Zitat von Olivia_2: Weil ich dachte, wir könnten wieder fest zusammen kommen.
Die Diskrepanz zwischen Deinem Selbstbild, das Du der Umwelt vermitteln willst, nämlich die toughe, selbstständige Frau steht völlig konträr zu Deinem Beziehungsverhalten. Das merkst Du sicher selbst. Im Beruf stehst Du Deine Frau, Du siehst gut aus, verdienst gut, hast Dein Leben gut eingerichtet. Das ist die Fassade und auf der funktionellen Ebene leistest Du auch was und stellst was dar.
Was Du in der Beziehung an den Tag legst, ist ein völlig anderes Bild. Du wirkst seltsam anhänglich, seit der Dir die Trennung "verordnet" hat, wie ich annehme. Er will frei sein, er will machen, was er will und er will sich austesten und seine bisherigen Grenzen überschreiten, was er schon "fleißig" macht (Kinky und fesseln, wer es mag, soll damit glücklich werden).
Und anstatt die Trennung zu akzeptieren und Deinen Weg allein zu beschreiten, stehst Du nach wie vor Gewehr bei Fuß.
Sogar eine Woche AIDA mit Sx verbringst Du mit ihm und hoffst, mit möglichst pflegeleichtem Verhalten und einem alles-unter-den-Teppich-kehren wird er wieder Interesse an Dir verspüren und sich sagen, ich war so blöd, sie gehen zu lassen, diese Prachtfrau. Dabei benützt er Dich doch nur als emotionalen Backup.
Da agierst Du ängstlich, zaghaft, unehrlich und präsentierst ihm damit ein anderes Bild von Dir als das, was Du vermitteln möchtest. Der merkt doch ganz genau, wie Du tickst und er hat auch aufgrund Deines von Ängsten geleiteten Verhaltens schon jeglichen Respekt vor Dir verloren. Das lässt sich wohl kaum mehr umkehren.
Du bist die für die Phasen, wo er sonst nichts hat.
Ich würde bei Dir sogar einen leichten Hang zum Masochismus vermuten. Du lässt Dich von ihm quälen, hörst Dir seine "Erlebnisse" begierig an, damit Du Bescheid weißt und verspürst doch gleichzeitig den Schmerz, den er in Dir verursacht. Vermutlich hast Du mal verinnerlicht, für ein kleines bißchen Liebe muss ich viel hinnehmen, viel aushalten, dann wird er mich eines Tages lieben und als seine Nummer eins ansehen. Das Gegenteil passiert, er präsentiert Dir gnadenlos was er nun wieder vor hat oder bereits erlebt hat. Ich würde sogar vermuten, dass ihm es unbewusst Spaß macht, Dich damit zu treffen. Aber Du schluckst wie ein Mülleimer alles runter, bis er überläuft.
Überlege mal, wie schlecht Du mit Dir selbst umgehst. Du lässt Dich psychisch quälen, Du leidest Schmerzen, Du spürst Trauer und Ängste. Und Du weißt, dass Du damit keinen Blumentopf, geschweige denn ihn gewinnst, aber praktizierst diese Methode weiter, weil sie in Dir verankert ist. Such die Ursprünge in Deiner Kindheit, dort findest Du den Schlüssel zu Deinen selbstquälerischen Tendenzen, die Dich bei einem Mann ohne moralische Bedenken, ohne Charakter und ohne Grenzen verharren lassen.
Ein Kind will geliebt werden, doch oft sind die Eltern selbst überfordert und kommen mit sich nicht zurecht. Nachdenken über sich selbst war und ist nach wie vor verpönt. Ach nein, lieber nichts wissen, nichts spüren, denn es könnte unangenehm schmerzhaft werden.
Das Kind bekommt nicht die Liebe oder erfährt sie nicht zuverlässig. Es fühlt sich einsam, allein gelassen, aber es gewöhnt sich auch daran, aber der Schmerz bleibt. Es strengt sich dann oft mächtig an und will ein gutes Kind sein und tut alles, damit es bemerkt und gelobt wird und erfährt oft genug das Gegenteil. Tja, das Kind ist machtlos und merkt, irgendwie bin ich allein auf der Welt, ich muss mich um mich selbst kümmern, mit mir zurecht kommen. Aber der Schmerz bleibt.
Das Kind passt sich an oder aber es wird zum Rebellen. Beides sind keine gesunden Verhaltensweisen.
Und dann kommt es nicht selten zu der Verknüpfung, Liebe ist mit Leid verbunden. Für ein kleines wenig Liebe muss ich mich schon sehr ins Zeug legen, pflegeleicht sein, ich darf nicht wütend und aufbegehrend und trotzig werden. Nur dann werden sie mich eines Tages lieben.
Das sind genau die Mechanismen, die Du dann unbemerkt und unbewusst ins Erwachsenenleben mit schleppst. Deine Seele aber leidet, weil Du sie ja außer Acht lässt und sie klein reden willst. Die Botschaft an Deine Seele ist: Da muss ich jetzt durch, ich werde mich durchbeißen, Hartnäckigkeit, Geduld und viel Nachsicht mit ihm werden belohnt, also stell Dich nicht so an und lass mich in Ruhe mit Deinem Gejammer.
