Also ich weiß auch nicht woher das bei mir kommt ... Kann da nur meine Interpretation zu Papier bringen.
Vielleicht hat es mit Warten zu tun. Was ich aufn Tod hasse ist auf Jemanden warten zu ... müssen. Hab irgendwann mal früher entschieden daß ich mein Ding alleine mache, daß ich niemals mehr auf jemand warten werde. Daß ich weggehe wann ich will, und nicht mehr warte bis Jemand mitkommt. Der Vater meines Sohnes hat sich nie um uns gekümmert, auch um mich nicht während der Schwangerschaft oder so. Vielleicht hat mir das den allerletzten Kieks versetzt. Ich weiß noch genau was er sagte, als ich ihn vom Krankenhaus aus anrief und sagte: Bist soeben Vater eines Sohnes geworden.

Er sagte: Mußt mich grad jetzt stören wo ich mit meiner Mutter einen Tatort gucke? ..... Tja, glaub das war das letzte Tröpfchen an Frechheit das bei mir noch gefehlt hatte. Glaub danach war für mich Aus.
Hatte dann auch sage und schreibe ca. 7 Jahre lang keinen Mann auch nur angerührt, angesehen oder gar kennengelernt. Wollte nicht mehr. Kam mir auch nicht mehr in den Sinn. Mir haben Männer zuviel Schmerzen zugefügt, benutzt, weggeschmissen ... Klar, ich habs ja mitgemacht. Man kann nur Jemanden ausnutzen der sich ausnutzen lä0ßt .... Trotzdem war hie und da ja ein Fünklein dabei da könnte mehr draus werden. Nein, ich hatte immer nur wie man so sagt Pech mit den Männern. Wollten alle nur das Eine ... Oder ich hab mir genau die rausgepickt weil ich genau wußte die wollen nur das Eine ... und ich eigentlich gar nicht mehr.
Vergangenheit. Mmh. Meine Oma wartete daß mein Opa ausm Krieg zurückkommt. Kam er aber nie. Gefallen. Und meine Mama ... die wartete eigentlich immer auf meinen Papa. Der war so mit seinem Betrieb verstrickt, ja fast schon verheiratet, daß eigentlich immer erst die Firma kam - dann die Familie. Und wenn Familie dran war konnte es passieren daß die Firma anrief und er weg mußte. Mama gekocht, Essen aufn Tisch, Firma rief an

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Tja. Sicherlich ist viel in meiner Handlung und in meinem Fühlen ein Resultat aus all diesem. Zudem bin ich sehr perfektionistisch, möchte eigentlich möglichst immer die Beste und Tollste sein - geht aber nicht. Früher hab ich das bei meinen Eltern über die Schulleistungen versucht. Bis ich irgendwann nimmer wollte, alles hingeschmissen hab - ein Jahr vorm Abi.
Keinen Bock mehr gehabt immer nur über Leistung definiert zu werden. Und - mein erster Freund. Eine Katastrophe. Jugoslawe, wir auseinander-zusammen, er mich nach STrich und Faden betrogen, manchmal bin ich dem vor de Füß gerutscht damit er be mir bleibt. Auweia. Denke der hat mich sehr geprägt. Irgendwann nachdem schon lang Schluß war trafen wir uns mal wieder. Er war mit mir im Bett und so ... Bis ich dann erfuhr daß er zu der Zeit schon lange verheiratet war. Und mit mir im Bett, in seinem Ehebett, und mich danach vor die Tür gesetzt ... In nem Vorort von Wiesbaden, da konnt ich nachts sehen wie ich Heim komme.
Meinen Entschluß vor vielen Jahren ganz alleine zu leben ohne Freunde und Männer und all dies, mich niemals von Irgendjemand abhängig zu machen um für meine Gefühle einzigst selbst zuständig zu sein redete mir meine Therapeutin aus. Sagte, wir Menschen seien nicht gemacht für die Einsamkeit, Keiner könne leben wie ein Eremit auf ner einsamen Insel. Bäh.... Tja. Die meinte, wir seien sowas wie Hordentiere .... Ich habe mir jaaahrelang eine verdammt dicke Mauer aufgebaut.
Da ging nix mehr durch. Goar nüx mehr., Bis man mir mal in einer stationären Therapie sagte man könne mit mir nicht arbeiten. Weil - durch diese Festung nix mehr durchgeht. Und wenn man in ner Therapie keine Gefühle zuläßt - dann kann man auch nüx verändern.
Ja. Dann gabs Medikamente und die Mauer fiel ... langsam, schmerzvoll. Nu isse weg. Und nun steh ich sicher wieder im Leben. Die beste Zeit meines Lebens waren eigentlich die ersten 7 Jahre wo mein Sohn auf der Welt war. Hatte mich alleine um ihn gekümmert, wir Beide gingen durch Dick und Dünn ...... Da war ich glücklich, meistens, bis auf meine Zwangssache die ich auch da ab und an hatte ...
Und dann kam mal wieder ein Mann. Über 60 war er, gab mir Alles. Teure Friseurbesuche, dicke Blumensträuße, Schmuck, mochte meinen Sohn, unternahm viel mit uns ... Aber - ich liebt ihn nicht. Es war mir fast zuviel und ich beendete die Beziehung nach paar Monaten. Dann kam Einer am Bodensee

Noch weiter weg als jetzt, übers Internet kennengelernt.
Und 2 Monate danach - mein Jetziger. Seit September 2008. Ja, so war das.