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Eure Lebenserfahrung bezüglich Beziehungen

Ragna
Zitat von Blind-Meg:
Trotzdem: ich wäre tief enttäuscht, wenn mein Partner mir seine Liebe so umschreiben würde, dass er sich entscheidet, bei mir zu bleiben, obwohl ...

Wieso, er ist bereit, aus Liebe zu dir, zu erkennen und zu akzeptieren, dass auch deine Schwächen zu dir als Person, Mensch gehören.
Weitere Stufe, er versucht nicht dich zu erziehen oder dich zu einem besseren Menschen anzuleiten, findet dich so wie du bist liebenswert.
Es ist natürlich auch eine bewusste Entscheidung, denn im Kennenlernprozess wägt man ab, OK kann ich mit den Eigenheiten und Verhalten des Partners auf Dauer leben oder nicht und da sich Menschen im Laufe der Jahre verändern, würd diese Entscheidung wahrscheinlich mehrfach getroffen.
Vielleicht ist das bei Frauen anders, die sehe vielleicht das Potenzial des Mannes und hoffen ihn verändern zu können?

x 4 #31


Löwenzeh
Zitat von Blind-Meg:
ich wäre tief enttäuscht, wenn mein Partner mir seine Liebe so umschreiben würde, dass er sich entscheidet, bei mir zu bleiben, obwohl es manchmal Momente gibt, in denen er mich auf den Mond schießen möchte.

Dann stell sicher, dass er das weiß.

Zitat von Blind-Meg:
"Entscheidung" klingt so überlegt, rational, technisch, vernünftig.

Wahrscheinlich die männliche Warte auf die gleiche Sache?

Zitat von Blind-Meg:
Vielleicht ist es nur das Wort, woran ich mich störe.

Kann sein. Kann ich auch gut😅
Manche Worte scheinen nicht zu passen.
Aber hier noch ein letzter Gedanke dazu von mir:

Wäre die Liebe keine Entscheidung, wäre sie nicht frei.

Dann wäre sie ein Zwang.

Liebe kann sich mal wie eine Kette anfühlen - ist aber nie ein Zwang.
Schon eher eine Entscheidung.
Basierend auf Gefühlen.

Ihr habt einfach beide recht und nur jeweils einen Teil der gleichen Sache beleuchtet.
Meine Sicht.

x 2 #32


A


Eure Lebenserfahrung bezüglich Beziehungen

x 3


Blind-Meg
Zitat von Ragna:
Wieso, er ist bereit, aus Liebe zu dir, zu erkennen und zu akzeptieren, dass auch deine Schwächen zu dir als Person, Mensch gehören.

Das ist Basics, nicht Liebe.
Mit jemandem, der das nicht kann, beschäftige ich mich freiwillig sowieso nicht.

Zitat von Ragna:
Vielleicht ist das bei Frauen anders, die sehe vielleicht das Potenzial des Mannes und hoffen ihn verändern zu können?

Falls du mich damit meinst: nein.
Mein Partner ist chronisch krank, hat keine gute Vergangenheit, wenig Geld, keinen Führerschein und Untergewicht. Würde ich ihn mir zurecht verändern können, ich würde es nicht tun. Weil er dann nicht mehr er wäre.

Zitat von Löwenzeh:
Dann stell sicher, dass er das weiß.

Darüber haben wir uns bereits in den ersten paar Wochen ausgetauscht und tun es bis heute immer mal wieder.
Natürlich gilt das alles und immer und beidseitig, also wir bleiben obwohl der andere mal nervt. Aber eine Liebeserklärung sieht bei uns wahrlich anders aus. Haben wir aber alles tausendfach besprochen.

#33


Blind-Meg
Zitat von Löwenzeh:
Liebe kann sich mal wie eine Kette anfühlen

Oh ja. Vor allem die zum eigenen Kind. Diese gänzlich uneigennützige und eigentlich "reinste" Form von Liebe finde ich kein angenehmes Gefühl.

x 1 #34


Y
Zitat von Ragna:
der Alltag ist hier Beziehungskiller Nr.1.


Alle, den an einer gesunden, guten und tragenden Beziehung gelegen ist, sollten sich genau das klarmachen und ganz aktiv gegen arbeiten.

x 1 #35


Balu85
Zitat von Yassa:
Alle, den an einer gesunden, guten und tragenden Beziehung gelegen ist, sollten sich genau das klarmachen und ganz aktiv gegen arbeiten.

