Zitat von Cupido:Ich glaube, dass in diesen Menschen eine extreme Verlustangst schlummert...größer als die Verlustangst die jeder Mensch wohl einmal fühlt...Und es ist ja auch unmöglich jemals absolute Gewissheit zu haben...Jeder Mensch entwickelt sich unterschiedlich....das kann irgendwann trennen...Und ich kenne diesen Schmerz. Aber er schien mir erträglich. Und meinem Ex eben nicht. Da fehlt es wohl an innerem Halt...einer Substanz...Ich weiß es nicht. Er war so sehr auf Kontrolle, auf Sicherheit aus, dass er mich oftmals gar nicht mehr wahrnahm. Seine unausgesprochene Frage lautete vielleicht "Bin ich hier sicher?", statt "Wer bist du?" Und diese Sicherheitssuche kann man ja tatsächlich ins unendliche fortführen...von einem zum anderen...
Liebe cupido, genau das habe ich auch sehr oft gedacht - er hat ein wahnsinnig hohes Bedürfnis nach Sicherheit. Ich war sein sicherer Hafen, sein Rückzugsort, an dem er auch mal schwach sein durfte.
Deshalb hatte ich wohl auch oft eher Muttergefühle für ihn. Hab ihm maches mal gesagt, dass er wie ein junger Welpe ist, der Schutz braucht. Und ich denke, genau das macht ihn so anziehend für einige Frauen.
Überhaupt die Frauen - also ihr alle, und auch die wenigen Männer die hier sind

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Was ich bisher hier so gelesen habe, sind es überwiegend starke Frauen, die mit beiden Beinen im Leben stehen und sich selbstbewusst in der Gesellschaft bewegen. Sie sind klug und einfühlsam, lassen sich aber auch nichts gefallen. Sie strahlen Stärke aus - genau das was "mein Narz" sucht.
Zum einen vielleicht, um diese Stärke zu brechen - aber das glaube ich nicht wirklich, zumindest nicht bei meinem. Zum anderen, um Teile dieser Stärke abzubekommen, um sich sicher zu fühlen. Diese Sicherheit im Rücken lässt sie nach aussen hin auch stärker erscheinen, lässt sie strahlen in einem besonderen Glanz.
Mit dieser Sicherheit kann Narz sich ja auch viel unbefangener bewegen. Wenn dann was nicht klappt - und das war bei meinem ganz oft der Fall - hatte er ja noch mich. Ich habe ihn dann wieder aufgebaut und ihm bei der Schadensbegrenzung geholfen bzw. ihm das oft auch ganz abgenommen.
Wenn dann die Sicherheit nicht mehr gegeben ist, weil die Stärke nachlässt, sei es aus gesundheitlichen Gründen oder weil man einfach zuviel in die Beziehung gesteckt hat, dann suchen sie sich eine neue "Sicherheitsfrau". Klappt es dort nicht, kann man ja mal gucken, ob die alte ihre Stärke schon zurück hat, um da wieder anzudocken.
Vieles davon läuft meiner Meinung nach bei denen unbewusst ab, eher wie eine Art Selbsterhaltungstrieb, was es für uns nicht leichter macht. Eher im Gegenteil. So wird nämlich auch noch unser Mitleid angesprochen und wir versuchen zu helfen, wo es nur geht. Und weil wir schon so viel investiert haben, versuchen wir es immer weiter, denn Kämpfer sind wir ja auch- bis unsere Stärke verbraucht ist. Und da haben wir unsere Spirale.
Das ist zur Zeit meine Theorie dazu und damit kann ich gut leben- vor allem ohne ihn. Vielleicht habe ich mir da was zurecht gebastelt, aber für mich ist es ein Weg, besser damit zurecht zu kommen. Ich habe mir nicht alles eingebildet, mich nicht nur blenden lassen. Einiges war auch echt. Davon bin ich überzeugt. Tatsache ist, dass es sehr schwer ist mit so einem Menschen zu leben und das es viel Kraft und Lebensfreude kostet. Und dazu bin ich nicht mehr bereit. Gerade weil ich weiss, dass er sich nie ändern wird. Er wird weiter seinen unbewussten und bewussten Verhaltensmustern treu bleiben, wird sich niemals ändern - nur ab jetzt ohne mich.