Da ist der Thread ja wieder - seit gestern Abend gab's irgendwie Fehlermeldungen.
Ich möchte ungern zu präzise weiter ins Detail gehen, was uns konkret betrifft (Anonymität). Ein paar Fragen, insbesondere zu mir, kann ich aber gern beantworten.
Unabhängig vom Partner/Männern brauche ich um mich wohlzufühlen (und das ist schon durchaus ungünstig): externe Bestätigung meines Selbstwerts, soziale Akzeptanz, Abwechslung, Gesellschaft. Möchte ich also glücklicher sein, sollte ich mich befähigen, dass selbst zu erreichen, was eine gar nicht so einfache Aufgabe ist.
Ich langweile mich unheimlich schnell. Mich für andere oder deren Tätigkeiten ehrlich zu interessieren - sehr schwer. Aus Gesprächen oder irgendeinem tun Befriedigung zu ziehen, ebenfalls.
Die "Sehnsucht" nach Abenteuer ist ein bisschen geprägt von dem Nichts-verpassen-wollen. Und S. Leidenschaft spielt da für mich eigentlich überhaupt keine relevante Rolle (ich war zufrieden, habe nichts vermisst). Viel mehr ging es um Reisen, Herausforderungen, die Welt erkunden. Mein Partner ist sehr beständig. Umziehen, etwas Festes aufgeben, etwas Neues wagen - schwer für ihn. Ich brauche immer ein Projekt irgendwie. Dieses subtile Gefühl hatte ich schon "immer", wobei mich zeitweise Studium und wesentliche Veränderungen gut ausgelastet haben. Mich schreckt der Gedanke, einen ewigwährenden Zustand zu erreichen und in diesem zu verharren. Ein Sein stellt mich nie zufrieden, ich will wachsen.
In unserer Partnerschaft haben wir viele Jahre (so 7?) viel Neues erlebt. Erste eigene Urlaube, erste eigene Wohnung, erster Job, alles Mögliche. Erste Fernreise. Die letzten Jahre habe ich mein Streben nach Neuem in sportliche Aktivitäten kanalisiert, eigene Projekte (die er auch nicht teilen wollte); nicht umsonst kam es auch nie zu der Beschaulichkeit eines Einfamilienhauses oder Ähnlichem wie bei den meisten anderen Paaren in unserem Umfeld/Alter. Da hab ich n Rückzieher gemacht, als wir kurz davor waren. Zum Glück. Ich
brauche förmlich laufende Veränderungen. ich habe nicht erwartet dass er das übernimmt. Ich habe erwartet, dass er mitzieht. Und war einfach viel zu schnell für ihn (er aus meiner Sicht zu langsam).
Warum ich nicht mit einem Status zufrieden sein kann-das weiß ich noch nicht. Bezog sich aber nie auf die Partnerschaft an sich, oder ihn als Person. ich finde/fand ihn immer toll, und die Affäre hat mich auch tatsächlich erst an 5. Stelle oder so in s. Hinsicht gereizt, war mehr Mittel zum Zweck für oben genanntes.
Allein lösen kann ich das wohl nicht.
Die Zeit die wir verbracht haben, war mir entschieden zu langweilig. Alltags Netflix, wochenends auch nichts so richtig los. Objektiv betrachtet mit Familienbesuchen oder sonstigen sozialen Verpflichtungen ausgelastet, konnte ich daraus keine Zufriedenheit ziehen. Seine Freunde sind mir "zu dumm" (ich ihnen vielleicht auch), er hat wenig bzw. gar kein Interesse an meinen Aktivitäten teilzuhaben. Haben gemeinsames Essen gehen genossen genauso wie gemeinsame Urlaube. Hätte mir gewünscht: ein gemeinsames soziales Umfeld, in dem wir uns beide wohlfühlen. Da hätte man sich, bei gemeinsamem Wollen, und vernünftiger frühzeitiger Reflektion auch tatsächlich drum bemühen können. Kein Ding der Unmöglichkeit.
Hier setzt der Punkt ein, dass ich selbst lernen sollte, auf Menschen zuzugehen, oder anders, und wo ich mir nun auch externe Hilfestellung erhoffe. (AM hat das ausgezeichnet für mich übernommen.)
Von seiner Seite auch wenig Ideen, die mich reizten. Nicht ungewöhnlich/ausgefallen/herausfordernd genug, und auch: mit wenig Begeisterung verkauft. Im Vergleich dazu die Fähigkeit des AM, auch aus den alltäglichsten Situationen heraus mit Leichtigkeit Überraschendes zu gestalten.
