Mahoni111
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das ist das erste mal das ich mich in einem Forum anmelde. Ich hoffe das ich hier die Unterstützung bekomme, welche ich mir erhoffe.
Meine Ex Freundin (32) hat sich im September 2020 von mir (36) getrennt. Es kam nicht wirklich überraschend. Im Grunde lief es schon länger nicht mehr rund. Ich bin selbstständig, wir haben gemeinsam ein Haus über 3 Jahre hinweg saniert und einen wundervollen 4 jährigen Sohn.
Sie nannte mir als Trennungsgrund, das ich Sie kleingehalten habe. Ihre Bedürfnisse hätten nicht gezählt. Ein neuer Mann, ist wohl bis heute nicht im Spiel. Ich bin eine starke Persönlichkeit, gerade das schätzte Sie am Anfang an mir. Meine Zielstrebigkeit. Ich wollte alles "richtig" machen. Frau, Haus, Kind.
Letztendlich war es zu viel. Zu viel für Sie, mich, uns. Die Beziehung scheiterte. Zu recht. Wir waren beide nicht glücklich.
Nach der Trennung fiel ich in ein tiefes Loch. Ich brach wegen Depressionen eine Fortbildung zum Betriebswirt ab. Ging einfach nicht mehr. Saß dort im Unterricht und mir liefen die Tränen runter. So etwas kannte ich zuvor nicht. Ich bin Handwerksmeister, war Soldat auf Zeit, war im Auslandseinsatz und hab auch sonst einige Schicksalsschläge wegstecken müssen. Nichts berührte mich im Kern, nie. Jedoch als Sie ging. es war echt schlimm, dann noch der Lockdown. Ich versuchte mich mit viel Alk., Frauen, Antidepressiva abzulenken bzw. am funktionieren zu halten. Ich war bei der Hypnose, bei Sozialarbeitern, Therapeuten. Nichts half mir wirklich.
Sie zog von heut auf morgen zu Ihrer Mutter. Ich musste sofort als Semi-alleinerziehender Vater funktionieren (Wechselmodel). Diese krasse Gefühlskälte, das Ignorieren, das auf und ab, es machte mich alles fertig. Plötzlich waren alle Versprechen als ungültig erklärt worden. Wir sind im August 2020 mit dem Haus fertig geworden. 3 Monate später, wollte Sie unbedingt verkaufen. Sie hat mich übel beleidigt, mir die komplette Schuld für alles gegeben. Mit meiner damaligen Schwiegermutter hatte ich bis dato ein super Verhältnis. Auch Sie brach den Kontakt vollständig zu mir ab. Das alles löste in mir so starke Gefühlsschwankungen aus, wie ich Sie bis dahin nicht kannte. Ich flehte Sie an zurück zukommen, machte Ihr dann wieder Vorwürfe, entschuldigte mich, machte wieder Vorwürfe. So ging das ewig hin und her (mal von Ihr ausgehend mal von mir), bis ich im April den Kontakt abgebrochen habe. Ich sperrte Sie auf allen Kanälen bis auf E-Mail, unsres Sohnes wegen.
2 Monate konnte ich Sie so aus meinem Leben schließen. 2 Monate, in denen es mir langsam aber stetig endlich wieder besser ging. Ich konnte wieder lachen und war eigentlich auf einem guten Weg. Dann kamen E-Mails. Unser Sohn hat sich beim spielen verletzt. Nichts wildes, schrieb Sie selber. Es folgte etwas emotionaler E-Mail verkehr. Letztendlich rief Sie auf meinem Festnetz an. Das Gespräch war völlig sinnlos, da im Grunde alles per Mail geklärt werden konnte. Jedoch, als ich Ihre Stimme hörte, wurde ich wieder weich. Der Kontakt wurde auf SMS ausgeweitet. Es folgten Telefonate und letzet Woche entsperrten wir uns gegenseitig auf WhatsApp (Kindergarten ich weiß).
Die Sache ist, das ich das Gefühl habe, das Sie auch nicht 100% abschliessen kann. Sie legt mir wirklich nur Krümel hin. Eine einfache Bitte um Rückruf, ich springe und wir telefonieren eine Stunde. Wir entsperren uns auf Whatsapp, ich bekomme sofort Bilder und Videos von unserem Sohn, wobei Sie auch zu sehen ist. Wenn ich mich länger als 7 Tage nicht melde, kommt immer etwas von Ihr. Jedoch immer unter dem "Vorwand", es ginge um unseren Sohn oder das Haus. Wir trafen uns die letzten 2 Wochen sogar mehrere male, um gemeinsam mit unserem Sohn Zeit zu verbringen, obwohl Sie vor 6 Monaten sagte, das wir niemals mehr zu dritt auf einen Spielplatz gehen würden. Die Treffen waren schön. Wir lachten, es war eine vertraute Atmosphäre, gewissermaßen war Intimität vorhanden.
Als wir vor einigen Wochen unser erstes Treffen mit unserem Sohn ausmachten, gestand ich Ihr, noch etwas für Sie zu empfinden. Ich sagte Ihr dies, weil ich Ehrlichkeit wichtig finde. Ich meinte zu Ihr das ich unserem Sohn zur liebe, dem Treffen zustimmen würde, allerdings Ihr nichts vormachen will und nicht möchte, das Sie sich dabei unwohl fühlt. Daraufhin bedankte Sie sich für meine Ehrlichkeit und stimmte dem treffen zu. Heute zur Mittagszeit knickte ich wieder ein. Ich schrieb Ihr, das ich oft an Sie denke würde. Daraufhin fragte Sie mich, was genau ich damit meine. Ich gestand Ihr also, das Sie noch immer in meinem Herzen und Gedanken wäre und ich Sie vermisse. Ihre Antwort kam zügig. Danke für deine Ehrlichkeit, aber ich wisse ja, wir werden kein Paar mehr werden können.
Sie hoffe ich wäre die letzten Wochen, nicht aus Hoffnung nett zu Ihr gewesen und Sie wünsche sich für unseren Sohn ein gutes Gefühl, wenn wir gemeinsam Zeit verbringen.
Deshalb schreibe ich hier. Das letzte Jahr hat mich wirklich geprägt. Ich konnte soviel über mich selber und Beziehungen lernen. Auch die alte Beziehung zu meiner Ex Freundin, konnte ich gut verarbeiten. Es war wirklich nicht alles schön. Ich konnte meinen Anteil des Scheiterns bestimmen, weiß aber auch was ich nicht mehr will und bis wohin ein Kompromiss sinnvoll ist.
Obwohl fast 1 Jahr vergangen ist und die Trennung unglaublich schmerzhaft war, liebe ich meine Ex Freundin noch immer. Das ist auch der Punkt. Normalerweise bin ich total selbstbewusst und lustig. Ich sehe auch nicht schlecht aus, bin kontaktfreudig und gesellig. Ich kann Frauen ansprechen und werde auch von Frauen angesprochen. Warum mache ich mich vor ihr so zum Affen und mach mich selber klein?
Obwohl Sie es mir klar und deutlich sagt, fällt es mir schwer Ihren Worten zu glauben. Das ganze ist so kräftezehrend und anstrengend und jedesmal tut es wieder weh. Soll ich auf subtile Art weiter "kämpfen" und hoffen das Sie die Veränderung bemerkt oder soll ich versuchen loszulassen? Wie lässt man eigentlich los? Wie habt Ihr das geschafft?
Tut mir leid für den langen Text. Allerdings ist bereits das Schreiben eine kleine Wohltat für meine Seele.