Kollusion
Gast
Zitat von GTI:Die Therapeutin versteht nicht wieso ich noch einen gedanken an ihn verschwende.
Er hätte mich so schlecht behandelt und ich wäre selbst schuld, wenn ich ihn mein Leben kaputt machen lasse... Ich würde ja nichts anpacken und ändern... Sondern nur immer das gleiche wiederholen.
Ich war letzte Woche mit diesen Aussagen echt überfordert.
Ich habe das gefühl, dass das mit ihm mir irgendwie alles genommen hat.
Meine Freude. Meinen lebensmut. Meinen Ehrgeiz. Meine Zielstrebigkeit.
Ich bin ein irgendwie dauerhaft jammerndes etwas.
Ich kann keine innere Freude mehr empfinden.
Und das finde ich selbst total schrecklich !
Boah, bin ich im Moment froh, dass ich mir keine Therapeutin gesucht habe! Solche Aussagen machen doch alles nur noch SCHLIMMER!
Sie ist genervt? Sie gibt dir die Schuld für das ertragen der Situation? Soetwas darf eine Freundin OHNE FACHWISSEN von mir aus sagen. Aber jemand vom Fach sollte wissen: es ist erst gut, wenn es gut ist! Will sagen: erst wenn man dem Schmerz, und der Wut und der Ohnmacht den Raum gegeben hat, den es braucht, kann man zum nächsten Schritt übergehen. so ist das nunmal. Frustrierend. Ja, verdammt. Aber für dich selbst ist es doch noch viel frustrierender als für den Zuhörer. Will die Th. einen schnellen Therapieerfolg. Dann soll sie dir ANLEITUNG geben, wie du effektiver deinen schmerz rauslassen kannst.
Du bist NICHT Schuld, dass er dein Leben zerstört hat! Genauso wie ein Dro.süchtiger auch nicht Schuld ist süchtig zu sein. ABER es gibt natürlich Gründe, wieso du z.B. eine leichte Beute werden konntest. Oder du unbewusst immer auf denselben destruktiven Charakter einfach anspringst. Was steckt also dahinter. was sind also die berühmten eigenen Anteile. Aber auf die stösst man doch nicht durch Anklage oder Schuld. Ich hoffe sehr, die Th. hat andere Worte benutzt, und es ist vielleicht nur bei dir so angekommen.
Ich lese aus deinen Zeilen heraus, dass du eigentlich selbst keinen Bock mehr auf jammern hast, aber trotzdem in diesem Modus festhängst. Deshalb könnte es helfen, zusätzlich zur Gesprächsttherapie eine lösungsorientierte Verhaltenstherapie (google mal "Boss im Kopf") zu machen. Das du konkrete Werkzeuge beigebracht bekommst, wie du dein Gehirn drauf trainieren kannst, wieder freudvolle und positive Gedanken denken zu können, alte destruktive Muster und Glaubenssätze loszulassen.
Aber vielleicht ist es auch noch zu früh. Kommt drauf an wie lange du "schon" jammerst in Relation zur Beziehungsdauer.
Ich habe jetzt 3 1/2 Monate gebraucht. Die Beziehung dauerte nur 7 Monate. Klar denke ich: meine Güte, das steht ja in keiner Relation. Na und? Es dauert so lange wie es dauert. Erst wenn alle Tränen geweint sind, geht die Trauer vorbei. Man kann nicht auf Kommando loslassen. Loslassen ist ein Verarbeitungsprozess. DESHALB gehst du ja zur Therapie. Um dir von einer Fachfrau Wege aufzeigen zu lassen und dir alles von der Seele zu quatschen...


