Zitat von Ally04:Aaah, damit hatte ich immer meine Probleme. Bei mir gibts und gabs keine tiefen traumatischen Erlebnisse zu überwinden, als ich das erste Mal in Therapie war (muss gut und gern 13 Jahre her sein), wollte mir mein damaliger Therapeut auch irgendwelchen tiefgründigen Erklärungen entlocken, warum ich so eine schlimme Kindheit gehabt haben muss. War zum K* - ich habs gehasst und auch ziemlich schnell abgebrochen. Meine jetzige Th. kommt da mit ihrer Verhaltenstherapie viel besser durch. Ich bin bis heute der Meinung, dass sich das anders entwickelt hat. Mag naiv sein aber ich fahre grundsätzlich ganz gut damit und ich werde mir auf meine alten Tage auch nichts anderes mehr erzählen lassen.
Erfahrungsgemäß haben viele Essstörungen damit zu tun, dass man niemals wirklich gelernt hat sich abzugrenzen und sowas lernt man in der Regel in einer halbwegs funktionierenden Beziehung zu den primären Bezugspersonen, sprich Eltern.
Also die positive Förderung der Eltern in Richtung Selbstständigkeit - das Kind in seinen Stärken und Schwächen, Bedürfnissen wahrnehmen. Und letztendlich das Kind für ein selbständiges Leben vorbereiten.
Geht da was schief, zB emotionale Vernachlässigung aber auch Überbehütung - dann kann so ein Verhalten die Entstehung einer Essstörung begünstigen.
Häufig verschwinden die Essstörungen ja auch im Erwachsenenalter, sprich wenn man einigermaßen auf eigenen Beinen steht.
Dass eine Essstörung aus sich selbst heraus entsteht, bspw. nur aufgrund des in den Medien propagierten Schönheitsideals - glaube ich kaum. Da man sich selbst damit dermaßen schädigt, sprich da gehört schon ein großes Maß an Selbsthass dazu.
Was du dir damit antust ist dir sicherlich bewusst - Zähne gehen kaputt, du schädigst deine inneren Organe vehement - neben dem Verdauungstrakt, auch dein Herz usw.
Soweit mir bekannt ist gehören Essstörungen zum Kreis der Zwangserkrankungen. Da auszusteigen ist natürlich nicht einfach.
Was dir aber klar sein muss: sicher ist es gerade für dich wichtig, dass du einen besonders liebevollen und verständigen Partner findest. Der darf aber nicht Teil deines krankhaften Systems werden, im Rahmen einer therapeutischen Hilfe.
Aber auch das ist recht typisch für Essgestörte, dass sie nicht nur die eigenen Grenzen nicht wahrnehmen und schützen, sondern auch die anderer Menschen. Eben diese Thematik ist ja häufig das Grundproblem der Erkrankung.