Zitat von Bettina Maria Paula:...emotionpuzzle - vielleicht könntest dir einen Spitznamen überlegen ?
"puzzle" funktioniert, glaube ich

Zitat von Bettina Maria Paula:Hast du dann therapeutische Hilfe in Anspruch genommen oder deine Rückschlüsse auf Grund des Nachlesens und dem Tipp deiner Bekannten geschlossen ?
Wie geht es dir jetzt ?Wie fühlst du dich ?
Nein, therapeuthische Hilfe habe ich letztlich nicht in Anspruch genommen (ich hatte ja das letzte halbe Jahr Zeit, um die Threads "duchzuackern"), aber ich stieß dann auch im Bekanntenkreis auf Menschen mit ähnlichen Erfahrungen (2 Frauen, die mit dem "klassischen" Narz heftigste Erfahrungen gemacht hatten. Mir hat alleine der Erfahrungsaustausch schon sehr weiter geholfen. Und das "Schema", das mich genau an diesem Frauentyp anzog, habe ich so weit erkannt, dass bei mir dann doch recht schnell die Alarmglocken angehen bei Wiedererkennen bestimmter Wesenszüge und Verhaltensweisen (muss manchmal eher aufpassen, dass diese nicht zu schnell angehen) - ganz frei davon zu sein, wieder auf so jemanden "hereinzufallen", wird wohl nie jemand behaupten können, dazu gibt's zu viele Variationen - aber das Risiko kann man durch das Wissen um das Thema etwas reduzieren.
Wie es mir geht? Naja, so im Alltag ist es meist nicht mehr schlimm, klar, wenn man mal glückliche Pärchen sieht, hat man dann manchmal auch wieder den ein oder anderen glücklichen Moment vor Augen.
Manchmal macht das traurig, aber häufig bin ich dann eher wütend auf mich selbst, das ich hier immer noch unbewusst das "positive" sehen möchte. Aber es wird besser.
Nach dem Ende vor einem halben Jahr habe ich "Null Kontakt" eingehalten und zu meinem Glück (auch wenn sich das an manchen Tagen nicht so an gefühlt hat) kam von ihrer Seite auch nichts mehr.
Vom "Wissen" her bin ich mit dem Thema schon halbwegs durch, nur das "Herz" zieht's manchmal noch kurz in die andere Richtung. Und oft empfinde ich einfach nur Mitleid mit ihr, weil ich weiß, wie sie sein konnte, weil ich weiß, dass sie letztlich vielleicht auch gerne so wäre, wie sie sich manchmal gezeigt hat, aber dass sie letztlich immer wieder in sich selbst zurückfällt und sich nicht halten kann.
Zu der bekannten Therapeutin habe ich mal gesagt, dass ich mir wünschen würde, dass ich mit meiner Ex mal einen Tag die Rollen tauschen könnte, damit sie mitbekommt, wie ICH mich fühle (den Gedanken kennt wohl jeder). Ihre Antwort war: "Glaube mir, an diesem dunklen Ort möchtest DU nicht sein!"
Letztens hat mich dann doch eine Bekannte dazu überredet wieder mit in die "Stamm-Disco" (in der auch meine Ex ab und an war/ist) zu gehen, denn ich könnte den Laden ja nicht ewig meiden, weil ja auch noch andere Menschen dort sind, die ich kenne und auch vermisst habe. Bis kurz vor dem Eingang hatte ich dann regelrecht Bauchweh, aber als dann klar war, dass meine Ex nicht dort war, war es dann doch ein schöner Abend. Der Ort selbst "triggert" bei mir also nichts mehr, lediglich die Möglichkeit sie zu treffen stößt mich ab. Wenn ich nüchtern betrachtet zurückblicke, wie ich mich noch vor einem halben Jahr empfunden habe, bin ich vielleicht noch nicht ganz über den Berg, aber der Gipfel ist schon fast greifbar. Ich muss jetzt noch Weihnachten und Silvester "überstehen", weil gerade das die Zeit war, in der wir uns wieder näher gekommen waren und auch ich verknüpfe solche Momente und Zeiten gerne - also wird schon mal für den Weihnachtsabend und Silvester was geplant, und das wird definitiv kein "Daheim bleiben mit rum grübeln" werden.
Zitat von Bettina Maria Paula:Eines muss ich noch loswerden - für mich ist eine schwierige Kindheit höchstens eine Erklärung aber niemals eine Entschuldigung für die seelische Gewalt die dir angetan wurde. Eventuell kann man darüber diskutieren wenn das Gegenüber zur Konversation bereit ist und über eine längere Zeit in Therapie geht.