Hatte ich Ideen, habe mir was Schönes ausgedacht, war die Reaktion meines Partners enttäuschend. Er freute sich nicht
richtig, konnte sich wiederum nicht begeistern. (Es ist also nicht so, als hätte ich permanent auf seine Initiative gewartet!) Maßnahme wäre gewesen, mich mehr darauf zu fokussieren, was ihm wirklich gut tut, was er gern machen möchte, und nicht von mir auszugehen.
Er hat sich sehr für seine Arbeit engagiert, da seine Zufriedenheit draus gezogen. Habe ich ihm auch gegönnt, aber es hat mich auch verletzt, dass er von mir/mit mir nicht so begeistert war und wenig Lust hatte über essen hinaus Abende zu gestalten. Hier hätte man reden, eingreifen müssen. Ich hätte mehr versuchen müssen aus der Rolle des Haushaltsvorstandes heraus mehr in die der Gefährtin hinein zu schlüpfen. Die alltäglichen Dinge beiseite schieben und die viel gelobte "Quality time" gut zu nutzen. Erschwerend: er ist abends immer sehr früh müde (war aber schon immer so).
Für ihn war Familie nie ein Thema, man muss der Gerechtigkeit halber sagen, das war auch immer eindeutig kommuniziert. Meine Sicht dazu hat sich im Laufe der Zeit gewandelt, zumindest aufgeweicht. Für ihn indiskutabel (ich sei unfähig, eine Mutter zu sein - das tat auch ganz schön weh, selbst wenn er womöglich Recht hat). Wäre aber auch für mich ein akzeptabler Kompromiss bei adäquater Bearbeitung der anderen Baustellen.
Zusammengefasst: mehr Fokus auf die gemeinsamen Stärken und Genüsse, das hätte schon einiges gebracht. Mir ist irgendwann die Kraft ausgegangen, ich habe es mir leicht gemacht, mir leicht machen lassen - das hätte ich mal besser gelassen und meine überschüssige Energie eben genau darein investieren sollen. Hinterher ist man immer.
Das meine ich auch mit: ich will den Mann, aber nicht die Beziehung.
Die emotionale Distanz und gefühlte Einsamkeit hat mich letztlich fortgetrieben (womit ich nicht meine, dass er das verursacht hat) bzw. Raum geschaffen für äußere Einflüsse.
Die Punkte angesprochen habe ich, grade in den letzten Wochen/Monaten mit zunehmender Exaktheit. Von anfängerhaftem Genörgel (du kannst auch mal von selber was im Haushalt machen) über "ich fühl mich allein" zu konkreter Ist-Soll-Auflistung was ich überhaupt in einer Partnerschaft will. Und ich bin wohl ganz schön anspruchsvoll. Aber demnach dann auch sehr präzise. Er hat dazu relativ wenig gesagt, hauptsächlich so Sachen wie: ich kann dir das nicht bieten, das macht keinen Sinn. Oder schweigend zuhören. (Gewünscht hätte ich mir Optimismus oder Diskussion: warum möchtest du das, oder: okay, dann lass uns doch jetzt zusammen schauen wie wir das ändern können.) Meine Fragen, was
er denn will, konnte oder wollte er nicht beantworten. Vielleicht hätte er Zeit gebraucht. So richtig motiviert, sich mit sich selbst in dieser Hinsicht auseinanderzusetzen, schien er mir nicht. Hätte das gern nebeneinander gelegt. Was ich will, was er will. Er hatte nicht die Zeit/Kraft sich mit mir und der Beziehung auseinander zu setzen. Gesprächsinitiative ausschließlich von mir. Mir hat gefehlt: Geduld.
Ich habe die Trennungsgedanken benannt, es kam keine Gegenwehr. Wirkte mehr wie Resignation, Aufgabe - aber immer die Aussage, dass er mich liebt und das nicht will (dass wir uns trennen). Darüber hinaus: nichts. Ich fühlte mich nicht verstanden. Und auch irgendwie ungewollt.
Größtes Defizit demnach: Kommunikation. Und auch Einfühlungsvermögen meinerseits. Natürlich ist das schwer wenn vom Gegenüber so gar nichts kommt. Aber ich hätte es härter versuchen können und müssen, war selbst ja nur noch halbherzig dabei irgendwie, weil nebenher das "parallele" Leben auch Zeit und Aufmerksamkeit gefordert hat. Hätte mich stattdessen damit beschäftigen können, wie ich zu ihm durchdringe.
Lange Nebengeschichten, wenig Nutzen für die jetzige Lage. Neues kann ich euch aber auch leider wirklich nicht berichten. (Mich treibt die momentan die Sorgen nach Wohnungsfindung um.)