Zitat von Bumich:Meine auch nicht. Fußball, bis heute ein Graus. Habe mir halt Freunde gesucht, die Fußball auch blöde und sinnlos fanden.
Oder sagen wir so, ich hatte das Glück welche zu finden. Aber, die Freunde waren auch nicht besser. Wäre ich mal lieber zum Fußball gegangen.....
Was ist da vorgefallen, falls dir das nicht zu privat ist?
Zitat von Bumich:Aber das ist der Klassiker? Dominates Elternhaus, wo Gefühle wenig bis keine Rolle spielen? Liebe und Anerkennung verknüpft mir Leistung und Gehorsam?
Teilweise. Klar, gab es auch schöne Zeiten. Meine Eltern sind jetzt keine Monster und ich bin ihnen für Vieles dankbar. Aber sobald's in Richtung Lebensweg oder Interessen ging, war da immer Zündstoff.
Handwerk, Reisen, Sightseeing und das alles hat mich nicht interessiert.
Mein Bruder war eher in der Richtung.
Der hat sich für Maschinen, Mädchen und so weiter interessiert und war eher extrovertiert.
Ich eben der Typ, der in seinem Zimmer Bücher gelesen hat, einmal in der Woche zum Sport ging und ansonsten war's das.
Wollte immer eher meine Ruhe haben.
Das empfanden meine Eltern dann teilweise als undankbar.
Kann ich mittlerweile auch nachvollziehen.
Zitat von Bumich:Dieser pubertäre Kram ist aber sehr aufschlußreich. In dieser Phase kristallisiert sich heraus, in welche Himmelsrichtung die Reise hin geht. Naja, das ist ja auch ein Vorteil. Die Leute vertrauen dir, höhren vielleicht auf dich und deinen Rat. Das ist ja erstmal eine gute Qualität von dir, die ausbauwürdig wäre. Oder fühltest du dich ausgenutzt? Oder hast du dich gar ausnutzen lassen?
Ja, grad' die Jugendzeit zementiert ja viel im späteren Erwachsenenleben.
Was das Ausnutzen angeht, ja.
Zuletzt war's 'n Kumpel von mir.
Klar, wir hatten auch gute Zeiten zusammen und man hat sich gegenseitig unterstützt aber zum Ende hin war das echt nicht mehr normal, was da teilweise von ihm kam.
Das zieht sich aber generell wie 'n roter Faden bei mir durch.
Ich hab' schnell 'n schlechtes Gewissen wenn ich anderen nicht helfe.
Das wird dann manchmal ausgenutzt bzw. wird zur Selbstverständlichkeit.
Zitat von Bumich:Also lautet die Frage für mich, wie kann ich von mir selbst so viel Abstand bekommen, dass ich mich, meine Gefühle und Gedanken aus einer anderen Perspektive sehen kann. Und wie man diesen Abstand in sich erzeugt, dafür gibt es Techniken und Methoden. Die bekannteste ist wohl Meditation. Aber es gibt auch noch andere.
Von Meditation hab' ich keine Ahnung, ehrlich gesagt.
Muss aber auch zugeben, dass ich sowas schnell als Esoterik abstemple.
Aber vielleicht wär' 'n neuer Weg ja nicht so verkehrt.
Muss mich ja nicht vor allem verschließen.
Zitat von Acht:Das, was du hier schreibst oder in deinen anderen Themen geschrieben hast, zeichnet für mich das Bild eines Menschen mit sehr geringem Selbstwert. Du pendelst hauptthematisch permanent im Bereich der Auf- und Abwertung, sowohl bei dir selbst wie auch in deinem Umfeld. Es geht in allen drei Themen von dir ausschließlich und immer wieder in diese Richtung.
Dass dein Selbstbewusstsein total im Keller war oder ist, lastet du immer anderen an bzw. nimmst du andere mit in die Pflicht gemeinsam mit dir daran zu arbeiten. Sorry, nein, das ist deine alleinige und nicht deren Baustelle und sorry nein, du bist erwachsen und keiner nimmt dich mehr an die Hand, wenn du dich verletzt fühlst. Geht übrigens allen so.
