Also jetzt muss ich nochmal genau nachfragen:
Was hat denn
eine physische Handlung (Sechs) bitte damit zu tun, ob ein Mensch
ehrliche und tiefe Gefühle für einen anderen Menschen hegen kann? Liebe ist ein eigenständig entstehendes Gefühl. Ebenso wenig würde hier jemand allen Ernstes behaupten, wenn jemand Sechs mit einer Person hat, steht zweifelsfrei fest, dass beide sich lieben. Auch ist das Ausleben sechsueller Selbstbestimmung keine Vorsatztat
gegen das Wohlbefinden des Partners, sondern ausschließlich
für das eigene Bedürfnis. Wer setzt sich denn bitte hin und denkt sich "womit könnte ich meinem Partner denn heute mal wehtun?", vermutlich kaum einer.
Zitat von tesa: Sie zeigt mir, dass diejenigen, die "gut" sind, im Leben "die Blöden" sind.
Und genau das stimmt in meinen Augen eben überhaupt nicht.
Es zeigt nicht, dass Du "die Gute" bist, man braucht sich dafür nur mal Deinen Faden durchzulesen, sondern dass Du ein sehr
schwaches Selbstbewusstsein hast und eine sechsuelle Handlung des Partners mit einer dritten Person, automatisch mit Deinem Wert als Mensch in Verbindung bringst, was Unsinn ist.
Dein Wert als Mensch, als Frau, als Partner hängt damit überhaupt nicht zusammen.Man könnte allenfalls darüber diskutieren, ob ein Partner der ausserhalb der Beziehung Sechs hat, in seiner Partnerschaft noch richtig aufgehoben ist, was dann aber auf einem ganz anderen Blatt geschrieben steht. Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass in 75% der Fälle, es gar nicht zu einer Affaire oder einem Seitensprung gekommen wäre, wenn innerhalb der Partnerschaft offen kommuniziert wird und auch "schwierige" Themen besprochen werden können. Menschen ändern sich, Bedürfnisse, Vorlieben verändern sich, dies muss eine Partnerschaft tragen können, ich sage dazu immer, die Liebe trifft aufeinander wie zwei Kleinkinder die spielen und wird über die Jahre erwachsen. Und genau darin liegt auch der Hund begraben, es ist natürlich und normal, dass man in längeren Beziehungen auch andere Menschen sechsuell anziehend findet und dies hat mit mangelnder Liebe rein gar nichts zu tun. Ob ich selbst andere Menschen sechsuell anziehend finde oder nicht, spielt dabei auch gar keine Rolle.
Was bedeutet denn nun eigentlich "Liebe" - ich liebe an meinem Partner doch nicht, dass er sich in der Zukunft nicht auch von anderen sechsuell angezogen fühlt. Ich liebe ihn auch nicht
unter der Bedingung, dass er fehlerlos bleibt die nächsten 50 Jahre. Ein solches Denken ist absolut utopisch und unreif.
Wenn mein Partner fremd geht, ist das
eine Sache und muss als solche betrachtet werden. Ja, es ist durchaus oft der Fall, dass man sich neu verliebt hat oder eben die Gefühle für den Partner nicht mehr stimmen. Aber das
muss nicht zwingend so sein, absolut nicht.
Wie sieht es denn aus mit heimlich rauchen, mit Alk. trinken, Dr0gen konsumieren, im Dauerstress arbeiten? Ist alles super ungesund und kann den Partner das Leben kosten. Also wenn mein Partner mich wirklich liebt, würde er das doch nicht machen, oder? Wie kann er mir das antun? Jetzt hat er Krebs und stirbt, nur weil er das oder jenes Laster nicht sein lassen konnte! Kann ich genauso durch argumentieren! Ebenso Sportarten, die gefährlich sind.
Was ich persönlich jedoch sehr kritisch sehe, ist die Tatsache, dass die TE die Affaire mit nach Hause genommen hat. Dennoch ist dies einzig und allein ein Zeichen für den labilen seelischen Zustand der TE und kein Beweis für oder gegen Gefühle oder Respekt dem Partner gegenüber.
Menschen, die in seelischer Not sind, tun nicht selten Dinge, die im völligen Gegensatz zu dem stehen, was eigentlich die Baustelle in ihrem Leben ist.Hier differenzieren zu dürfen, steht der TE jedoch aus meiner Sicht absolut zu, demnach kann ich das problemlos glauben wenn sie sagt, dass sie ihren Freund liebt.
Auf einem weiteren Blatt steht dann der
Vertrauensbruch geschrieben, welcher wohl das zentrale Thema ist, wie auch in diesem Fall. Ob eine Beziehung das übersteht, hängt von vielen Faktoren ab und kann von uns als Außenstehende nicht beurteilt werden.
Beste Grüße
Simply