Phoenix07
Gast
liebe Alle,
danke für Deine lieben Worte!
Das fand ich besonders berührend:
Zitat von rosenrot:Wenn ein friedliches Gefühl überwiegt, dann wohl, weil man ein Stück der Liebe dieses Menschen in seinem Herzen weiterträgt und dieser in einem weiterlebt.
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Zitat von rosenrot:Je älter ich werde, desto bewusster lebe ich und desto langsamer und bedachter verrichte ich meine tägliche Arbeit.
Ich kann mich nicht daran erinnern, mein Leben vor den letzten "2 Erfahrungen" wirklich bewußt gelebt zu haben. Es war eher ein von Tag zu Tag an mir vorbeischlittern, mich größtenteils auf andere konzentrieren, aufzupassen nicht in Ungnade zu fallen. Damit möchte ich nicht sagen, dass mein bisheriges Leben nicht auch sehr schön und spaßig war, nur war es aus heutiger Sicht an der Oberfläche schwimmend gelebt. Meist den Fokus auf andere gelegt , um (wahrscheinlich unbewußt) von mir abzulenken und stets und ständig dafür gesorgt, die Stimmung trauriger Menschen zu heben, sie wieder aufzubauen. Dabei habe ich mir den Schuh angezogen, wenn´s nicht funktioniert hat. Bei Mama & Papa mußte ich ja auch dafür sorgen sie zu "befriedigen", um lieb gehabt und nicht "böse angeguckt" oder bestraft zu werden. So lebt und hält man sich an die Muster, die man kennt, und weiß es noch nicht einmal. In Freundschaften, im Arbeitsleben, in Partnerschaften; in einer sich ständigen wiederholenden Schleife.
Und nun? Nun bin ich seit 9 Monaten das erste mal RICHTIG Single und hopse nicht gleich wieder in die nächste Beziehung, die mich von irgendetwas ablenken "soll", in der ich meine alten Muster lebe, wo ich geben kann. Ich bin also durch meine Entscheidung endlich mal gezwungen, mich mit MIR auseinanderzusetzen. Wer bin ich eigentlich wirklich und wen (ich) habe ich die ganzen Jahre durch das Leben gezogen?! Ich sage "endlich", weil ich mich heute in meiner Haut - nicht in anderen Häuten - so unglaublich wohl fühle. Die Aufmerksamkeit, die ich sonst dem Außen geschenkt habe, habe ich in kleinen Schritten meinem Inneren gegeben. Das hatte u.a. den wunderbaren Nebeneffekt, zu erkennen, wer mag und liebt mich wie ich bin, und wem geht es darum sich von mir mögen oder lieben zu lassen. Wer bleibt an meiner Seite, auch wenn ich nicht mehr "diene".
Zitat von rosenrot:Das habe ich lange nicht verstanden, denn es war für mich das Größte, den Tag effektiv zu verbringen. Und effektiv war, was der Narz als effektiv ansah: Schnell, viel, korrekt, fehlerfrei, sachlich, zweckmäßig, berrechenbar, karrierebewusst. Meine Sehnsucht nach Sinn, Muße, Freude, Hingabe, Spiel und Leichtigkeit des Sein, Kulturgenuss und Begeisterung für die schönen Dinge im Leben hatten lange keinen Platz mehr.
Ja, rosenrot, genau so war es. EFFEKTIV verbringen. Das Effektive, was einen Menschen ausmacht ist nicht das, was wir anderen von uns zeigen, was wir für sie tun oder ihnen geben können, sondern die von Dir genannten Bedürfnisse selbst zu leben. Diese haben wir immer mehr aus den Augen verloren. Haben uns leiten und steuern lassen, unser Verlangen, unsere Wünsche beiseite geschoben und uns in den Strudel ihrer "Effektivität" ziehen lassen. Und als wir "allein" waren, verlassen wurden oder selbst gegangen sind, war da erstmal Nichts. Und je nach Schwere oder Länge des Mißbrauchs blieben Fassungslosigkeit, Aufatmen, Trauer, Wut, grübeln, etc. Erst langsam, widmeten wir uns uns. Doch nicht, um endlich unsere Bedürfnisse zu leben, sondern zunächst in/an unseren Anteilen "rumzukramen" . Stille, Ruhe und Nachdenklichkeit kehren langsam ein. Und wir denken, wo ist die aktive sonst so mit Pfeffer im Ar*** geladene und spontane Person geblieben, die man mal war? Wird man im Alter ruhiger? Langweiliger? Und man fängt an zu zweifeln, an sich, am Leben. War man doch nicht genug in der Beziehung? Hätte man mehr tun können? Was hätte man anders machen können, damit nicht.....?! NEIN! Und nochmals NEIN.
