Zitat von Seetang:
Ich weiß nicht ob er einen "Crush" gehabt hatte. Er sagte mir nie dass es so gewesen war. Ich war ein Jahr lang single, als er mich fragte, ob wir nicht mal zu zweit ausgehen wollten. Ich zögerte, obwohl wir uns immer sehr gut verstanden hatten. Wir hatten immer schon einen richtig guten Draht zueinander und ich wollte das nicht kaputt machen. Aber er war sehr selbstsicher und verständnisvoll, sehr ruhig und erschien mir vernünftig. Hätte ich geahnt, dass das so enden würde, hätte ich mich niemals darauf eingelassen.
Das können wir alle nur spekulieren. Vielleicht warst Du so toll als Frau oder so toll im Bett oder was weiß ich, was ihn jetzt nach 5 Monaten dazu veranlasst so einen "Larry" zu machen. Keine Ahnung, wieso... und klar, hättest Du das geahnt, dann wärst Du darauf nicht eingegangen. Also zu Beginn lief es normal, dann änderte sich das. Das ist das, was wir wissen.
Zitat von Seetang: Wir hatten auch nie einen Alltag, weil ich meine Kinder erstmal aus der Sache raushalten wollte. Ich wollte sicher gehen, ob es wirklich dauerhaft hält. Und mir wurde eigentlich nach 3 Monaten klar, dass es schwierig werden würde. Aber ich wollte es trotzdem versuchen. Natürlich weiß er von meinen Kindern, er kennt sie auch flüchtig und da er beruflich mit Kindern arbeitet, dachte ich er würde mich umso mehr verstehen, insbesondere mit meinem pflegebedürftigen Kind. Aber während er die ersten 3 Monate verständnis hatte kippte es, als ich eine Woche ihn nicht sehen konnte, da wir alle Covid hatten. Er machte mir eine Sprachnachricht in der er sich sehr beschwerte, gleichzeitig aber auch sagte, er hätte Verständnis. Er wollte doch unbedingt für mich bei sich kochen und es wäre schlimm, dass das nun nicht stattfinden würde. Es tat mir wirklich sehr leid, aber ich konnte wirklich nichts an der Situation ändern.
Vielleicht war das das Problem? Er wollte eventuell einen Alltag mit Dir und da Du Dir das bisher nicht vorstellen konntest, ist sein Traumschloss von dieser Beziehung geplatzt. Keine Ahnung, warum er das so überbewertet, aber ja, wie Du vermutest, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es hier um krasse Verlustängste geht. Dass Du mit Covid nicht zu ihm kommst, muss ihm einfach einleuchten, wenn das nicht einleuchtet, hat er ein emotionales Defizit. Sorry.
Zitat von Seetang: Er versuchte mich dann zunehmend unaufgefordert abzuholen, wenn es seine Arbeitszeiten ermöglichten und ich gerade irgendwo bei einem Termin war. Das wurde mir schnell zu kontrollierend und als ich ihm sagte, dass es mich stört, brach er geradezu in Tränen aus, dass er doch jede freie Minute mit mir verbringen wollen würde, und dass das nunmal Liebe sei. Ich habe wirklich versucht das irgendwie rumzureißen. Ich dachte, vielleicht ist das einfach nur eine Trennungsangst. Aber es wurde immer stärker und schlimmer. Wenn ich abends wieder nach Hause wollte, weil ich mich um meine Kinder kümmern musste, vorallem mein pflegebedürftiges Kind, dann sperrte er sich, bettelte mich an länger zu bleiben. Das wurde immer schlimmer und schlimmer, er bettelte dann mich nach Hause zu bringen, und vor dem Haus wollte er mich nicht loslassen. Sobald ich im Haus war bombadierte er mich mit Nachrichten.
Gut, vermutlich hat er gedacht, dass Du Dich freust, wenn er Dich überrascht. Und das kann in Deinem Alltag halt nicht immer so sein. Dass er dann direkt weint, wenn Du ihm das sagst, zeigt halt wie instabil er da ist. Ich hätte das akzeptiert, allerdings bin ich auch nicht so der "Spontan-Überrascher". Hast Du ihn vorher mal in einer Beziehung erlebt? Mit einer anderen Frau? Gab es da ähnliche Szenarien oder nur bei Dir?
Zitat von Seetang: Ich hatte ihm immer wieder gesagt, dass mir das zuviel ist, dass es mir aber auch leid tut, dass ich ihn damit verletze. Am Ende fühlte ich mich so zerrissen zwischen ihm und meinen Kindern und Alltagsleben, dass ich nachts wach lag. Ich konnte kaum mehr schlafen, ich war im dauerhaften stress und gleichzeitig wurde mir sein Verhalten ein wenig gruslig.
Ich habe es dann am Telefon beendet, denn ich muss zugeben, ich hatte wirklich Angst vor seiner Reaktion. Ich wusste schon wie er war, wenn ich einfach nur normal nach Hause musste, also befürchtete ich, dass er total durchdrehen würde, wenn ich die Beziehung beende. Ich hatte ihm alles wirklich ruhig erklärt. Ich habe ihm keine Vorwürfe gemacht, sondern gesagt, dass es mir zuviel ist und ich damit nicht umgehen kann, es mich stresst und ich das so weiter nicht kann.
Hattest Du denn den Eindruck, er würde gewalttätig werden, wenn Du mit ihm Schluss machst oder was war Dein Gedankengang dahinter?
Zitat von Seetang: Seither ist es wie es nunmal ist. Ich hoffe ich habe das irgendwie erklären können. Es waren auch noch mehr Dinge passiert die sein Klammern ausdrückten, aber das würde jetzt den Rahmen sprengen.
Hm. Klammern ist eigentlich immer eine Mangelerscheinung, wenn es denn regelmäßig vorkommt. Einen schei. kann jeder mal haben, aber regelmäßig zeugt von einem anderen Problem.
Der Kontext war hier zumindest hilfreich. Wenn Dir mehr Kontext einfällt, lass es uns wissen. Kopf hoch. Wird schon.