Sie ist immer da... die Fassungslosigkeit

Er war lange Zeit kalt und gemein zu mir.
Ich kämpfte um die Beziehung. Ich kann wirklich sagen, er hat nur geredet. Tat was er tat, sein Ding.
Trotzdem sagte er mir noch vor 4 Wochen dass er mich liebt. Das ist doch keine liebe.
Wie alle vermissen Antworten. Ich denke ich weiß warum es keine Antwort gibt, warum das alles so kam.
Dann müsste er sagen:
Ja, ich habe dich ganz mies behandelt, weil du mir zu nah gekommen bist. Ich bekam Angst, dass du entdeckst wie schwach und leer ich eigentlich bin. Das ich nicht lieben kann, sondern dich brauche. Ich bin abgängig von dir, von deiner energie. Von deinen Emotionen und der Aufmerksamkeit. Ich weiß nicht wer ich bin. Deshalb muss ich immer nach Komplimenten Fischen. Dafür schäme ich mich. Dieses Schwache Gefühl macht mich aggressiv. Ich muss mir dann wieder beweisen wie stark ich bin. Erst mache ich dich nieder und dann ziehe ich mich zurück. Ich genieße es die Fäden in der Hand zu halten. Die macht zu haben. Ich bestimme wann ich es beende. Dann komme ich zu dir und rette dich. Das gibt mir auch wieder ein Gefühl von Stärke.
Zugleich bekomme ich dann s. von dir.
Bis der Kreislauf von neuem beginnt. Ich profitiere dabei immer. Die unterdrückten Gefühle betäube ich mit spiele, essen und anderen Ablenkungen. Insgeheim weiß ich das alles. Aber ich bin ein Meister der Verdrängung. Alles viel zu schmerzhaft. Ich bin feige. Ich suche mir jetzt eine neue. Sie kennt mein dunkles Geheimnis nicht. Von ihr werde ich bewundert. Mein Konstrukt bestätigt sich.
Ich bin ein frauenversteher. Ein ganz bewusster Mann. Ich denke dass ich liebe. Habe aber irgendwie die leise Ahnung, dass mit mir etwas nicht stimmt. In mir ist ein grauenhaftes schwarzes Loch. Davor muss ich weglaufen und bin stets beschäftigt. Im Grunde liebe ich es, wenn meine Bedürfnisse erfüllt werden. Ich fühle dann ein kurzes nachlassen des grauenhaften dunklen Gefühls in mir. Gleichzeitig verliere ich den Respekt vor dir, wenn du meine Bedürfnisse erfüllst.
Ich will dann nur noch weg.
Ich glaube ich tue dir nicht gut. Ohne mich wärst du besser dran. Ich kann dich jedoch nicht verlassen und ehrlich sein. Ich brauche dich. Zumindestens bis ich eine neue habe.
Ich habe Selbstmitleid mit mir und verachte mich gleichzeitig dafür. Das Leben ist so langweilig weil ich alle Gefühle verdrängt habe.
Ich fühle mich einerseits großartig, andererseits erbärmlich. Ich kann jedoch nicht anders. Ich muss immer so weitermachen.
Der Berg der Verdrängung und all die Kriegsschauplätze im außen werden immer mehr.
Aber all das zeige ich niemanden.
So oder ähnlich stelle ich mir eine ehrliche Antwort vor.
... und deshalb bekommen wir alle keine Antworten.