Nur ehrliche Entschuldigungen und Therapien die der/die Narzisst- in erfolgreich absolvierte - das habe ich hier in einem guten Jahr kein einziges Mal gelesen
Es wurde auch oft diskutiert ob das Verhalten bewusst oder unbewusst ist - teils teils - aber uns wurde kein "Mitgefühl" zuteil und das ist für mich das wahrhaft grausame Verhalten.
Naja, wenn ich nicht schon damals (also vor 20 Jahren) mit meiner Ex zusammen gewesen wäre und sie bereits da genau diese Verhaltensweisen schon aufwies, dann hätte ich aus ihren Schilderungen (denen ich heute längst nicht mehr so viel Glauben schenke) über ihren Ex-Mann den Fehlschluss gezogen, dass er sie durch sein "A....loch-Verhalten zu dem gemacht hat, was sie heute ist. Sie hat auch während ihrer Ehe eine Therapie gemacht (ich habe dummer Weise nie nach irgendeiner Diagnose gefragt) und Medikamente genommen, diese aber abgebrochen, die Medikamente wieder abgesetzt, weil sie "da nicht mehr sie selbst war". Sie selbst erzählte zwar, dass sie ein Problem mit der Ablehnung aus der Kindheit hat und dass sie hier auch im Esoterikbereich schon viele "Problemlöser" konsultiert hat. Sie ist auch überzeugt, dass sie das Problem mit dem schuldigen Elternteil sehr gut verarbeitet hat. Sie weiß aber was sie tut, denn als Schluss war, meinte sie noch in Bezug auf die zerbrechende Beziehung, dass ihr das immer wieder passieren würde, wie ein "Virus". Bei der Aussage (wir waren beide sehr aufgewühlt) hatte ich echt einen kurzen Moment die Hoffnung, dass sie jetzt was "herauslässt" dass uns die Chance auf eine gemeinsame Klärung gibt - aber sie schob gleich den Nebensatz hinterher: "Hast Du mir da keinen Tipp für's nächste mal?" (also auf die nächste Beziehung von IHR bezogen), was mir sofort die Luft aus dem Magen schlug. Sie weiß also schon, was sie tut, nur die "Schuldfrage" (und die ist ihr immer wichtiger gewesen, als eine echte, reflektierte Problemlösung) wird natürlich auf alle anderen um sie herum verlagert.
Zitat von Jadefuchs:kanns dir wirklich gut nachempfinden. Dieses "es hat sich richtig angefühlt". Das hat es sich bei meinem Narz. auch. Bei ihm konnte ich mir als einzigen bisherigen Partner vorstellen, eine Familie mit Haus und Kind zu gründen.
Genau das war es bei mir bereits bei der ersten Beziehung mit meiner Ex auch 1:1 - ich war in Beziehungen vor der Begegnung mit ihr nicht wirklich begeistert von Kindergedanken und als ich sie kennen lernte, da "wollte" ich das auf einmal wie nichts anderes zuvor- ich wollte mit ihr zusammen sein, mit dem Kind und ich wollte eine gemeinsame Zukunft zusammen (Lach, naja, hatte ich letztlich ja dann, aber halt etwas anders...

) - so dass ich dachte, hey, was passiert da gerade schönes in mir...
Zitat von Jadefuchs: Je höher ihr Anteil an Empathie noch vertreten ist, desto besser die Chancen, aber diesen Weg müssen sie selbst gehen. Ohne fremde Hilfe. Du bist für dein eigenes Glück zuständig. Dein Partner für sein eigenes.
Naja, wie hoch ihr Empathie-Anteil war? Also nur mal als Beispiel: Ich weiß nicht, wer schon mal das "tolle" Erlebnis gehabt hat, dass die Beziehung im gemeinsam geplanten Traum-Urlaub beendet wird und man irgendwo auf der Welt dann in so einer Situation an einem traumhaften Strand alleine sitzt und eigentlich nur noch heim möchte (was ja so einfach nicht geht, je nach Lokalität) und man dann am Ende des Urlaubs vom Ex-Partner dann noch mit großen Augen gefragt wird: "War das denn jetzt KEIN schöner Urlaub für dich? Für die ehrliche Antwort bekam ich dann auch noch ein unverständliches Kopfschütteln und den Spruch, dass sie mein trauriges Gesicht nicht mehr aushalten könne. So viel zum Thema Empathie.
Grüße,
Puzzle