Nachdem ich einige Tage hier nur gelesen habe, geht es mir wie vielen hier. Es muss raus! Es ist unglaublich auf was man reingefallen ist!
Ich hatte ein gutes Jahr eine Beziehung zu einem Mann der wohl eine NP hat. Meine Therapeutin hat mich drauf gebracht. Ich habe gemerkt, dass irgendwas völlig schief ist, konnte es aber nicht klären. Auf der einen Seite bin ich ein Mensch, der sich nicht alles gefallen lässt und sich schützt, auf der anderen Seite habe ich immer viel Verständnis für andere und ihre Probleme. Allerdings habe ich wirklich gedacht, dass ich mit diesem Mann durch Reden und Verständnis eine Basis schaffen kann. Und mir war nicht klar, dass das garnicht geht. Jetzt habe ich mich Ende April von ihm getrennt, nachdem ich gemerkt habe, dass er mit seiner Frau, die er verlassen hatte bzw. wieder wollte auch noch ein nach aussen perfektes Eheleben spielt. Ein paar mal hatte ich gefragt, was nun mit ihr ist und bekam Streit mit ihm, als sei ich die Schuldige bzw. Lügen zu hören. Und ich war verliebt, habe ihn geliebt und ihm vertraut und ihm geglaubt!
Die Beziehung war ein Spiel aus Nähe und Distanz. Ich konnte keine wirkliche Nähe bei ihm finden. Er ist wie ein Flummi durch mein Leben gedopst. Unabhängigkeit. Darauf hat er ja soo viel Wert gelegt. Und ich habe im Inneren auf ihn gewartet, darauf, dass er sich entscheidet. Und was sagte er mal am Anfang der Beziehung: er brauche Loyalität. Da dachte ich, klar, kein Problem, habe schon einiges erlebt im Leben. bekomme ich hin. Der meinte mit Loyalität einen Freibrief für alles was er macht!
Und obwohl mein Unterbewußtes mich schon letzten Herbst laut gewarnt hat, fühle ich noch immer positives für ihn, bin traurig und wahnsinnig entäuscht, dass er mein Vertrauen so missbraucht hat. Dass ein gemeinsamer Traum so zerplatzen kann. Dass ich mich so habe täuschen lassen. Er geistert immer noch im Kopf herum, obwohl ich mein sonstiges Leben im Griff habe. Und hoffe, dass ich hier statt Trauer mehr Wut entwickeln kann, um ihn gedanklich auf den Mond zu schießen.
Nein, ich beneide nicht seine Frau, obwohl ich teilweise tierisch eifersüchtig bin. Sie hat die "Affäre" mit mir ausgesessen, sieht ihm alles nach, lässt ihm alle Freiheiten. Auf gut deusch sie lässt sich demütigen. Dass ich die Rolle nie wollte, war mir klar!
Er hat mich so durcheinander gebracht, dass ich im Frühjahr fünf Wochen krank geschrieben war. Ich dachte immer noch es liegt an meinem Mann, von dem ich mich getrennt hatte seinetwegen. Dachte, ich würde die Trennung nicht hinbekommen. Inzwischen bin ich mit meinem Mann wieder zusammen und wir beackern unsere eigenen Probleme. Eigentlich himmlisch, wieder mit einem Menschen, der Empathie besitzt zu reden und zu handeln.
Mein Narz und ich hatten immer noch Kontakt, den haben wir jetzt im gegenseitigen Einverständnis mal aufs Eis gelegt seit zwei Wochen. Ich glaube er dachte, ich bin immer noch die Frau für schönen Sex und auch sonst für sein Ego.
Was mich immer noch sprachlos macht: wie können Menschen so kaputt sein. Ich weiß auch, dass es ihm nicht gut geht. Seine innere Leere füllt ein mit tausenden von Aktivitäten. Um seine Frau bemüht er sich z.Zt., verschweigt aber auch nicht, dass sie ihn langweilt. Oder aber er sagt es nur, um mich zu beklatschen. Ich bin solche Spiele nicht gewohnt, normalerweise bin ich gradlinig und ehrlich. Und hatte auch immer das Gefühl ich habe eine Portion Menschenkenntnis. Zu erkennen, dass ich mich so getäuscht habe ist heftig, vor allem wenn solche wichtigen Entscheidungen dranhängen.