, wenn nicht?