Richtig, aber manchmal stellt man dann auch fest das er/sie gar nicht gewillt ist die Mühe auf such zu nehmen etwas daran zu ändern.

x 3 #36


Y
Zitat von Blind-Meg:
Ich hatte mehrere ernste Beziehungen im Leben.
Für meine Jugendliebe bin ich bis heute dankbar, aber es war halt die Jugendliebe. Von allen Partnern bis auf den aktuellen, läge er mir heute am meisten am Herzen. Das ging damals zuende, weil ich mich in jemand anderen verliebt habe. Finde ich heute sehr schade, aber ich bin dankbar für alles, was wir hatten.
Mit dem nächsten Partner war ich 8 Jahre zusammen, von den letzten Schuljahren übers Studium bis in den Berufseinstieg hinein. Für die Zeit, die wir zusammen waren, waren wir richtig füreinander, aber haben uns dann zu weit auseinander entwickelt.
Danach kam der Mann, den ich geheiratet habe und der der Vater meiner Tochter war. Mit ihm dachte ich anfangs, jetzt wäre es perfekt, war es aber nicht. Im Grunde passten wir überhaupt nicht gut zusammen und fanden einander aber (anfangs) so toll. Während der Ehe hatte ich eine Affäre, in die ich auch sehr verliebt war; heute weiß ich, dass das mit ihm als Person übrrhaupt nichts zu tun hatte, da hätte "jeder" kommen können, der mir nur das hätte geben müssen, was ich bei meinem Mann so vermisst habe.
Von meinem Mann habe ich mich nach 10 Jahren Beziehung getrennt, aus der Affäre wurde zum Glück nichts. Mein Exmann ist dieses Jahr gestorben, meine Tochter ist jetzt also voll bei mir.
Aus der Ehe und der Affäre habe ich wahnsinnig viel gelernt über mich und meine Bedürfnisse. Und kurz nach der Trennung habe ich meinen heutigen Partner kennengelernt. Ich "wollte" keinen Mann bzw habe nicht "gesucht", habe mich maximal unabhängig gefühlt und aufs Singlesein gefreut. Aber als er des Weges kam, war irgendwie schnell klar, dass ich, wenn ich suchen würde, jemanden genau wie ihn suche. Habe mich drauf eingelassen und bin jetzt über 5 Jahre mit ihm zusammen und überglücklich.

Was ich meinem früheren Ich heute mitgeben würde: geh nicht in eine Beziehung mit dem, den du am Tollsten findest, sondern finde heraus, wer du bist, was du brauchst und wer zu dir passt. Und bleib in keiner Beziehung, in der du dich nicht zu jeder Sekunde zu 100% erwünscht, geborgen und geliebt fühlst. Ich darf diese Erfahrung jetzt glücklicherweise noch machen, aber werde auch nie mehr darauf verzichten. Im Vergleich dazu war alles davor zwar wilder und aufregender in der Schwärmerei, aber jetzt weiß ich, wie sich echte emotionale Nähe und Intimität anfühlt, das kannte ich vorher nicht. Obwohl ich mir mit 35 einbildete, den Durchblick zu haben.

Das Gefühl, nie mehr "so" lieben zu können, hatte ich nie. Meine Trennungen waren traurig, keine Frage, aber es war immer klar, dass das temporär ist und ich wieder glücklich sein werde. Was das angeht, war es wahrscheinlich sehr hilfreich, dass meine Eltern sich getrennt hatten, denn dadurch habe ich früh gelernt, dass das Leben weiter geht und man nicht um jeden Preis in einer Beziehung bleiben muss.
Heute sehe ich es sogar so, dass eine Trennung der Eltern, wenn die Beziehung nicht absolut glücklich und erfüllend ist, für Kinder das bessere Vorbild darstellt als sich zu "arrangieren" und in einer nur so halb-okayen Beziehung zu bleiben.

So halbgare Beziehungen, zu schlecht um glücklich zu sein und nicht schlecht genug um sich zu trennen, finde ich heute ganz schlimm, glaube aber leider, dass die meisten Beziehungen so sind. Ich wünsche jedem, 1x die Erfahrung einer wirklich guten und gesunden Beziehung zu machen. Dann wäre die Welt ein besserer Ort. Ich werde so eine Beziehung jedenfalls nie wieder führen, werde mich trennen wenn ich nicht mehr glücklich bin und bleibe lieber alleine als in einer halbgaren Sache auszuharren. Und ich bin dankbar für diese Erfahrung und alle davor, dle mich dorthin gebracht haben. Es word cool werden, so oder so. Mit meinem Partner, oder allein, oder mit jemand anderem, der ebenso gut passt. Jetzt ist es zu 100% perfekt und es wird nie wieder schlechter sein.

Ich habe dich gerade erst gelesen, Meg, Du hast das so bewegend geschrieben. Vielen Dank dafür.
Ich finde das sehr, sehr eindrucksvoll.

x 1 #37


Y
Der Partner oder die Partnerin, die man wählt, bestimmt das eigene Leben zu großen Teilen stark mit.

