Hmm ... also ich könnte mich ja täuschen, habe aber ein bisschen den Eindruck, dass bei dave34 die Grenzen zwischen Empathie und "Helfen wollen" etwas verschwimmen?
Also Empathie bedeutet in erster Linie einfach nur die Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinversetzen zu können. Zu versuchen, sich in sie hineinzudenken aus ihren Lebensumständen und ihre Denk- und Sichtweise (die sehr anders sein kann als die eigene).
Das hat so betrachtet mal gar nichts mit "helfen wollen" zu tun.
Eher etwas mit "verstehen wollen".
Empathie kann ja auch negativ genutzt werden. Man hat dadurch ja auch die Möglichkeit, emotionale Schwachstellen des Gegenübers aufzuspüren.
Und Empathie kann zum eigenen Fallstrick führen in destruktiven Beziehungen.
Nämlich dann, wenn man mitten drin ist und sich dadurch viel zu viel zumutet, seine eigenen Gefühle in den Hintergrund stellt, es zum Beispiel aushält mit toxischer Wut überschüttet zu werden.
Und der Fallstrick kann eben aus einem
falschen Verständnis heraus entstehen. Aus einer falschen Einschätzung.
Und das kann vielerlei sein.
Zum Beispiel man versteht den Täter, dass aus seiner Überempfindlichkeit heraus, es an einem selbst liegt, dass er gewalttätig ist (sei es nun seelisch oder körperlich).
Nach dem Motto: Ja, ich war hier und da ja auch nicht so lieb und sanft, wie ER es "braucht" und woraus "ER" sich dann angegriffen fühlt.
Oder:
Viel simpler noch: Man lädt sich selber die Schuld auf und glaubt, der Täter misshandle einen zu Recht.
Oder:
Man versteht sogar so richtig, was mit dem Menschen los ist.
Weiß um seine Persönlichkeitsstörung.Versucht sich da hineinzuversetzen, wie das sein muss.
Versucht, ihm zu helfen, in dem man ihm "die Welt" erklärt.
Und verschwendet eh all seine Energie umsonst. Und kommt in eine totale emotionale Schwäche und sogar in die körperliche Schwäche.
Weil ER es letztendlich ausnutzt, damit du ihm "Zufuhr" lieferst. Aufmerksamkeit. All deine Energie in ihn steckst.
Damit ER sehen kann, wie sehr du ihn liebst und dich um ihn bemühst. Das tut seinem Ego gut.
usw. ....
Der Fehler liegt dann darin:
Man versetzt sich in den anderen hinein. Glaubt, seine Hintergründe zu verstehen für die Misshandlungen. Und verzeiht, ist nachgiebig. Oder glaubt, er ist nun mal ein schwieriger, armer Mensch, der gefangen in sich selbst ist.
Aber damit misshandelt man sich selbst. Weil man sich selber nicht schützt.
Man hilft auch nicht dem Täter. Sondern stellt sich zur Verfügung als Sandsack, Boxsack, Wutabladegerät, als sein Spielzeug.
Man muss also auf sich selber schauen, wie man sich selber dabei fühlt und nicht nach Erklärungsmustern für den Täter suchen und Mutter Theresa spielen. (danke NewDay1

)