Deine moralischen Ansprüche sind hoch, gleichsam, wertest du wieder extrem dein Gegenüber ab, sofern es diesen Ansprüchen nicht gerecht wird und machst daraus Drama. Jemand der seinen moralischen Ansprüchen auch selbst genügt, hat das schlicht nicht nötig und wird sich hüten permanent wertend um sich zu werfen.
Du bist extrem dünnhäutig, schreibst selbst, dass du deshalb schon mehrfach die ein oder andere Therapie deshalb gemacht hast, kreist aber nach wie vor um das gleiche Thema: "Ich Armer, immer machen die anderen letztendlich was falsch".
Was den geringen Selbstwert angeht, stimm ich dir zu.
Ist auch die Ursache für Vieles.
Nur zu diesen Eklats kommt's meistens weil ich viel in mich hineinfresse und irgendwann knallt's dann halt.
Seh' ich auch ein, dass das nicht ganz normal ist.
Das Problem is' dabei, dass ich schnell 'n schlechtes Gewissen hab' wenn ich jemandem nicht unter die Arme greif'.
Diese Mischung aus schlechtem Gewissen und genereller Fürsorge.
Manche nutzen das halt aus.
Ich widerspreche auch selten wenn mir was gegen den Strich geht.
Denn da hab' ich dann auch wieder 'n schlechtes Gewissen.
Das passiert aber auch nicht von einer Sekunde auf die andere.
Keine Ahnung, ich war immer der Typ der nachts an's Handy geht wenn 'ne Freundin wieder Zoff mit ihrem Freund hat.
Kumpel ist aus der Bude geflogen, also pennt er ein paar Wochen bei mir.
Ich steh' stundenlang in der Küche und bekoch meine Leute, ersteiger auf Ebay DVDs für 'nen Kumpel zum Geburtstag weil er vor Monaten mal beiläufig erwähnte dass er so'ne Serie als Kind mochte.
Eigentlich mach' meinen Leuten halt nur gern' 'ne Freude und bin für sie da.
Und Nein, ich erwarte da nichts für.
Blöd wird's halt wenn manche auf den Trichter kommen, dass man das ausnutzen kann oder irgendwelche Abwertungen kommen.
Wenn man dann doch mal Nein sagt, kommen einige nicht darauf klar weil's bis dahin ja selbstverständlich war.
Dann bin ich mit mal der Böse auf den man sich nicht verlassen kann und dann reißt mir halt auch mal der Geduldsfaden.
Nimmt mich dann halt immer mit, wie man sieht.
Wie zum Beispiel mit der Frau, die mir mit ma' eine runterhaut als ich bisschen nachdenklich war.
Klar, das sollte so'n "aufbauendes" "Komm mal klar" sein.
Aber ma' ehrlich, die hat mir eine runtergehauen wie so 'nem Hund.
Das finde ich abwertend und dann wird eben auch zurückgeschossen.
Und so kommt's dann meinerseits zu diesen Abwertungen.
Seh' ich auch ein, dass das nicht ganz normal ist.
Mit den Jahren bin auch sehr dünnhäutig geworden, wie du schon angemerkt hast.
Ist jetzt auch nicht ständig Drama.
Ich schreib' das hier halt wenn wieder mal sowas passiert.
Der Weg den ich momentan geh' ist, dass ich mich gar nicht mehr auf Leute einlass' bei denen ich beim Kennenlernen merke, dass da irgendwas im Argen liegt.
Borderliner, irgendwelche zwielichtigen Milieus und so.
Bin momentan eigentlich zufrieden mit meinen 2,3 Leuten.
Aber ab und an nagen so Dinge aus der Vergangenheit.
Danke jedenfalls für die Einschätzung.
Liest sich jetzt meinserseits wie 'ne Rechtfertigung aber ich versuch' das mal mit einzubeziehen.
Irgendwas läuft da nicht rund bei mir.