Zitat von Vronilein:Und deswegen frage ich mich, soll ich nicht allen meine Version unserer Geschichte erzählen? Ich möchte jetzt gerne nach zwei Jahren Versteckspiel ausnahmslos aufklären.
Aber wäre es richtig?
Nein, wäre es meiner Ansicht nach nicht. Du würdest dich von Augenhöhe auf ein niederes Niveau begeben. Ich würde es auch über den Anwalt klären lassen.
Zitat von Vronilein:Ich meine, warum soll ich ihm jetzt seine Ruhe gönnen? Er lässt mich mit dem Baby im Stich!
Ich finde, jeder sollte erfahren, dass er sich nicht richtig verhält! Und ich hoffe irgendwie, dass vielleicht jemand in seiner Familie dann genug Vernunft und Empathie besitzt, um ihm mal gehörig den Kopf zu waschen!
Deine Gedanken sind absolut nachvollziehbar und gerade weil sie auf emotionaler Ebene so nachvollziehbar sind, lauert dort meist auch die größte Gefahr im Handeln für einen selbst und man sollte an solchen Stellen die eigene Motivation genau hinterfragen.
Für mich ist Rache ein Weglaufen vor dem eigenen Schmerz & den eigenen Enttäuschungen.
Du hast diesen Mann geliebt, aus dieser Verbindung geht nun ein Kind hervor. Sein jetziges Verhalten verletzt dich enorm. Wenn du durch eine unangepasste Veröffentlichung, du hast ja tatsächlich auch einen Eigenanteil, denn er war schließlich verheiratet, eine Emotionslawine lostrittst, fällt dir diese irgendwann auf die Füße. Zum einen lieferst du eine Angriffsfläche, mit der er sein jetziges Verhalten immer ein Stück weit legitimieren könnte, schließlich wäre Rache die Handlungsintention und selbige lässt sich immer zu einem moralischen Totschlagargument nutzen. Glaub mir, das verletzt dich in letzter Konsequenz noch mehr, wenn er dir irgendwann vorwirft, du hast mein Leben zerstört. Dich plagen schon jetzt Zweifel, ob das die richtige Vorgehensweise wäre. Was meinst du wie du dich fühlen wirst, wenn du es tust und er dir das dann vorhält, während du ohnehin bei dieser Entscheidung unsicher warst.
Zum anderen würdest du mit dem Herantreten an seine Familie eurem gemeinsamen Kind ein Stück weit die Zukunft mit seinem Vater & seinen Großeltern nehmen. Tue das, was zu tun ist über einen Anwalt und lasse ihm damit die Möglichkeit sich selbst da rauszuschaufeln & die Verantwortung gegebenenfalls später doch noch zu übernehmen. Frei und selbstbestimmt besteht zumindest in der Zukunft noch eine reale Chance, dass er als Vater, nachdem sich die inneren & äußeren Wogen geglättet haben, eine Bindung zu eurem gemeinsamen Kind aufbauen möchte. Mit Hass und zusätzlichen Druck im Nacken schwindet diese Chance tendenziell eher. Du willst, dass er Verantwortung übernimmt, aber auch dazu kann man niemanden zwingen.
Mach dich nicht zur Zielscheibe, halte die negativen Emotionen seiner Familie von dir fern & rühre da nicht noch extra mit drin rum. Du bist schwanger & brauchst deine Kräfte jetzt für dich & das Baby.
Alles Liebe
Vidi