@Planta13
ich denke schon, dass man fremdgehen kann und trotzdem zärtliche Gefühle für den Partner haben kann. Scheint sich zu widersprechen, wie viele hier sagen: wie kann man behaupten, jemanden zu lieben, ihm aber sowas antun?
Ich glaube, dass beides nebeneinander existieren kann.
Da ist einerseits die Verbundenheit, die tiefe Zuneigung, aber eben sehr viel aus den Fugen und Defizite auf beiden Seiten.
Und andererseits Deine Bedürfnisse.
Dennoch denke auch ich, dass eure Beziehung extrem aus dem Gleichgewicht ist und es nicht sinnvoll ist, sie fortzuführen. Dieses Ungleichgewicht führte ja gerade zu diesem Desaster. Denn Du fühlst Dich zu überlegen und nimmst meinem Eindruck nach eher eine fast therapeutische Haltung ihm gegenüber ein.
mMn kann ein Mensch einen nicht wirklich helfen, so gut man es auch meint, wenn man ihn für so schwach und unterlegen hält, wie Du es gegenüber Deinem Freund tust.
Vor vielen Jahren war ich in der Rolle Deines Freundes. Einiges sehr ähnlich, sie war auch bei uns Daheim.
Mir hat es damals sehr gut getan, dass er nicht einfach weg war. Wir hatten ja trotzdem noch tiefe Gefühle füreinander und waren verbunden. Der Schock wäre viel tiefer gewesen, wäre von ihm nichts mehr gekommen.
Im Grunde trennten wir uns gemeinsam. Es war ein langer schmerzhafter Prozess, und am Anfang war auch noch gar nicht klar, dass wir uns wirklich trennen würden, denn die ersten Monate verabschiedete er sich von seiner Affaire und wollte unsere Beziehung zurück.
Wie dem auch sei, wir lagen umarmt und weinten, sprachen usw. Dann irgendwann stand die Trennung fest, aber auch da riefen wir uns mal an, klärten etwas, sagten uns wie es wehtut usw.
Für mich war diese Beziehung trotzdem meine beste und auch wie die Trennung verlief, finde ich "ideal".
Ich erzähle Dir das, weil ich auf eines hinaus will:
Zitat:Danach werde ich mich versuchen zu richten! Ich merke wirklich, ich bin zu schnell.
Brief, den er hoffentlich lesen wird.
Mit einer Entschuldigung. Schuldeingeständnis (zweifellos). Keine Rechtfertigung. Keine (verdeckten) Vorwürfe.
Wie die aktuelle Lage ist, was ich bereit bin zu tun, um meine Worte zu unterstreichen.
Information, wo ich bin. Dass ich erreichbar bin. Dass ich warte. (Argh! Das schaffe ich bestimmt fast nicht. !)
Sollte ich einen gemeinsamen Freund ins Vertrauen ziehen? Damit ich so ggf. erfahren kann, wie es ihm geht, ohne auf die Pelle zu rücken?
also scheine ich hier die einzige zu sein, die es schon richtig findet, einen Brief zu schreiben, zu signalisieren, dass Du da bist usw.
Aber Deine Haltung ihm gegenüber liest sich für mich eben ganz anders, als die meines Freundes damals mir gegenüber. Zwar war auch ich damals in der schwächeren Position, nicht nur in Bezug auf unsere Beziehung- ich war labil etc.-, aber ich fühlte, dass auch er leidet, ich sah, wie schwer es auch für ihn ist, fühlte, wie er mich vermisst, dass er zweifelte usw. Kurz- wie viel ich ihm bedeutete.
Hätte er mir gegenüber aber diese eher nüchterne, therapeutische Haltung eingenommen wie Du gegenüber Deinem Freund (sorry, falls ich falsch liege, es wirkt so auf mich) ; hätte er sich so überlegen gefühlt, so wenig an mich geglaubt, selbst nicht geweint usw., hätte mir all das gar nichts gebracht. Es hätte mich vermutlich noch mehr geschwächt.