Zitat von Gemini:Woran merkt man eigentlich, dass man durch die Beziehung mit dem Narz traumatisiert worden ist? Gibt es dafür Anzeichen oder Symptome?
Liebe Gemini,
für mich war das traumatypische an dem Erlebten mit meinen N., dass sich ständig Erinnerungen aufgedrängt hatten, die sich so anfühlten, als würde ich es genau in dem Moment des Erinnerns noch einmal genauso stark erleben wie in der Situation, in der es stattgefunden hat. Noch Monate danach. Das ist ja eigentlich das Wesen eines Flashbacks oder eine Nachhallerinnerung. Meine Psyche konnte und konnte das einfach nicht alleine verarbeiten. Das war auch bei mir wie die berühmte "Schallplatte mit Sprung".... Ein weiteres wichtiges Merkmal für mich, welches mir klarmacht, dass es sich um traumatisches Erlebnis handelt, ist dieses Gefühl von Ohnmacht/Hilflosigkeit, welches ich so oft hatte. In ganz schlechten Phasen kann es sich sogar heute noch manchmal einstellen. Schon krass.
Ich weiß heute, dass der N. nur der Auslöser bei mir für frühere Erlebnisse war, in denen ich mich definitiv genau SO über einen langen Zeitraum gefühlt habe. Genauso NICHTIG und gleichgültig in Bezug auf meinen Wert, wie nach meiner Narz-Abfuhr. Bei mir war es v.a. so verhext, dass mir meine Wahrnehmung in meinem Elternhaus NACHTRÄGLICH immer abgesprochen wurde. So als würde ich mich künstlich aufregen, oder mir meine Gefühle einbilden, übertreiben, jemandem Unrecht tun, mich aufspielen, dramatisieren... Lange traute ich mich gar nicht, auch dort die eigentlichen GEfühle hinzuverorten. Genau an dieser Stelle kann ich nur sagen - herzlich willkommen im Narz-Club. Diese Verdreherei von Tatsachen, das Absprechen eigener Gefühle und Schuldzuweisungen sind alles typische Erlebnisweisen von Menschen, die Missbrauch, sprich ein Trauma erlebt haben. Und für mich ist das Erleben mit einem typischen N. (natürlich gibt es da graduelle Unterschiede) das Erleben eines emotionalen Missbrauchs.
PTBS nach ICD 10:
1) verzögerte (bis 6 Monate) oder verlängerte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation katastrophalen Ausmaßes, die bei fast Jedem ein tiefe Verzweiflung hervorrufen würde.
2) Das traum. Erlebnis wird beharrlich auf mindestens eine der folgenden Weisen wiedererlebt:
wiederkehrende und sich aufdrängende belastende Erinnerungen an das Ereignis, wiederkehrende belastende Träume von dem Ereignis, Handeln oder Fühlen, as ob das belastende Ereignis wiederkehrt
intensiver psychische Belastung bei der Konfrontation mit Hinweisreizen, die einen Aspekt des traum. Ereignisses symbolisieren oder daran erinnern, körperliche Reaktionen bei der Konfrontation mit solchen Hinweisreizen (Triggern)
3) anhaltende Vermeidung von Reizen, die mit dem Trauma verbunden sind. Mindestens 3 der folgenden Symptome: bewusstes Vermeiden von Gedanken, Gefühlen oder Gesprächen, die mit dem Trauma in Verbindun stehen, bewusstes Vermeiden von Aktivitäten, Orten oder Menschen, die Erinnerungen daran wachrufen, Unfähigkeit, einen wichtigen Aspekt des Traumas zu erinnen, deutlich vermindertes Interesse oder verminderte Teilnahme an wichtigen Aktivitäten, Gefühl der Entfremdung von anderen, eingeschränkte Bandbreite des Affekts, Gefühl einer eingeschränkten Zukunft
4) anhaltende Symptome erhöhten Arousals: mindestens 2: Schwierigkeiten ein- oder durchzuschlafen, Reizbarkeit doer Wutausbrüche, Konzentrationsschwierigkeiten, Hypervigilanz, übertriebene Schreckreaktion. Die Symptome dauern länger als 1 Monat.
Bei mir waren alle Kriterien erfüllt. Liebe Grüße