Hi,
meine letzte Beziehung ging circa ein Jahr. Getrennt hatte sie sich. Die Gründe sind mir bis heute nicht klar, denn die Gründe, die sie genannt hat, sind absoluter Unsinn. Da sie wenig später schon einen neuen Typen an der Angel hatte, war das Thema klar: Es ging um die Person und nicht um die Gründe/Umstände.
Anfangs denkt man, je näher man dem Ex irgendwie ist, desto besser, man kompensiert dann irgendwie den Schmerz, will den anderen doch noch irgendwie bei sich haben und "unter Kontrolle bewahren". Naja....das ist zwar ein natürlicher Prozess aber tut einem absolut überhaupt nicht gut, denn so löst man sich natürlich nicht ab. Wenn ich einen Alk. mache, kann ich nicht jeden Tag an der Trinkhalle herum hängen, dann muss ich weg von dem Umfeld.
Bei mir ist die Sondersituation auch, dass meine Ex mit mir arbeitet, aber ich habe Glück und kann dort Abstand nehmen, das heißt ich bin meines eigenen Glückes Schmied, ob ich sie sehe oder nicht. Es gibt Telefon und Email. Und ich habe anfangs auch den Fehler gemacht, mich ständig noch in ihrer Nähe aufgehalten. Aber ich habe schnell realisiert, das tut mir überhaupt nicht gut. Also habe ich es Schlag auf Schlag geändert. Und ich war auch nicht mehr gewillt, "ihr" irgend etwas zu erklären, es ging mir in dem Moment um mein eigenes Wohl. Klingt egoistisch, muss es aber sein. Denn die Frage ist, wie altruistisch verhält sich der oder die Ex?
Was will ich damit sagen?
Es schreibt und sagt sich immer so leicht, "mit der Zeit wird alles besser". Erst einmal wurde bei mir garnichts besser. Jeder Tag war eine Qual und vor allem veränderten sich die ersten Tage viele Gewohnheiten von ihr und ich bekam sie mit. Sie wurde plötzlich sehr extrovertiert, lebte Dinge im Büro aus, die sie vorher nicht einmal privat gerne preis gab. Ich betrachtete das als reine Provokation und ich habe mich häufig auch provozieren lassen und mich hinterher geärgert, wieso ich mir ihre Liebesgeschichten anhöre, wieso ich mir überhaupt ihre Nähe antue, wo in jedem zweiten Satz der tolle neue Freund vor kam. Also was habe ich getan? Abstand.
Und perverserweise habe ich dennoch anfangs den Drang gehabt zu erfahren, hat sie wirklich einen neuen Freund? Kenn ich ihn, wer ist das? Alles Fragen die vollkommen unsinnig sind. Ich dachte dann .... ich bin doch nicht perv. veranlagt, dass ich mir selber gerne weh tue. Und deswegen auch, kam sie in meine Nähe mit privatem Small Talk zu anderen Kollegen oder gar zu mir - ich brach das Gespräch ab, ging weg, ich suchte Abstand und ich habe gemerkt es tat gut.
Die nächsten Schläge kamen dann noch mal wie Hagelkörner und haben Dellen in meinem Gemüt verursacht. Aber irgendwann hört das auf und irgendwann habe ich gemerkt, ich muss mein eigenes Leben weiter leben, also habe ich alte Hobbys, die zwar nie eingefroren wurden oder aufgegeben wurden, wieder aufgenommen und mich wieder mehr damit beschäftigt und plötzlich Wochen später habe ich mich entdeckt, hey, du denkst ja garnicht mehr an sie. Und dann habe ich künstlich an sie gedacht, habe mir vorgestellt, was sie wohl mit ihrem neuen Freund so macht. Und natürlich tat das weh, weil das Dinge waren, die sie tatsächlich mit ihm machte und unternahm, die ich so oft "gefordert" habe, sie nie Zeit, Geld und Lust hatte. Plötzlich schien alles da zu sein.
Ich habe das Glück, sie nur im Büro zu sehen und nicht etwa im privaten Umfeld. das fände ich schlimmer, denn im Büro kann sie nur begrenzt ihr Privatleben ausleben. Und ich weiß, dass sie vieles tut, was nicht zu ihrer Person passt, sondern sie absolut darauf aus ist, mich zu verletzen und auf mir herum zu trampeln.
Denn sie wusste, dass ich mehr Gefühle preis gebe und mehr Gefühle auch für sie hatte. Das war oft Thema. Stellenweise habe ich gesehen, wie sie ihren Genuss auslebt, wenn es mir schlecht ging, ihr dabei gut. Und allein diese Tatsache hat mir indirekt auch wieder geholfen, mich von ihr zu lösen.
Man ist seines eigenen Glückes ein bisschen Schmied. Nehmen wir mal an, ich wäre ihr seit der Trennung weiter nachgerannt und hätte um sie "gekämpft", trotz des neuen Freundes. Ich glaube das hätte sie auch irgendwo gewollt und ich glaube heute, sie war direkt ein wenig enttäuscht dass ich es nicht getan habe. Aber ich habe in so etwas keinen Sinn gesehen. Und ich bin heute froh, es nicht getan zu haben, da es mir Würde bewahrt hat und das Ablösen nicht unnötig hinaus gezögert hat.
Ich habe mich auch mit "billigen" Mitteln abgelenkt, Wohnung einfach mal komplett gecleant, ihren Kram weg, und seien es nur kleine Geschenke, ich habe sie weg geworfen, nicht aufbewahrt. Die Dinge meiner vorherigen Freundinnen habe ich im Keller verstaut. Die Dinger der letzten Ex nicht. Bewusst nicht, weil sie mir sehr weh getan hat und zwar mit Absicht, mich angelogen hat und Dinge von einer solchen Person möchte ich aus meinem Leben entfernen. Das tat mir symbolisch gut.
Ich habe anfangs viel Zeit für mich gebraucht, war abends alleine joggen, laut Musik gehört, viel draussen, damit ich den Kopf frei bekomme und es war sehr gut. Gesellschaft hab ich eher gemieden, ich konnte mir keine "Probleme" oder auch keine Dialoge von anderen anhören, für die meine Trennung binnen drei Minuten beendet war. Jedes Gespräch kam mir lästig vor, "oh man, wieso textet er mich zu, ich hab meinen Kopf nicht frei für seine Sorgen". Da muss man auf sich selber hören. Heute bin ich wieder "draußen" mit anderen Menschen, pflege wieder mehr soziale Kontakte und fühle mich auch frei dabei.
Wichtig auch: Facebook, Whatsapp....alles Medien die man verbannen sollte. Meine Ex hat mich überall gelöscht und blockiert, das war ok sonst hätte ich es getan.