#38


Y
Zitat von Balu85:
Richtig, aber manchmal stellt man dann auch fest das er/sie gar nicht gewillt ist die Mühe auf such zu nehmen etwas daran zu ändern.

Ja, leider. Das ging mir auch so. Es geht aber glaube ich auch nicht darum, dass nicht jemand unbedingt will. Das gibt es auch, aber es manchmal auch einfach nicht kann.

Und es deswegen gar nicht möchte. Oder nicht sieht.

Es aufgrund des eigenen Systems, indem dieser Mensch existiert, auch nicht sehen kann.

x 1 #39


Y
Mit dem passenden Menschen ist Kommunikation einfach nur leicht. Und stimmig.
Nicht immer in allen Einzelheiten, aber wenn eine große Passung vorliegt, ist es so viel leichter.

x 1 #40


Balu85
Zitat von Yassa:
Der Partner oder die Partnerin, die man wählt, bestimmt das eigene Leben zu großen Teilen stark mit.

Ja, und e´letztlich ist man an der verbrannten Erde die sie Teils hinterlassen eigentlich selbst schuld. Hätte man nur auf das Bauchgefühl gehört. Aber vielleicht wäre dann auch etwas bzw. jemand sehr sehr sehr wichtiges niemals in entstanden.


Zitat von Yassa:
Das gibt es auch, aber es manchmal auch einfach nicht kann.

hm...ich kann nicht.....ja, wie oft hab ich das gehört. Aber am Ende war es dennoch nur ein "Ich will nicht". Oft ist es eigentlich ein "ich will nicht". Aber niemand denkt darüber nach was es mit anderen Menschen macht wenn sie dann nach langer Zeit merken das es genau das war.

x 3 #41


Y
Zitat von Balu85:
Hätte man nur auf das Bauchgefühl gehört. Aber vielleicht wäre dann auch etwas bzw. jemand sehr sehr sehr wichtiges niemals in entstanden.

Das stimmt. Das Bauchgefühl ist der Wahnsinn. Ja du hast recht, dann wären Kinder, die wir lieben, nicht da.
Aber der Preis war hoch.

#42


Balu85
Zitat von Yassa:
Ja du hast recht, dann wären Kinder, die wir lieben, nicht da.
Aber der Preis war hoch.

Aber weißt du was.....meine Maus war es dennoch Wert. Das einzige was ich anders machen würde wäre meiner Exfrau gleich nach der Affäre die Koffer vor die Tür zu stellen. Die 2 Jahre danach haben mehr Schaden angerichtet als die Affäre, erheblich mehr.

x 2 #43


Blind-Meg
Zitat von Ragna:
der Alltag ist hier Beziehungskiller Nr.1.

Einspruch!
"Der Alltag" kann nichts dafür, dass Paare aufhören, sich umeinander zu bemühen und wohlwollend miteinander zu sein.
Alltag heißt Alltag, weil er "alle Tage" ist. Und wenn Paare an allen Tagen nicht mehr nett zueinander sind, einander nicht mehr wertschätzen und nichts für die Beziehung tun, ist es kein Wunder, wenn die Liebe verschwindet.
Und dazu braucht es keine großen Gesten und auch nicht viel Zeit oder Aufwand. Sich kurz in den Arm nehmen, wenn man aneinander vorbei läuft, jeden Tag nette Worte, einander loben wenn einem etwas gefällt oder positiv auffällt, ein Kuss-Smiley zwischendurch aufs Handy oder ein Zettelchen mit "Ich freu mich auf dich" liegen lassen. Kostet weder Zeit noch Geld, aber lässt die Liebe und Verbundenheit auch im "Alltag" spürbar werden. Reden. Viel reden. Fragen stellen. Sich füreinander interessieren. Konflikte lösen, Läuse auf Lebern ansprechen statt runterschlucken.
Das alles zu unterlassen, das killt die Liebe. Nicht der Alltag. Dem Alltag ist herzlich egal, was die Menschen tun.
"Der Alltag" ist an gar nichts schuld. Es ist das Verhalten der Menschen, das Beziehungen killt.

x 8 #44


Balu85
Zitat von Blind-Meg:
"Der Alltag" kann nichts dafür, dass Paare aufhören, sich umeinander zu bemühen und wohlwollend miteinander zu sein.
Alltag heißt Alltag, weil er "alle Tage" ist. Und wenn Paare an allen Tagen nicht mehr nett zueinander sind, einander nicht mehr wertschätzen und nichts für die Beziehung tun, ist es kein Wunder, wenn die Liebe verschwindet.

das sehe ich etwas anders. Denn auch im Alltag kann man in einem gewissen Rahmen eine Auszeit von diesem nehmen. Paarzeit ist sowas z.B. Aber vermutlich ist es meistens auch schon zu spät wenn es einer oder beide realisiert haben.

x 1 #45


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