Du schiebst die Botschaft Deiner Seele zur Seite und lebst das nach, was Du gewöhnt bist. Doch die Seele gibt keine Ruhe, sie will das eines Tages los werden, sie will beachtet, gepflegt werden und nicht lieblos beiseite geschoben werden. Tja, direkt spricht die Seele nicht, aber sie manövriert Dich genau in diese Situationen mit ähnlichen Menschen, die Du bereits kennst. Ihre Hoffnung ist, dass Du in der Wiederholung merkst, was sie braucht und dass das Trauma von früher endlich aufgelöst wird. Funktioniert aber nicht, weil Du Dich defizitären Partnern zuwendest, die Dich wie einen Fußabtreter behandeln und die alles andere tun als Dich zu heilen.
Das musst Du schon selbst für Dich tun, das kann kein anderer für Dich übernehmen, Verabschiede Dich von Deinen Vorstellungen, die von Märchen geleitet werden. Der Prinz erkennt das Aschenbrödel als seine wahre Prinzessin und führt sie in ein wundervolles Schloss (Sinnbild für ein anderes, besseres Leben). Nur gibt es hier keine Prinzen, sondern nur Menschen, die auch das ein oder andere mit sich rumschleppen.
Was also kannst Du tun? Ganz einfach. Was Dich nicht glücklich macht, kann weg. Also kannst Du ihn getrost aus Deinem Leben verbannen, denn gut tut Dir dieser Mann schon längst nicht mehr. Trauere ruhig um Dich und um ihn, das gehört dazu, aber akzeptiere, dass Dich diese Sorte Mann nur unglücklich macht, weil er rigoros auf Dir und Deinen Gefühlen rumtrampelt. Der kennt keine Empathie, keine Fürsorge, keine liebevolle Zuwendng und keine Rücksichtnahme. Dem geht es nur um ihn und seine Bedürfnisse.
Und dann schaust Du Dich mal an und was siehst Du? Ein Häufchen Elend, das weit von der Frau entfernt ist, die Du nach außen präsentierst. Meinst Du nicht, es wäre an der Zeit, mal pfleglich und liebevoll mit Dir selbst umzugehen? Gut zu Dir zu sein, das kleine traurige Mädchen in Dir zu beruhigen und zu trösten? Es wahrzunehmen und ihm zu sagen: ich habe Dich so lange nicht beachtet, ich habe Deine Botschaften nicht verstanden, aber ich weiß jetzt, dass Du ein Teil von mir bist und ich werde ab jetzt öfters auf Dich hören. Und ich werde lernen, gut mit mir umzugehen, denn dann werde ich eher eins mit Dir und wir werden ein Team, Du und ich.
Dann kannst Du auch selbstbestimmter und selbstbewusster leben, mutiger sein und die falschen Prinzen rechtzeitig erkennen. Du willst doch was. Du willst glücklicher werden, selbstbestimmter und mutiger für Dich einstehen. Und so was wie den brauchst Du nicht, denn wer nicht gut mit Dir umgeht, den solltest Du aus Deinem Leben raushalten. Du bist nicht auf der Welt, um Deine Sehnsüchte zu untergraben und zu verleugnen und Dir selbst weh zu tun.
Verabschiede Dich auch von der Fassade, die Du zeigst. Gutes Aussehen, beruflicher Erfolg, ein gut gefülltes Konto, eine schöne Wohnung - was hilfst es Dir, wenn Du innerlich weinst?
Werde einfach Du, steh zu Dir und lerne, liebevoller mit Dir umzugehen. Deine Seele wird es Dir danken und ruhig werden.
Schaffst Du, wenn Du es tun willst.
Nenn es wie Du willst: innerer Dialog, Seelenschau oder sonstwie, es kommt aufs Gleiche raus. Sei einfach lieb zu Dir und gehe so mit Dir um wie Du selbst behandelt werden möchtest. Und diesen Unempathen lässt Du mal sein Ding machen oder willst Du hören, dass er sich kürzlich im Kinky-Club an einem Dreier oder Vierer beteiligt hat?
Der Mann ist auf dem falschen Pfad unterwegs. Lass ihn, es ist nicht Dein Weg, er kann es nicht sein, weil Du Dich nicht wohl dort fühlst.
Eigentlich ist alles ganz einfach und doch so schwer und erst mal schmerzlich, aber es wird besser, wenn Du wirklich das bist, was Du gerne sein möchtest: Deiner Selbst bewusst. Das sagt das Wort selbstbewusst ja auch aus.
Sei authentisch und höre auf mit dem Schaupielen. Es kommt dabei nichts Gescheites raus, das merkst Du selbst.
Gehe es an und es wird Dir irgendwann besser gehen. Der Weg ist steinig, ungewohnt, manchmal rutscht man zurück, aber er lohnt sich doch. Erlöse Dich selbst.