~tfa
Gast
Zitat von Toffifee:es gab ja mal in den 60er jahren "Love Peace..."
ganz andere Grundgedanken.
Heute scheint es oft wichtiger, wie man für andere erscheint -wie man ist, das wird zur Nebensache.
warum das so ist?
es wird immer gesagt "du musst gut sein in der schule um später viel geld zu verdienen..."
Die Eltern verhandeln mit den kindern um einen Gefallen. es wird immer dargestellt, wie man sein muss und was man darstellen sollte.
Das man einfach mal jemanden hilft um der Hilfe willen, dieser Gedanke geht unter.
es wurde eine generation von egomanen und Egoisten gezüchtet, deren Interesse in erster linie sich selbst dient.
Das ist richtig und der allgemeine Tonus die Leistungsgesellschaft betreffend aber das greift mir nicht weit genug. Der Mensch ist ja immer noch ein soziales Wesen und sucht immer instinktiv nach Identifikation in der Gesellschaft. Und ich finde da liegt eine große Diskrepanz. Auf der einen Seite würde man erwarten, dass die Leistungsgesellschaft eine Generation von Einzelgängern, Egomanen und Egoisten hervorbringen müsste aber das Gegenteil ist der Fall. Sie hat eher eine neue gesellschaftliche Konformität geschaffen, in der man akzeptiert, wenn man genauso denkt, sich dabei aber nicht besonders aufgehoben fühlt.
Ein Beispiel: Der Stefan Raab Humor, als er ganz neu war, hat ja eine Revolution ausgelöst. Zum ersten bewußten Male - zumindest in meiner Lebenserfahrung - fing man in den Medien an, sich über Dümmere und Schwächere bewußt lustig zu machen. Diese Art des Humors hat bis heute weite Verbreitung gefunden und wird auch nicht mehr kritisch hinterfragt.
Nun hast du eine Leistungsgeneration - vermeintlich elitär - die ihren sozialen Status darüber wahren, "nicht dumm oder schwach" zu sein. Aber es sind keine Egoisten, sondern eine Gemeinschaft von Egoisten. Wenn man allerdings keine Schwächen mehr hat, gibt man gleichzeitig auch seine Menschlichkeit auf und damit im Endeffekt seine Emotionen. Romantik bleibt dann graue Theorie. Mut verliert seine Bedeutung.
Das sind alles nur philosophische Überlegungen dazu und die Wahrheit liegt vielleicht irgendwo dazwischen.
