Wellenmeer
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ich würde mir gerne etwas von der Seele schreiben und habe irgendwie den Überblick verloren. (es ist etwas lang geworden)
Ich versuche mich kurz zu halten, ich (w45) bin seit 1 Jahr geschieden nach einer lange Ehe mit einem sehr dominanten Mann , und die Ehe ist quasi zerbrochen ab dem Zeitpunkt wo ich vor ca 7 Jahren eingefordert habe dass ich auch Bedürfnisse habe und mir wünsche, dass mir zumindest ernsthaft zugehört wird und nach einer gemeinsamen Lösung gefunden wird. Mein Mann war nicht bereit und auch die Therapie die wir gemacht haben hat nichts gebracht. Die Ehe habe ich ganz gut verarbeitet wir haben eine gute Lösung für die Kinder gefunden und arbeiten als Eltern noch halbwegs ok zusammen.
Wir hatte dann auch schon mehrere Jahre eine offene Ehe, wohl auch eine "Notlösung" für mich um für die 2 Kinder alles so lange wie möglich aufrecht zu erhalten.
In der Zeit (vor etwa 5 Jahren) lernte ich einen Mann( jetzt 59) kennen der in einer ähnlichen Situation war wie ich, quasi mit umgekehrten Vorzeichen, eine dominante erfolgreiche Frau und er der sich anpassende , einfühlsam, emphatisch , harmoniebedürftig und manchmal eher selbstunsicher, schuldbewusst usw. Negativ formuliert genauso ein peoplepleaser wie ich
Das hat eine Dynamik entwickelt, mit sehr liebevollen Treffen im Rahmen einer Affäre. Über mehrere Jahre gab es quasi diese Insel, ein Ventil um den Alltag und den vielen Streit zuhause für beide Seiten "auszuhalten". Er hätte gerne gehabt dass dies noch 30 Jahre so weitergeht .
Ich habe für mich irgendwann beschlossen, dass ich mein Leben ändern muss, ich den ewigen Streit und auch dieses nur negative Feedback zuhause nicht aushalte und auch den Kindern so eine Ehe nicht vorleben will, die Liebe war hier schon lange verloren. Ich habe diese Trennung aber nicht an die Affäre geknüpft.
Ich hatte mich schließlich getrennt , es war alles irre anstrengend, für mich alleine zu sein , ich hab 40StdJob , die Kinder und musst lernen nun ganz allein verantwortlich zu sein. Es gibt leider von meinen Eltern keine große Unterstützung. Dann geriet alles durcheinander, die Affäre wurde zu on und off. Ich wollte dann doch mehr , er nicht. Er bracht den Kontakt ab. Ich meldete mich wieder.
Im letzten Jänner teilte er mir plötzlich mit, er würde auch in Trennung leben, sein Leben sei aus den Fugen usw. Wir starteten wieder als Affäre, plötzlich zog er im Juni zuhause aus (er hat und hatte schon immer eine kleine Wohnung) und ich machte mir Hoffnungen. Ich dachte das Blatt wendet sich.
Im Sommer sprach ich an wie wir nun weitermachen würden und dass ich mir mehr wünschen würde, das überforderte ihn , er meinte er wisse nicht wie es bei ihm weiter geht , er treffe sich wöchentlich mit seiner Frau und überlege wie man weitertut - vielleicht bliebe er ewig mit ihr freundschaftlich verbunden weil man sich ja versprochen hat gemeinsam alt zu werden . Er würde Zeit benötigen und wir müssen die AF wieder beenden wenn ich emotional so drinnen hänge. Er meinte er brauche ein halbes Jahr um die Trennung zu seiner Frau zu verarbeiten und meldet sich im neuen Jahr. Ich soll es sehen als wäre es ein Auslandsaufenthalt um alles geregelt zu kriegen und man könne schauen ob es sich loht aufeinander zu warten.
Nachdem er mir beim letzten Treffen sagte er kenne sich selber grad nicht aus in seinem Leben und es tue ihm leid, dass er nicht weiß was er mit diesem "Geschenk von mir" anfangen soll. Er habe riesige Angst und er wisse nicht ob es reichen würde zwischen uns, aber er hätte schon auch gerne gewusst wie die Geschichte mit uns weiter gehen würde, . (sehr widersprüchlich alles)
Es war eine sehr liebevolle , berührende Verabschiedung (während diesem Gespräch haben wir uns gehalten) aber im Endeffekt extrem ernüchternd und dann Funkstille. Leider verabschieden sich immer alle Männer aus meinem Leben wenn ich mehr möchte oder auch Bedürfnisse äußere.
Ich habe die letzten Monate für eine lange Reise mit den Kindern genutzt, auch um Sport zu machen etwas abzunehmen und versucht die wenige kinderfreie Zeit gut für mich zu nutzen, mit Kolleginnen , Meditation usw.
Er hatte im Okt Geburtstag ich meldete mich zum ersten Mal nicht wieder - was mir sehr schwer fiel ich hatte sogar ein schlechtes Gewissen! Im Jänner 25 ist das halbe Jahr vorbei und vor einer Woche sah ich auf Fotos, dass er sich im September für eine Bürgerintiative engagierte die seine Frau ins Leben rief. Und auf den Fotos tragen auch beide noch den Ehering.
Ich habe Angst vor Jänner, und dass er sich nie mehr meldet. Ich habe auch gerade Angst dass ich da hängen bleibe , mich auf nicht anderes einlassen kann und nicht weiß wie ich den Absprung schaffe, weil ich nun warte (obwohl ich cooler Weise im Sommer sagte ich würde nicht auf ihn warten, wer weiß was passiert) . Ich fühle mich unzulänglich weil ich hier soviel Hoffnung habe , in was was vielleicht nichts wird und ich es nur einfach nicht wahrhaben will. Ich habe keine Ahnung und fühl mich sehr verwirrt auch von mir selber.
Ehrlich gesagt hab ich in der letzten Woche jegliche Emotion erlebt und freue mich auf andere Meinungen und irgendwas konstruktives (bitte keine Prügel