Wir gaben das, wozu wir in jedem einzelnen Moment in der Lage waren. Und bei diesen Menschen hätte weder MEHR, ANDERS oder WENIGER absolut nichts gebracht. Wie man´s bei ihnen gemacht hätte, es wäre nicht genug gewesen. Denn ihre Mission ist nicht, glücklich zu machen, sondern Glück zu zerstören. Das ist bei denen so fest verankert, aus welchen Gründen oder erlebten Traumata auch immer.
Wer keinen Frieden kennt, der zückt das Schwert und lebt Krieg in vielerlei Arten. Gut zu erkennen an dem, was in einigen Ländern derzeit abgeht. Waffen hoch und losgeballert, DAS ist für die die Lösung. Weil sie es anders nicht kennen ! Sie können nicht erkennen, dass Zerstörung nichts anderes bewirkt als weitere Zerstörung. Und die, die da so rumschießen, ziehen Unschuldige mit hinein, und wenn dann aber ein eigenes Familienmitglied getötet wird oder sie selbst Schaden erleiden, dann ist das Gejammere groß und beschuldigt werden immer die anderen. "Hättest Du nicht das und das getan, wäre das und das nicht passiert". So wird nicht nachgedacht, woran es liegen könne, sondern es wird erneut die "Waffe" zur Rache oder zum Niedermachen gezückt.
Wenn ein Land oder ein Mensch zerstört wurde, kann man in ein anderes Land ziehen oder einen "neuen" Menschen (Next) suchen, um den Wunsch des Friedens zu leben. Aber solange Groll, Wut, und Zerstörung in einem fest verankert sind, wird auch mit einem neuen Menschen oder anderen Land kein Frieden herrschen.
Zitat von rosenrot:Er nahm meine Ängste nie ernst, es wäre wirres Zeug, außerdem ist es eine Schwäche, sich mit dem Thema Tod und Sinn des Lebens auseinanderzusetzen, denn es gibt keinen Sinn. Diese Aussagen von ihm machten mich immer sehr traurig.
Nichts, was die Gefühle anderer betrifft nehmen sie ernst. Einfach, weil sie es nicht können. Wie denn auch, wenn keine Empathie vorhanden ist. Und so werden Herzgefühle als Schwäche ausgelegt. Mitgefühl heißt Mitgefühl, weil es ein Gefühl ist, was man mit dem anderen teilt. Wo kein Gefühl, da kein "mit".
Zitat von rosenrot:Einige Zeit später setzte er meinen Ängsten noch eins drauf. Er erzählte mir, dass er das Gefühl habe, in 3 Jahren zu sterben. Er wüsste das genau, das wäre unumstößlich, sein Schicksal. Ich versuchte ihm das auszureden. Immer, wenn wir schöne Momente hatten oder ich mich über das Leben freute, zerstörte er die Situation mit dem Spruch, dass er ja nicht mehr lange zu leben habe. Das hat mch jedes Mal fertig gemacht und unter Druck gesetzt. Gegenüber anderen leugnete er, tat er als einmaligen Witz ab, den ich- wie immer dramatisieren und übertreiben würde.
Das scheinen manche von ihnen gerne zu machen. "Meiner" gab sich damals sogar nur noch 2 Jahre. Und so wie Du sagst, entsprungen aus dem Nichts in einer schönen Situation. Schlagartig verfiel ich in eine Traurigkeit, die ich das letzte Mal beim Tod meiner Oma verspürte. Das interessierte ihn herzlich wenig, warum auch, es ging ja um ihn, seine "Verzweiflung" und darum den Moment der Nähe zu zertstören, aber gleichzeitig Aufmerksamkeit zu erhaschen. Dafür ist doch jedes Mittel recht. Nach der 3. Todesvorraussage, ging ich nicht mehr darauf ein und schlug ihm lediglich vor, nicht mehr so viel zu trinken, dann klappt´s auch mit dem Leben. Seine Ableben Prognosen verliefen dann im Sande.
Der Lehrmeister hat seine Pflicht getan, er kann woanders weiter (be)lehren, ich bin raus und genieße meine Lieben, mein neues Ich, mich und meine wiedergewonnene Lebenskraft. Nein, langweilig und ruhig ist mein Leben nicht, es ist einfach nur anders und anders schön.
Liebe Grüße,
Phoenix